Anton Hügli Bücher






Karl Jaspers gehört zu den Ausnahmeerscheinungen in der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Arzt, Philosoph und politischer Schriftsteller in Personalunion, beruht seine Sonderstellung nicht zuletzt auf der rückhaltlosen Suche nach Wahrheiten, die uns verbinden: In einem Zeitalter der Extreme hat Jaspers exemplarisch zur Geltung gebracht, was Kant den „Weltbegriff“ der Philosophie nannte - "Philosophie im Weltbegriff ist die, die 'alle Menschen angeht'." Die Beiträge des vorliegenden Bandes, der Texte und Kontexte zu Jaspers versammelt, sind Reiner Wiehl zum 80. Geburtstag gewidmet.
Philosophie und Pädagogik
- 221 Seiten
- 8 Lesestunden
Das genuin philosophische Thema der Vernunft wird von Anton Hügli aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Seine Essays ergründen, was es bedeutet, ein vernünftiges Wesen zu sein, und thematisieren die Zweifel, die wir an diesem Anspruch hegen können. Die Hinwendung zur Vernunft erfordert eine Entscheidung: Übernehmen wir die Verantwortung für unsere Wahrheiten oder lassen wir uns vom Überreden leiten? Um vernünftig zu sein, müssen wir uns mit Gründen und Gegengründen auseinandersetzen. Dieses „Spiel“ setzt voraus, dass Überzeugungen durch Regeln verbunden sind, sodass die Überzeugung von der Wahrheit eines Sachverhalts uns zwingt, auch andere Dinge als wahr zu akzeptieren. Doch was verleiht diesen Regeln ihre normative Kraft? Unser Denken geht über das bloße Begründen und Schließen hinaus; es nährt sich auch von Bildern und Metaphern. Wären keine Eingänge und Ausgänge aus dem Universum der Überzeugungen vorhanden, würden wir endlos in uns selbst kreisen. Gibt es Orte in der Welt, an denen wir unsere Überzeugungen verankern können? Um vernünftig zu kommunizieren, orientieren wir uns an der Überzeugungskraft von Argumenten. Voraussetzung dafür ist der Glaube an die Überzeugungsfähigkeit des Menschen, auch gegenüber jenen, die scheinbar keine Vernunft zeigen. Dieser Glaube ist essenziell in der Moral, der Erziehung und jeder philosophischen Mitteilung. Doch wie vermeiden wir den selbstgefälligen Anspruch, immer auf der Seite d
Karl Jaspers und Jean-Paul Sartre im Dialog
Ihre Sicht auf Existenz, Freiheit und Verantwortung
- 238 Seiten
- 9 Lesestunden
Sartre und Jaspers, in welcher Beziehung stehen sie zueinander, was eint sie, was trennt sie? Um Fragen wie diese geht es in diesem Band. Jaspers- und Sartre-Forscher zeigen auf, wo in Bezug auf zentrale Begriffe wie Existenz, Situation, Freiheit und Verantwortung das Verbindende, aber auch das Trennende liegt in der Sicht dieser beiden wohl namhaftesten Vertreter der so genannten Existenzphilosophie des 20. Jahrhunderts. Thematisiert wird auch der Begriff des Verstehens selbst – zunächst anhand des Selbstverständnisses von Sartre und Jaspers, nicht zuletzt aber auch in Bezug auf den zwischen den Autoren geführten Dialog selbst. Wie weit, so immer wieder die grundsätzliche Frage, ist gegenseitiges Verstehen in der Philosophie überhaupt möglich und wo stößt auch der offenste Dialog an seine Grenzen?
DIESES LEXIKON informiert über mehr als 1500 Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie – von der Antike bis zur Gegenwart. Als Handbuch und Nachschlagewerk richtet es sich vor allem an den philo-sophisch interessierten Leser, der wissen will: Wieweit sind die in der Geschichte der Philosophie entwickelten Begriffe, Theorien und Probleme auch in der heutigen Diskussion noch gegenwärtig und lebendig, und in welcher Gestalt treten sie auf?
