Die Niederlausitz ist der südöstliche Teil Brandenburgs. Einst umfasste sie mit etwa 8.000 km ein Gebiet, das heute auf dem Territorium der Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße, der Stadt Cottbus und der polnischen Wojewodschaft Lubuskie läge. Die Landschaft war und ist geprägt durch sanfte Hügel, die Flusssysteme von Spree, Neiße und Bober, sowie zahlreiche Seen. Die Bevölkerung lebte in etwa 60 Dörfern und Kleinstädten war bis ins 19. Jahrhundert hinein noch weitestgehend zweisprachig: Deutsch und Sorbisch. Die wichtigsten Städte waren neben Lübben, dem Regierungssitz und Verwaltungszentrum, Calau, Guben, Cottbus, Sorau und Luckau. Territorial war die Niederlausitz seit dem Mittelalter etwas Besonderes, ein Markgraftum nämlich. Es lag ein wenig am Rande der politischen und wirtschaftlichen Zentren, genoss dafür aber eine weitgehende Selbstverwaltung durch die Niederlausitzer Stände. Die Oberhoheit hatte jedoch lange der böhmische König, dann für fast 200 Jahre der sächsische Kurfürst. Mit dem Wiener Kongress sollte sich das 1815 ändern. Plötzlich sollte die Niederlausitz preußisch werden. Warum und wozu das führte, möchten wir hier erzählen.
Förderverein des Stadt- und Regionalmuseums Lübben Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)



Im Grenzland zwischen Preußen und Sachsen
Lübben im Würgegriff Friedrichs des Großen
- 67 Seiten
- 3 Lesestunden
Zu Zeiten Friedrichs des Großen gehört die Niederlausitz, mit Lübben als Hauptstadt, zu Sachsen. Von Spreewald und Heidelandschaft umgeben, hätte es eine friedliche Zeit für die Stadt sein können, wäre da nicht die Nähe zur Grenze nach Brandenburg. 1756 marschiert Friedrich mit seinen Truppen in Lübben ein. Für die Lübbener beginnt eine Zeit der Entbehrungen: Während des Siebenjährigen Krieges hält der preußische König die Niederlausitz im Würgegriff und benutzt sie als Rückzugsgebiet und Winterquartier sowie zur Lebensmittelversorgung für seine Kriegszüge in Schlesien und Böhmen. Erst 1815, lange nach seinen Tod, soll sich Friedrichs Wunsch, die Niederlausitz Preußen einzuverleiben, erfüllen. Auf dem Wiener Kongreß muß Sachsen die Niederlausitz an Preußen abtreten.