Javier Marías Bücher
Javier Marías war ein spanischer Romanautor, Übersetzer und Kolumnist, dessen Werke in 42 Sprachen übersetzt wurden. Sein Schreiben zeichnete sich durch tiefgreifende Erkundungen von Erinnerung, Zeit und der Natur des gesprochenen und geschriebenen Wortes aus. Marías befasste sich oft mit Themen wie Verlust, Vergessen und der komplexen Natur menschlicher Beziehungen und verwebte philosophische Reflexionen mit fesselnden Erzählungen. Sein einzigartiger und wiedererkennbarer Stil, der durch lange, verschlungene Sätze und sorgfältige Wortwahl gekennzeichnet war, zog die Leser in die komplexen Innenwelten seiner Charaktere.







Das Leben der Gespenster
- 91 Seiten
- 4 Lesestunden
Javier Marías, ein faszinierter Autor von Gespenstern, teilt in seinen Essays persönliche Erfahrungen als Leser, Anekdoten aus Antiquariaten und Einblicke in die Literatur. Er reflektiert über seine Kollegen und die Eitelkeiten des Schriftstellerlebens, nennt Gründe gegen das Romanschreiben und einen, der dafür spricht.
Liebe, Leidenschaft und ein rätselhafter Todesfall – der große spanische Erzähler und Bestseller-Autor JAVIER MARÍAS in Höchstform Welches Geheimnis verbirgt sich hinter der unglücklichen Ehe von Eduardo und Beatriz? Auch Juan, Freund und engster Vertrauter, kennt die Wahrheit nicht. Als er Beatriz‘ Geliebter wird, überstürzen sich erschütternde Ereignisse. Jahre später erkennt Juan: Wenn wir uns der Vergangenheit nicht stellen, wird alles Leben aus der Lüge kommen. Javier Marías ist ein erbarmungsloser Kenner der menschlichen Herzen, ihrer dunklen Seiten und verborgenen Winkel. Ein überwältigendes Meisterwerk.
Tomás Nevinson
Roman
Der hoch gelobte Roman »Berta Isla« (2019) von Javier Marías wird nun durch den abschließenden zweiten Teil der Geschichte ergänzt: »Tomás Nevinson«. Eigentlich hat Tomás Nevinson mit dem Geheimdienst abgeschlossen. Doch sein ehemaliger Chef verführt ihn mit einem neuen Auftrag: Nevinson soll in einer spanischen Kleinstadt eine Terroristin, die sich an früheren Anschlägen der ETA und der IRA beteiligt hat, aufspüren und beseitigen. Als er mit einer Frau, die als Zielperson in Frage kommt, eine Beziehung eingeht, gerät er in Gewissenskonflikte. Lassen sich Schuld und Unschuld zweifelsfrei erkennen? Und darf man einen Menschen töten, um ein größeres Verbrechen zu verhindern? »Tomás Nevinson« ist eine meisterhafte Mischung von Spionageroman, erotischem Abenteuer und moralischer Reflexion. »Vermutlich der beste Roman, den Javier Marías bisher geschrieben hat.« El País
Geschriebenes Leben
- 315 Seiten
- 12 Lesestunden
Mit spitzer Feder geschriebene Einzelporträts von 26 Autoren der Weltliteratur: kleine, unterhaltsame und pointierte Skizzen, die den indiskreten Blick hinter die Kulissen der Kunst erlauben. Ist es wichtig zu wissen, daß Faulkner seine Briefe und Päckchen aus Abneigung vor Postsendungen meist nicht öffnete? Oder daß sich Conrad tagelang in seinem Badezimmer einzuschließen pflegte? Ja, denn diese kleinen Eigenheiten machen die Biographien bedeutender Autoren faßbarer. In ›Geschriebenes Leben‹ präsentiert Javier Marías 26 ironische Lebensbeschreibungen von Schriftstellern, die, fortlaufend gelesen, eine ziemlich gespenstische Geschichte ergeben. Indem Marías Alltag mit Künstlerischem vermischt, zeigt er gewissermaßen das Gegengedächtnis zur Literatur: eine fragmentarische Literaturgeschichte. Faulkner zu Pferde, Joyce in seinen Posen, Stevenson unter Verbrechern, Conan Doyle und die Frauen, Thomas Mann und seine Gebrechen, Turgenjew und seine Trauer, Lampedusa, Rilke, Nabokov, Madame de Deffand, Rimbaud, Emily Brontë, der große Laurence Sterne … Sie alle nehmen wieder Gestalt an in diesen ungewöhnlichen Halbporträts, die sich wie Geschichten lesen, sind sie doch mit jener Leidenschaft und Eleganz erzählt, die Javier Marías' Prosa auszeichnen.
