Die Geschichte eines Mannes, der viele Rollen spielte, aber niemanden an sich heranließ Am Ende seines Lebens wird der hochgeachtete Kunstkritiker und Kurator der königlichen Kunstsammlungen Victor Maskell als Doppelspion enttarnt – ein Freund hat ihn verraten. Vereinsamt beginnt Maskell, sein Leben zu hinterfragen. Er blickt zurück auf die Jugend in Irland, das Cambridge- Studium und das exzessive gesellschaftliche Leben im London der 30er Jahre. Und er stellt Schein und Sein nebeneinander: Der Einfluß des Kommunismus auf die Intellektuellen, die Faszination der Kunst, Maskells Unfähigkeit zu tieferen Bindungen, seine Einsätze als russischer Doppelagent. Der Unberührbare ist die Geschichte eines Mannes, der viele Rollen spielte, aber niemanden an sich heranließ.
John Banville Bücher
John Banville ist ein gefeierter irischer Romanautor, der für seine intellektuelle Tiefe und stilistische Meisterschaft bekannt ist. Sein Schreiben befasst sich mit der Komplexität menschlicher Emotionen und moralischer Mehrdeutigkeit und erforscht oft die Natur von Identität und Realität. Banville setzt Sprache präzise ein, um reichhaltige, atmosphärische Prosa und scharfsinnige Charakterporträts zu schaffen, die den Leser in seine zum Nachdenken anregenden Erzählungen hineinziehen. Seine unverwechselbare literarische Stimme, die von Ironie, schwarzem Humor und einem scharfen Eingehen auf ethische Belange geprägt ist, etabliert ihn als bedeutenden zeitgenössischen Erzähler.







John Banville zeichnet das Bild des Mannes, der durch seine Entdeckungen das mittelalterliche Weltbild umstürzte. In der fiktiven Biografie des 1473 geborenen Nikolaus Kopernikus erfährt der Leser vom Leben des Theologen, Mathematikers, Mediziners und Astronomen: von seinem böswilligen Bruder, seiner selbstquälerischen Schüchternheit und der ungeheuren Angst vor den Konsequenzen, die sich aus der Entdeckung seiner Ideen ergeben könnten. Zu recht, wie sich zeigte, als Giordano Bruno die kopernikanischen Ideen zuspitzte und deswegen auf dem Scheiterhaufen endete. John Banville ist mit enormer sprachlicher Eleganz die Vergegenwärtigung dieser historischen Wirklichkeit gelungen.
Eine Ode an die Stadt Dublin. Ein sehr persönlicher Dublin-Stadtführer und zugleich eine autobiographische Reise des großen irischen Schriftstellers und Man Booker Prize-Trägers John Banville an ganz besondere Orte in der Sehnsuchtsstadt seiner Kindheit. Geboren und aufgewachsen in Wexford durfte John Banville als Kind an seinem Geburtstag die exzentrische Lieblingstante in Dublin besuchen – das für ihn so zu einem Ort der Verheißungen wurde. Nachdem er als Erwachsener dorthin gezogen war, sah Banville Dublin zwar mit realistischeren Augen, und doch blieb die Faszination, die die Stadt schon auf den Siebenjährigen ausgeübt hatte. In diesem Buch führt Banville den Leser zu bekannten und weniger bekannten Plätzen. Dabei verwebt er die Erinnerungen, die sich an bestimmte Straßen und Gebäude knüpfen, mit einer großen Kenntnis des Orts und seiner Geschichte. Das Ergebnis ist eine wunderbar eigenwillige Tour durch Dublin; eine zärtliche und imposante Ode an die Stadt und eine Fundgrube für alle Dublin-Reisenden. Ein Buch, genauso vielschichtig, reich, geistreich und überraschend wie die Romane des großen irischen Romanciers und Krimiautors.
Kepler
- 248 Seiten
- 9 Lesestunden
Johannes Kepler (1571 - 1630), bedeutender Mathematiker und Astronom, steht im Mittelpunkt des Romans von Banville, der den Leser in die farbige Renaissancewelt versetzt. Er zeigt diesen eigenwilligen Mann nicht nur als einen verdienstvollen Wissenschaftler, sondern als einen Menschen, der verwoben ist mit einer Zeit, die Europa in Kriegen und Seuchen versinken läßt. Kepler, der als verarmter Adelssohn 1571 in Weil der Stadt zur Welt kam, revolutionierte mit seiner Entdeckung unser Weltbild. Aber ein kluger Kopf wie er war immer gefährdet, konnte schnell zwischen die ideologischen Fronten geraten.
