Wer kennt nicht »Die Räuber«, »Kabale und Liebe«, »Don Carlos«, »Maria Stuart« oder »Wilhelm Tell«? Aber auch Werke wie »Die Jungfrau von Orleans«, »Die Verschwörung des Fiesco zu Genua«, »Semele«, »Der versöhnte Menschenfeind«, »Körners Vormittag« und »Die Braut von Messina« sind in diesem Band vereint. Ein kleines Zusatzbonbon stellt das dramatische Gedicht »Die Huldigung der Künste« dar. So kommen nicht nur Kenner Schillers zu stilhohem Vergnügen, auch Neugierigen bietet diese Ausgabe unübertroffenen literarischen Genuss. Alle Dramen - Klassiker wie Geheimtipps - in einem Band zum Jubiläumspreis.
Gert Westphal Bücher




Arthur Schnitzler, geboren 1862 in eine jüdische Arztfamilie in Wien, studierte Medizin und reduzierte seine Praxis zugunsten seiner literarischen Karriere. Er begegnete Sigmund Freud und interessierte sich für dessen Theorien über das Unbewusste. Zusammen mit Hugo von Hofmannsthal prägte er die Wiener Moderne und wurde zu einem der bedeutendsten Kritiker seiner Zeit. Seine Novelle „Leutnant Gustl“ führte den inneren Monolog in die deutsche Literatur ein, was seinen Figuren ermöglichte, assoziative Reaktionen auf ihre Umwelt zu zeigen. Schnitzlers Montagetechnik verband Klischees und individuelle Reaktionen zu überindividuellen Typen, wobei Themen wie egoistische Flucht vor Verantwortung und Bindungsangst zentrale Elemente seines Werkes sind. Nach einem Skandal um „Reigen“ wurde ihm 1921 die Aufführungsgenehmigung entzogen. 1923 wurde er Präsident des österreichischen PEN-Clubs, und drei Jahre später erhielt er den Burgtheaterring. Zu diesem Zeitpunkt gehörte er zu den meistgespielten Dramatikern auf deutschen Bühnen. Schnitzler starb 1931 in Wien an einer Gehirnblutung. Die Neuausgabe seiner Werke wird von Karl-Maria Guth herausgegeben und enthält eine Biographie des Autors.
Gereiztheit und eine eigentümlich bösartige Atmosphäre prägen den Ferienaufenthalt in Norditalien in den 1920er Jahren. Die Gäste erleben einen Zustand, der wie eine unangenehme, aber notwendige Krankheit wirkt. Diese Unruhe steigert sich durch die überdimensionale Präsenz des Zauberers Cipolla, dessen selbstsicheres Auftreten zu einem tragischen, letztlich befreienden Ende führt. Cipolla vermittelt die Idee, dass Gehorsam und Befehl eng miteinander verbunden sind, was ihn in die Lage versetzt, sein Publikum zu manipulieren und deren kritische Widerstände zu brechen. Er hypnotisiert die Anwesenden zu einer „trunkenen Auflösung“ ihrer Skepsis. Besonders Mario, ein junger Kellner, wird von Cipolla als Opfer auserkoren, das er zutiefst demütigen und ausbeuten kann, ohne Rücksicht auf dessen Menschlichkeit zu nehmen. Die politische und moralische Dimension dieser Erzählung, die bei ihrem Erscheinen 1930 stark wirkte, zeigt sich in Julius Babs Rezension, die besagt, dass ein Kunstverständnis Mussolinis dazu führen müsste, diese Novelle in Italien zu verbieten.
Geplant als Novelle, als heiteres Gegenstück zum 'Tod in Venedig', entstand mit dem 'Zauberberg' einer der großen Romane der klassischen Moderne. Ein kurzer Besuch in einem Davoser Sanatorium wird für den Protagonisten Hans Castorp zu einem siebenjährigen Aufenthalt, der Kurort wird zur Bühne für die europäische Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg. Im Juli 1913 begonnen, während des Krieges durch essayistische Arbeiten, vor allem durch die 'Betrachtungen eines Unpolitischen', unterbrochen, konnte der Roman 1924 abgeschlossen und veröffentlicht werden.Der Band 5 der 'Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe' folgt dem Erstdruck.