Alle unsere frühen Schlachten
- 138 Seiten
- 5 Lesestunden
Faszinosum Fußball: Vieles, so Marías, wechselt man heutzutage, den Beruf, die Frau oder den Mann, die Automarke - aber nicht den Fußballverein. Javier Marías begeistert sich für Fußball, und Real Madrid ist sein Verein. Seit vielen Jahren schreibt der renommierte Schriftsteller für verschiedene Zeitungen Glossen und Essays zum Geschehen rund um den Ball. Nicht nur über die kickende Gesellschaft läßt er sich darin aus, vielmehr handeln sie von allem, was die menschliche Seele berührt: von Liebe und Leidenschaft, von Edelmut und Gerechtigkeit, von Neid, Mißgunst und euphorischer Siegeslaune. Der Marías-Leser erfährt hier womöglich mehr über die Leidenschaften des Autors als in jedem seiner Romane. 'Selbst wenn man kein tieferes Interesse für Fußball hegt, hat dieses Buch schon fast Offenbarungscharakter. Auch Nichtfußballfreunde verstehen plötzlich, warum das Geschehen auf dem Spielfeld und davor und danach und drum herum solche Gefühle freisetzt.' (Katharina Döbler in der ›Zeit‹) Für die erweiterte Taschenbuchausgabe wurden vier der Texte erstmals ins Deut-sche übersetzt, einer davon erscheint damit überhaupt zum ersten Mal in Buch-form. Illustriert ist der Band mit Fußballsammelbildchen aus dem Privatbesitz des Autors.
Keine Liebe mehr
Akzeptierte und akzeptable Erzählungen
Ein von einer afrikanischen Lanze durchbohrtes Paar, eine Pornoschauspielerin, ein Butler, der in einem New Yorker Aufzug stecken bleibt - mysteriöse Ärzte, wollüstige Ehefrauen, Bodyguards und Gespenster, das sind die Helden in Javier Marías' Erzählungen, die einem abwechselnd den Atem nehmen, einen in schallendes Lachen ausbrechen oder über die ein oder andere Lebensweisheit nachdenken lassen. Javier Marías ist ein Zauberer, »ein bestrickender, manchmal auch dämonischer Verführer« (Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung). »Keine Liebe mehr« vereint endlich Marías‘ gesammelte Erzählungen: der große Erzähler at its best.
Berta Isla
Roman
Berta und Tomás kennen sich seit ihrer Jugend in Madrid und haben sich früh für ein gemeinsames Leben entschieden. Doch während seines Studiums in Oxford begeht Tomás einen dummen Fehler, der ihn und Berta in eine verhängnisvolle Lage bringt. Um der Haftstrafe zu entgehen, beginnt er heimlich für den britischen Geheimdienst zu arbeiten. In Madrid ahnt Berta, dass Tomás ein Doppelleben führt. Und als er während des Falklandkrieges spurlos verschwindet, muss sie sich endgültig fragen, wer ihr Mann war. Eine Geschichte über die Leidenschaft des Wartens, über den Wandel der Liebe und die dunkle Macht der Geheimnisse.
Eine junge Frau erhebt sich vom Tisch, geht ins Bad, knöpft ihre Bluse auf und erschießt sich. Diese dunkle Szene, von der der Ich-Erzähler nur gehört hat, läßt ihm keine Ruhe mehr. Die junge Frau war seine Tante, die Schwester seiner Mutter, die Frau, die sein Vater vor seiner Mutter geheiratet hatte. Vierzig Jahre später ist der Erzähler selbst verheiratet. Dunkle Vorahnungen und nebensächliche Ereignisse beunruhigen ihn. Der Ich-Erzähler ist Dolmetscher und leidet an einer »déformation professionelle«, die ihn dazu zwingt, jedes Detail zu registrieren und zu interpretieren: die kleinen, scheinbar unbedeutenden Dinge im Leben zu zweit und auch jene Details, die ihm nach und nach mehr über die Ereignisse vor seiner Geburt verraten, als ihm lieb ist.
Dein Gesicht morgen 1
- 488 Seiten
- 18 Lesestunden
»Man sollte niemals etwas erzählen ...«, beginnt Jaime (oder Jacobo oder Jacques Deza), der Erzähler, seine Geschichte. Aber er wird genau das Gegenteil tun: Er wird alles erzählen. Er wird vom britischen Geheimdienst erzählen und von dessen Sondereinheit MI6. Jaime Deza, der vor vielen Jahren in Oxford unterrichtet hat, kehrt nach England zurück. Dort entdeckt er, daß sein ehemaliger Mentor, Sir Peter Wheeler, Mitglied dieses Geheimdienstes ist und daß er ebenfalls über eine bestimmte Gabe verfügt - oder ist es ein Fluch: Er kann sehen, wie ein Mensch sich später verhalten wird, er kann erkennen, wie das Gesicht morgen sein wird, er weiß, wer ein Verräter sein wird und wer loyal. Formal raffiniert und faszinierend verfolgt Marías hier mehr denn je einige seiner bereits klassischen Themen: das unergründliche Wesen der Menschen, Segen und Fluch von Reden und Schweigen, und was wir alle vom ersten Augenblick an in anderen erkennen können - was aber nur wenige wahrhaben wollen.



