Japan während des Zweiten Weltkriegs. Eine Gruppe heranwachsender Jungen soll aus einer Erziehungsanstalt wegen drohender Bombenangriffe evakuiert werden. Man bringt sie in ein entlegenes Bergdorf. Aus Angst vor einer Seuche fliehen die Dorfbewohner aber und versperren den Jungen den einzigen Fluchtweg über eine Schlucht. Nach anfänglicher Beklemmung beginnt die Gruppe - ähnlich wie in Goldings Herr der Fliegen - ihr Überleben zu organisieren. Sie brechen in die verlassenen Häuser ein, versorgen sich mit Lebensmitteln und ergreifen vom Dorf Besitz. Doch dieser anarchisch-paradiesische Zustand einer solidarischen Kindergemeinschaft findet ein jähes Ende, als die Dorfbewohner zurückkehren. Sie etablieren erneut ihr Erwachsenenregime. Dieser Roman von Kindern »in einer Zeit des Tötens« ist ein hochpoetisches und zeitloses Buch. Ein Roman, der »über die Grenzen von Sprache und Kultur hinweg kommuniziert, eine Poesie reich an neuen Beobachtungen und prägnanten Bildern«, wie es in der Nobelpreislaudation von 1994 heißt. »Ich wollte von der Angst der Kinder schreiben, ihrer Angst vor der Natur und ihrer Angst vor dem Krieg.« Kenzaburo Oe
Noriko de Vroomen Bücher


Räume des Lichts
Roman
Das vergessene Meisterwerk einer großen japanischen Autorin Yuko Tsushima, das in ihrer Heimat zahlreiche Preise gewann und in zwölf Sprachen übersetzt wurde, wird mit ›Räume des Lichts‹ nun auch hierzulande wiederentdeckt. Der 1979 erstmals erschienene Roman thematisiert Liebe, Mutterschaft und den Kampf um die Kontrolle über das eigene Leben. Die Protagonistin findet nur eine Wohnung: die letzte Etage eines Bürogebäudes mit lichtdurchfluteten Räumen. Nachdem ihr Mann sein Leben allein weiterführen möchte und sie mit ihrer zweijährigen Tochter nicht zu ihrer Mutter zurückkehren kann, zieht sie dort ein. Während sie ein Matratzenlager einrichtet, wirft das Mädchen Spielzeuge aus dem Fenster. Sie kämpft darum, ein Netz vor den Fenstern zu verhindern, während ihre Tochter Albträume hat. In Momenten der Verzweiflung wünscht sie sich, ebenfalls Halt zu finden. Ihr Chef lässt keine weiteren Krankheitstage zu, ihr Noch-Ehemann will von einer Scheidung nichts wissen, und ihre Wut treibt sie in eine Bar, während ihre Tochter schläft. Doch es gibt auch Lichtblicke: die Dachterrasse, die nach einem Wasserschaden zum Pool wird, ein Volksfest mit Feuerwerk und Zuckerwatte, und der tiefe Wunsch, ihr Leben Stück für Stück neu zusammenzusetzen.