Nach Jahren im New Yorker Exil kehrt Urania Cabral nach Santo Domingo zurück, wo sie ihren Vater, einst Senatspräsident und Diktatorengefährte, stumm und im Rollstuhl vorfindet. Ihre Erinnerungen an die Zeit der Willkür und ein schreckliches Ereignis kommen zurück. Wir reisen ins Jahr 1961, als die dominikanische Hauptstadt noch Ciudad Trujillo heißt. Dort herrscht ein Mann mit absoluter Macht über drei Millionen Menschen, der Gewalt und Charme einsetzt, um seine Herrschaft zu sichern. Uranias Vater ist nur eine Schachfigur in diesem perfiden Spiel. Der „Große Wohltäter“, der das Land fast vollständig in seinen Besitz gebracht hat, glaubt, Militär, Kirche und die amerikanische Botschaft kontrollieren zu können, während seine Attentäter bereits unterwegs sind, ohne zu wissen, dass ein machiavellistischer Machtwechsel im Gange ist. Im Zentrum des Romans steht die reale Figur des General Leónidas Trujillo, auch „Der Ziegenbock“ genannt. Der Autor dringt unter die historische Oberfläche und macht uns zu Zeitgenossen und Mitwissern. Die Verschwörer, die den Diktator beseitigen wollen, sowie die intelligenten Politiker und die Opfer erhalten durch den Erzähler eine eindringliche Stimme. Der dramatische Knoten wird so geschickt geschürt, dass diese Psychographie der Macht und ihrer Verheerungen wie ein Thriller zu lesen ist.
Danuta Rycerz Bücher


„Ein kurzer biographischer Abriß: Als Zehnjähriger lernt er seinen leiblichen Vater kennen; achtzehnjährig heiratet er seine fast doppelt so alte Tante und nutzt die erste Gelegenheit, seiner Heimat zu entkommen. In Paris beginnt er ein Leben als freier Schriftsteller. Als einer der führenden Intellektuellen Lateinamerikas tritt er mit fünfzig Jahren in die aktive politische Arena seines Landes ein. Geradlinig, offen und sehr direkt erzählt der peruanische Romancier Mario Vargas Llosa aus seinem ereignisreichen Leben, von Kindheit und Jugend und seinen Erfahrungen als Präsidentschaftskandidat in Peru. “