Die Begegnung mit Gott ist ein riskantes Unterfangen, bei dem das Leben auf dem Spiel steht. Viele moderne religiöse Erfahrungen blenden diese lebensbedrohliche Dimension aus und versuchen, den dunklen Gott aus dem Bewusstsein zu verbannen, stoßen dabei jedoch an Grenzen. Die Bibel beschreibt im Kampf Jakobs mit Gott am Fluss Jabbok diese Begegnung mit dem dunklen Gott und zeigt, dass ohne die Erfahrung des Dunklen auch die des Lichten nicht möglich ist. Im ersten Teil wird Genesis 32 und Hosea 12 ausgelegt, wobei Hermann Spieckermann moderne Forschung berücksichtigt und auf Verständlichkeit achtet. Er beleuchtet die Botschaft dieser beiden Zeugnisse für die heutigen Gläubigen und betont, dass die Spannung zwischen Erfassung und Geheimnis bestehen bleiben muss. Der zweite Teil widmet sich fünf ausgewählten künstlerischen Realisationen von Jakobs Kampf, darunter Werke von Marc Chagall und Rembrandt van Rijn. Diese Bilder unterstützen die Textinterpretation und helfen, Jakobs Begegnung mit Gott am Jabbok zu verstehen. Fragen wie die nach der Beziehung zwischen dem kämpfenden Gott der Nacht und dem freundlichen Gott des Tages sowie die Bedeutung von Jakobs Forderung nach Segen werden thematisiert. Ziel ist es, die eigenen Gotteskämpfe in Jakobs Erfahrungen zu spiegeln. Hermann Spieckermann, Jahrgang 1950, ist Professor für Altes Testament an der Universität Göttingen.
Susanne Dähn Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