Ein atmosphärisch dichter Krimi aus dem Dublin der 50er-Jahre Der sagenhaft reiche Zeitungsverleger Richard Jewell wird tot mit einer Schrotflinte in seinen blutigen Händen am Schreibtisch aufgefunden. Hat er sich selbst erschossen, oder war es Mord? Und was haben das Waisenhaus, in dem er oft verkehrte, und die mysteriösen Gönner damit zu tun? Inspector Hackett und Quirke ermitteln. Es sieht nach Selbstmord aus, doch Inspector Hackett und Gerichtsmediziner Quirke halten es für unmöglich, dass sich jemand mit einer Schrotflinte erschießt und das Gewehr danach noch in Händen hält. Warum reagiert die attraktive, aber mysteriöse französische Gattin des Verlegers so ungerührt, und was ist mit der krisenanfälligen Schwester los? Die Ermittlungen führen ins Waisenhaus St. Christopher’s, in dem Quirke als Kind lebte. War Jewell dort wirklich Mäzen oder verfolgte er ganz andere Interessen als soziales Engagement? »Ein fesselnder Plot, leidenschaftliche Charaktere und eine großartige Kulisse« The Times
Freddy Montgomery ist ein attraktiver Mann in den besten Jahren, der einen Lebensstil des gepflegten Müßiggangs pflegt. Doch damit ist es vorbei, als er sich eine größere Geldsumme leiht, die er nicht zurückzahlen kann. Vergeblich hofft er auf die Hilfe eines Kunsthändlers in seiner irischen Heimat. Als er schließlich versucht, eines von dessen Gemälden zu stehlen, wird er von einem Dienstmädchen überrascht, das er in einem sinnlosen Akt der Gewalt tötet - ein Mord, der eine Kette weiterer Katastrophen auslöst.
„Lügen ist mein zweite, nein, meine erste Natur.“ Axel Vander ist ein Mann, der sich schon vor Jahrzehnten eine neue Identität geschaffen hat. Der Jude aus Antwerpen, der den Nazis entkam, nahm die Identität eines toten Freundes an, floh nach England und machte später Karriere als Literaturwissenschaftler in Amerika. Doch nun erreicht ihn der Brief einer jungen Frau, die sein Geheimnis zu kennen scheint. In Turin kommt es schließlich zu einem schicksalhaften Treffen der beiden.
Athena
- 284 Seiten
- 10 Lesestunden
John Banville erzählt die faszinierende Geschichte des Kunstexperten Morrow, der von einem windigen Auftraggeber in ein Dubliner Haus bestellt wird, um dort die Echtheit von acht niederländischen Barockbildern zu prüfen. In diesem Haus trifft er A., jung, schön, geheimnisvoll, und er verfällt ihr. Verführung, Voyeurismus, Täuschung und Raub: Die mythologischen Themen der Bilder spiegeln sich in seiner Beziehung zu A. Sie ist seine Liebe, sein Alpha und Omega, seine Athena, die er verlieren wird. Doch Morrow taumelt nicht nur durch das Labyrinth dieser Liebe. Er muß sich auch um seine exzentrische alte Tante kümmern, die nicht immer die ist, die sie zu sein scheint. Echt ist aber ihr grotesker Tod, das erkennt Morrow, der im eigenen Leben nicht zwischen echt und falsch unterscheiden kann. Lüge, Fälschung, Trompel'oeil - die Wirklichkeit entzieht sich, um sich ihm im Spiegel der Kunst wieder entgegenzuneigen, bis er schließlich in eine tragikomische Falle tappt.
Der Multimilliardär William Big Bill Mulholland will seine Memoiren schreiben lassen, und sein Schwiegersohn John Glass übernimmt widerwillig den Auftrag. Nach der Beauftragung eines Detektivs, der kurz darauf ermordet wird, wird klar, dass jemand Geheimnisse bewahren möchte.
Eine Frau verschwindet
Kriminalroman aus Dublin
Die junge Ärztin April ist verschwunden, und ihre Freunde sind besorgt, da es untypisch für sie ist, sich tagelang nicht zu melden. Während Pathologe Quirke, bekannt aus früheren Kriminalromanen, nach einer Alkohol-Entziehungskur versucht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, macht sich seine Tochter Phoebe große Sorgen um ihre Freundin. April würde niemals ohne ein Lebenszeichen verreisen, und so bittet Phoebe ihren Vater, die Sache zu untersuchen. Gemeinsam mit Inspector Hackett beginnen sie die Ermittlungen. In Aprils Wohnung entdecken sie Blut, das von einer Abtreibung stammt. Phoebe war überzeugt, dass ihre Freundin, wie sie selbst, keinen Freund hatte, doch die Ermittlungen offenbaren, dass sie viele intime Details aus Aprils Leben nicht kannte. Die Geschichte entfaltet sich in einem nostalgischen Dublin der 50er-Jahre und beleuchtet die fragile Beziehung zwischen Vater und Tochter. Der Krimi wird als hervorragend konstruiert beschrieben und bleibt noch lange im Gedächtnis. Quirke wird als liebenswerter Held dargestellt, während die beunruhigende Wahrheit hinter Aprils Verschwinden nach und nach ans Licht kommt.



