Im Sommer 1913 verbringt der junge aristokratische Dichter Cecil Valance ein Wochenende bei der Familie seines Cambridge-Kommilitonen George Sawle. Besonders Georges kleine Schwester Daphne ist sofort von dem gut aussehenden Gentleman eingenommen, und Cecil widmet ihr ein Gedicht. Es wird zum lyrischen Symbol einer ganzen Generation. Nach Cecils Tod im Ersten Weltkrieg ranken sich immer neue Mythen und Geheimnisse um die Person und das Werk des Dichters. Cecils Leser und sogar seine Familie stehen vor einem Rätsel. In den folgenden Jahrzehnten werden nicht nur Daphne und George, sondern vor allem Cecils literarischer Nachlass von Öffentlichkeit, Biografen und Wissenschaft instrumentalisiert – entsprechend der jeweiligen literarischen und kulturellen Mode der Zeit. Doch dann macht sich ein junger Literaturfreund daran, Cecils Geheimnis zu lüften, und ein Antiquar macht eine überraschende Entdeckung. Ein sinfonischer Roman um eine schillernde und geheimnisvolle Figur – brillant erzählt in sinnenfreudigen Bildern und kommentiert mit ironischem Witz.
Bernard Turle Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)



Drop City
Roman
Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll: Das große Epos der Gegenkultur »Etwa 60 Hippies leben auf einem Grundstück, das sich Drop City nennt. Sie rauchen Dope, lieben, kochen, schlafen – querbeet und im Einklang mit der Natur. Nur das Latrinenproblem stört, die Feindschaft der umliegenden Farmer, die lauernde Aggressivität der Polizei, die intellektuellen Spanner, die am Wochenende zum Freakseeing anfahren. Ein Reigen relaxter Erektionen bestimmt den Tagesablauf, die ›größte Plattensammlung der Erde‹ wartet, dazu dopeversetzter Haferbrei und der wöchentliche Nachschub vom Supermarkt – die Natur und das Sozialamt geben’s, die Freaks und ihre Bräute nehmen’s … ›Drop City‹ ist uncool und damit menschlich. Das eine Auge hat Boyle auf die Utopie gerichtet, das andere auf die Realität.« (Konrad Heidkamp in der ›Zeit‹). Eine Hippiekommune, die in den 70er Jahren von Kalifornien nach Alaska zieht. ›Drop City‹ ist der Roman einer naiven und idealistischen Generation, die das Lebensgefühl von vielen von Grund auf verändert und bis auf den heutigen Tag geprägt hat.
Im weißen Zimmer
- 298 Seiten
- 11 Lesestunden
In einem packenden psychologischen Thriller, der ebenso fesselnd wie tiefgründig ist, taucht Rupert Thomson furchtlos in die dunkelsten Bereiche des menschlichen Geistes ein, um die sinistere Verbindung zwischen Sexualität und Macht zu enthüllen. Als ein charismatischer 29-jähriger Engländer an einem Aprilnachmittag sein Amsterdamer Studio verlässt, um Zigaretten für seine Freundin zu kaufen, denkt er über ihre wunderbare siebenjährige Beziehung und seine erfolgreiche Karriere als international gefeierter Tänzer und Choreograf nach. Doch das Schicksal des namenlosen Protagonisten nimmt eine unvorstellbar erschreckende Wendung, als ihn ein Trio mysteriöser, vermummter Frauen entführt, ihn an den Boden eines kahl weißen Raumes fesselt und ihn als sexuellen Gefangenen hält, während er achtzehn Tage lang Demütigung, Verstümmelung und Vergewaltigung erleidet. Nach einer bizarren öffentlichen Aufführung wird er freigelassen, doch er bleibt gefangen in dem Fegefeuer seiner eigenen Schuld und Qual: Die Erkenntnis, dass ihm niemand seine seltsame Geschichte glauben wird. Kalt und aufschlussreich, sorgfältig gestaltet, zeigt Rupert Thomson hier seine beste imaginative Leistung.