Die Weltwirkung der Reformation
Wie der Protestantismus unsere Welt verändert hat
- 213 Seiten
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Wie der Protestantismus unsere Welt verändert hat
Beck-Texte im dtv, Band 5003 Mit ausführlichem Sachverzeichnis und einer Einführung von Prof. Dr. Dr. Udo Fabio 51. Auflage 2020 „Am 1. September 1948 versammelten sich im Bonner Museum König die Mitglieder des Parlamentarischen Rates, um eine demokratische Verfassung zu erarbeiten. In etwa neun Monaten entwarfen sie ein Grundgesetz, das als eine Übergangsfassung das staatliche Leben in den drei westlichen Besatzungszonen vorläufig ordnen sollte. Wider Erwarten war dieser Verfassung, die sich im Ost-West-Konflikt als die überlegene erwiesen hat, Dauer beschieden. Sie überdauerte das Ende der deutschen Teilung und wurde schließlich zur gesamtdeutschen Verfassung. Auch diejenigen, die die wiedergewonnene Einheit Deutschlands gern zum Anlass für einen gemeinsamen Verfassungsdiskurs genommen hätten, teilen den Stolz auf das Grundgesetz.“ (Prof. Dr. Jutta Limbach) Grundgesetz, Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Konvention, Protokolle, Verfahrensordnung Europäischer Gerichtshof) Bundesverfassungsgerichtsgesetz, Parteiengesetz, Petitionsausschussgesetz, Untersuchungsausschussgesetz, Vertrag über die Europäische Union (EU-Vertrag) idF des Vertrags von Lissabon, Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) und Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Zur Neuauflage: Die Neuauflage bringt alle im Textband enthaltenen Vorschriften auf den Stand vom 1. März 2020 und berücksichtigt u. a. Änderungen im Grundgesetz zur Regelung der Grundsteuer (ÄndG (Art. 72, 105, 125b) vom 15.11.2019).
Darstellung in transnationaler Perspektive
Zum WerkEine moderne Darstellung des deutschen Verfassungsrechts ist nicht mehr denkbar, ohne auf die Wechselwirkungen der nationalen Verfassung mit unions-, europa- und völkerrechtlichen Strukturen einzugehen. Es werden die Schnittstellen und Rangfragen der verschiedenen rechtlichen Ebenen sowie deren gegenseitige Rezeptionen unter Berücksichtigung der historischen und institutionellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede erläutert. Von großem Interesse sind dabei auch die Beziehungen der nationalen Verfassungsorgane zu den Organen der EU, des Europarats, der NATO, der Vereinten Nationen etc.Dabei treten die Autorinnen und Autoren aus der gewohnten nationalen Binnenperspektive heraus und beschreiben das deutsche Verfassungsrecht unter Berücksichtigung der Wertungen ausländischer Rechtsordnungen.Das Werk gliedert sich in folgende Abschnitte:Grundlagen (Begriff der Verfassung, Verfassung und Verfassungsgerichtsbarkeit im internationalen Mehrebenensystem, Verfassungsrecht als Ausgleichsordnung, Verfassungsentwicklung und -rechtswissenschaft)Verfassungsprinzipien (Demokratie, Rechtsstaat, Sozialstaat, Bundesstaat)Staatsorganisation (Staatsangehörigkeit, Regierungssystem, Gesetzgebung, Rechtsprechung, Verwaltung, Verfassungsgerichtsbarkeit)Grundrechte (Allgemeine Grundrechtslehren, Menschenwürde, persönliche Freiheit, Gleichheit, Kommunikation, Religion, Gewissen, Ehe und Familie, Wirtschaft und Arbeit)Teilordnungen der Verfassung (Parteien-, Wahl- und Parlamentsverfassung, Finanzverfassung, Medienverfassung, Umweltverfassung, Außen- und Wehrverfassung, Sicherheitsverfassung)Vorteile auf einen Blick das Buch vermittelt eine neue Perspektive auf das deutsche Verfassungsrecht jeder einzelne Beitrag verbindet die Darstellung der grundgesetzlichen Regelungen mit den Konsequenzen, die sich aus der Einbindung der Bundesrepublik in internationale Organisationen ergeben die Entstehung des Werks wurde von einer Gruppe hochrangiger ausländischer Juristen wissenschaftlich begleitet ZielgruppeFür Richter, Verwaltungsbeamte, Rechtsanwälte, Hochschullehrer, Rechtsreferendare und Studierende.
