Karl Jaspers Bücher
Karl Jaspers, ursprünglich Mediziner und Psychiater, wandte sich der Philosophie zu, um sich mit den tiefgreifenden Fragen der menschlichen Existenz und Psychopathologie auseinanderzusetzen. Seine frühe Arbeit revolutionierte die psychiatrische Diagnostik, indem sie die biografische Methode betonte und Symptome im Lebenskontext des Patienten analysierte, anstatt sich nur auf deren Inhalt zu konzentrieren. Dieser Ansatz prägte die moderne psychiatrische Praxis maßgeblich. Später erweiterte seine philosophische Forschung diese Themen, untersuchte existentielle Anliegen und etablierte ihn als bedeutenden Denker im europäischen intellektuellen Diskurs.







Allgemeine Psychopathologie
- 748 Seiten
- 27 Lesestunden
In dieser Einführung wird der offene Raum der psychopathologischen Erkenntnis untersucht. Es werden keine festen Grundlagen gelegt, sondern die Erfahrungen und deren Sinn erörtert. Die Abgrenzung zwischen Psychiatrie als praktischem Beruf und Psychopathologie als Wissenschaft wird thematisiert, wobei der Fokus auf allgemeinen Begriffen und Regeln liegt.
Textauswahl u. Zusammst. v. Saner, Hans 415 S. Neu: 9597 603 N.-A.
Kann es in einer Massengesellschaft wie der unseren noch Freiheit und Individualität geben? Droht in Zeiten der Übertechnisierung der Verlust von Gemeinschaft und schlussendlich gar die Selbstvernichtung der Menschheit? Diesen auch heute relevanten Grundfragen menschlichen Seins widmet sich Karl Jaspers in den beiden hier vorliegenden Texten. Freiheit, so Jaspers, lässt sich nur im Miteinander verwirklichen, die Aufgabe der Philosophie ist es, die Freiheit zu denken. So ist es der Mensch mit seinem Selbst- und Weltverhältnis, der bei Jaspers im Mittelpunkt steht.
Diese sechs Vorlesungen, die Karl Jaspers 1947 in Basel hielt, bilden eine wichtige Ergänzung zu seinen großen Werken. In ungemein klarer Konzeption umreißen sie das Verhältnis der Philosophie zum metaphysischen Glauben und seinen Entartungen wie Dämonenglaube und Nihilismus. Gleichzeitig vermitteln sie in sehr konzentrierter Darstellung die Ausgangspunkte und den Grundgehalt des Jaspers’schen Denkens.
Von der Weite des Denkens
Eine Auswahl aus seinem Werk
Karl Jaspers vertrat ein Denken, das die Wirklichkeit verstehen lehrt und das aus diesem Verstehen die Menschen verändert. Daher ist seine Philosophie auch heute noch so modern. In diesem Band sind Auszüge aus seinem Werk versammelt, die als Denkanstöße dienen sollen. Die Auswahl vermittelt einen Überblick über das Jasperssche Denken, das ausgeht von den existenziellen Erfahrungen des Menschseins und den Denkprozess als unendliche Aufgabe sieht.
Die Psychologie der Weltanschauungen gilt als eines der reichsten, aber auch rätselhaftesten Werke von Karl Jaspers. In der Retrospektive betrachtete er das Buch als seine »erste philosophische Äußerung« und »früheste Schrift der später sogenannten modernen Existenzphilosophie«. Durch ihren publizistischen Erfolg wurde sie unerwartet Grundlage seiner Berufung zum Professor der Philosophie und markiert sowohl inhaltlich als auch biografisch den Wendepunkt von der Psychologie zur Philosophie. Mit der Weltanschauungsfrage greift Jaspers 1919 ein breit diskutiertes Symptom einer in ihren geistigen Grundfesten erschütterten und zutiefst verunsicherten Welt auf. Die Relativierung bis dahin unhinterfragter Lebens- und Deutungsschemata lässt die Weltanschauung erstmals zur Aufgabe jedes Einzelnen werden, eine Aufgabe, der sich das Buch dezidiert nicht als Ratgeber, sondern als Reflexionsinstrument stellt. Unter dem Gesichtspunkt einer Typologie weltanschaulicher Gestalten unternimmt Jaspers in seinem Werk den Versuch, die Weltanschauungen als »letzte Positionen« der Seele zu analysieren und die geistigen Kräfte zu benennen, die sich in ihren Deutungsmustern zum Ausdruck bringen. Das Buch breitet ein Panorama von Sinngebilden und paradoxalen Strukturen menschlichen Seins vor dem Leser aus, in dem die ganze historische Bandbreite und Tiefe philosophischer Psychologie sichtbar wird.