Die Universität der Zukunft
- 200 Seiten
- 7 Lesestunden
Am Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Jahrtausends sieht sich die Universität im deutschsprachigen Raum als gesellschaftliche Institution einer dichten Folge von Entwicklungen ausgesetzt, die das herkömmliche Selbstverständnis der Hochschulen und ihrer Mitglieder massiv in Frage stellen. Die Rede von „Universität der Zukunft“ meint eine Institution, die sich klar von der Universität der Gegenwart unterscheidet und schon gar nicht der Universität der Vergangenheit entsprechen wird. Die Beiträge der 13 Autoren skizzieren die Entwicklung der Universität in Geschichte und Gegenwart und formulieren die Herausforderung an die neue Universität, aufbauend auf Analysen der Idee und des Selbstverständnisses der Universität sowie ihrer Stellung in Staat und Gesellschaft.
Der Band behandelt die Begriffe Einsamkeit, Kommunikation und Öffentlichkeit, die zentrale Themen des gegenwärtigen Philosophierens sind und sowohl die hermeneutische als auch die linguistische Ausrichtung der Philosophie prägen. Während Einsamkeit einst ein Schlüsselbegriff der existenzphilosophischen Tradition war, ist er heute eher in den Hintergrund gerückt. Der Band zielt darauf ab, an diese Tradition zu erinnern und sie kritisch zu würdigen. Dabei werden sowohl Affinitäten als auch wichtige Unterschiede zu aktuellen Trends in der philosophischen Hermeneutik und Diskurstheorie aufgezeigt. Wichtige Punkte sind Martin Heideggers existenzialer Solipsismus und die Kritik der Öffentlichkeit in „Sein und Zeit“, sowie der interne Bezug von Einsamkeit und Kommunikation in Karl Jaspers' Philosophie. Auch die Erweiterung der existenziellen Kommunikation zur Öffentlichkeit in seinen politischen Schriften und das ambivalente Verhältnis von vita activa und vita contemplativa bei Hannah Arendt werden thematisiert. Der Band hat eine internationale Ausrichtung und bringt renommierte Forscherinnen und Forscher zusammen, um ein thematisches Gespräch zu führen, das über die bloße Exegese von Jaspers, Heidegger oder Arendt hinausgeht. Die ausgewählten Autoren sind sowohl Experten der existenzphilosophischen Tradition als auch Vertreter eigenständiger philosophischer Positionen.
Theorien der Krise Das Wort ‘Krise’ ist in den letzten Jahren zum Schlagwort geworden: Im Politischen spricht man von Krisen der Repräsentation, des Nationalstaates, ja der Demokratie überhaupt; im Bereich des Sozialen von Krisen des Bildungssystems oder der Familie; man konstatiert eine Krise der Umwelt oder der Kunst, und im Feld der Wirtschaft schließlich scheint ‘Krise’ mittlerweile einen Normalzustand zu benennen. Etymologisch betrachtet ist jede krísis ein Punkt, an dem die Dinge eine entscheidende Wendung nehmen – zum Guten oder zum Schlechten. Jede Krise ruft darum nach einer Entscheidung, und die – wie man nicht erst seit Reinhart Kosellecks Kritik und Krise (1954/1959) weiß – ist nicht zu haben ohne Kritik als Kunst der Unterscheidung. In diesem Band werden die Theorien der Krise selbst zum Thema. Es geht um ein Verständnis der Begriffe ‘Krise’ und ‘Kritik’ sowie um ihnen verwandte Konzepte wie Reform und Revolution, Tradition und Restauration, Dekadenz und Katastrophe. Die systematischen Überlegungen verbinden sich mit philosophischen Fallstudien zu politischen, ökonomischen, sozialen, ökologischen, wissenschaftlichen oder ästhetischen Krisen. Ziel der Autorinnen und Autoren ist es, auf der Folie gegenwärtiger Phänomene und Entwicklungen das Verhältnis von Krise und Kritik neu zu bestimmen.