Mit Kommentaren von Karl-Heinz Ladeur und Christoph Möllers
Recht und politische Herrschaft sind funktional ausdifferenzierte eigenlogische Systeme der neuzeitlichen Gesellschaft. In der Institution des Staates werden beide gekoppelt. Die rational entworfene Matrix fur Recht und Gesellschaft ist hier als Ordnungsmodell gleichsam konstituiert. Die neuere uberstaatliche Herrschaftsbildung lockert die strukturelle Kopplung und starkt die Selbstbezuglichkeit des Rechts, fuhrt aber nicht zur Verabschiedung souveraner Staatlichkeit. Das Recht kann sich, wenn es seine Autoritat wahren will, nur begrenzt entstaatlichen. Es bindet sich an den freiheitlichen Verfassungsstaat, der den uberspannenden menschenrechtlichen Achtungsanspruch erfullt und die Unversehrtheit und Friedlichkeit seines Ordnungsraums nach innen und nach aussen wahrt. Die Staatsrechtslehre sollte wieder deutlicher diese Perspektive einnehmen und die Bedingungen des funktional ausdifferenzierten Rechts in ihrem grundlegenden Sinngehalt rekonstruieren, um sie auf neue politische Referenzen in einer multipolaren und digitalen Weltordnung einzustellen. Der Beitrag Udo Di Fabios wird kommentiert, erganzt und mit konzeptionellen Weiterfuhrungen von Karl-Heinz Ladeur und Christoph Mollers kritisiert.
Lehrstunde der Demokratie
Grenzen der richterlichen Rechtsfortbildung und Drittwirkung von Grundrechten in Zivilrechtsverhältnissen
Die Besteuerung von Vermogen und die einmalige Abgabe von Vermogen ist Bestandteil ideologisch genahrter Diskussionen im politischen und vorpolitischen Raum. Mit dieser Studie wird - am Massstab verfassungsrechtlicher Grundsatze und verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung - versucht, die rechtlichen Perspektiven des potentiellen Steuergegenstands "Vermogen" und entsprechend zwingende Leitplanken darzustellen. Hierfur wird sowohl die historische Entwicklung der Vermogensteuer in der Bundesrepublik als auch die rechtliche und ethische Diskurse verbindende Frage nach der "Steuergerechtigkeit" aufgeworfen. Die Arbeit verbindet (vermeintliche) Gerechtigkeitsfragen mit einem normativen Leitfaden, den uns das Grundgesetz gibt.
Was lehrt uns die Reformation im 21. Jahrhundert?
Was lehrt uns die Reformation im 21. Jahrhundert? Dieser Frage ging der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio im Rahmen der Andreasstift-Gespräche der Wormser Ethik-Initiative bei seinem Vortrag über die reformatorischen Begriffe Freiheit, Gewissen und Verantwortung in der Wormser Andreaskirche nach. Von Luthers Perspektive auf die Freiheit des Menschen, die dieser aus seiner Beschäftigung mit der Heiligen Schrift gewonnen hatte, spannte Di Fabio den Bogen über Freiheit und Verantwortung in der heutigen westlichen Welt und deren Bedrohung durch Autokratien bis hin zu den Problemen, die sich für die Freiheit mit der weitreichenden Anonymisierung in den Zeiten des Internets und den verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz stellen. 12. Andreasstift-Gespräche Die Andreasstift-Gespräche gibt es seit 2007. Sie werden von der Wormser Ethik-Initiative organisiert und sind sie nach ihrem Veranstaltungsort, dem Museum Andreasstift in der Nibelungenstadt Worms, benannt.
Von Max Weber stammt die große These, dass der protestantische Geist eine der großen Antriebskräfte des modernen Kapitalismus sei. Religiöse Grundlagen der innerweltlichen Askese, Luthers Berufsbegriff, Calvinismus und englischer Puritanismus haben nach Weber direkt die Entwicklung des neuzeitlichen Wirtschaftsstils beeinflusst. Die These ist nicht unbestritten geblieben und bis heute ein markanter Ausgangspunkt für Diskussionen. Was lässt sich heute, im 21. Jahrhundert, über den Geist des Kapitalismus sagen? Hat Ethik auf die globalen Finanzmärkte und das Produktionssystem überhaupt noch Einfluss? Wie wirkt der Geist der Reformation auf das herausgeforderte ordnungspolitische Modell der sozialen Marktwirtschaft? Passen Privatrechtsgesellschaft, Marktdynamik und christliche Nächstenliebe zusammen oder wankt der offene Markt, gerade weil es an einer religiös fundierten Ethik fehlt? Vier Autoren versuchen, aus unterschiedlicher Perspektive auf diese Fragen zu antworten.