Was hat es mit dem Menschsein auf sich? Diese Frage stellt Michel de Montaigne in seinen «Essais» immer wieder und unterhält sein Publikum mit Selbstgesprächen, Anekdoten und geistreichen Aperçus. Im Weinen und Lachen, Lieben und Hassen, im süßen Nichtstun, Rausch und Sterben sucht er nach Klarheit über die zentralen Aspekte des Menschenlebens. Den Krieg betrachtet er als Übel, das Streben nach Erkenntnis als unverzichtbar und innere Wahrhaftigkeit als Pflicht. Widersprüchlich und subjektiv wie das Leben selbst, bietet er in klarer Sprache Antworten, die bis heute zum Nachdenken anregen. Montaignes skeptischer, heiterer Tiefsinn und seine Gedankenschärfe haben über Jahrhunderte hinweg nichts von ihrer Faszination verloren. Diese Neuausgabe enthält die deutsche Referenzübersetzung von Herbert Lüthy, die kritisch durchgesehen und neu gesetzt wurde. Montaignes Werk ist von einem zutiefst humanen Gedanken durchdrungen: «Niemand ist davon frei, Dummheiten zu sagen. Das Unglück ist, sie gar feierlich vorzubringen.» Sein Vermächtnis ist bemerkenswert, besonders wegen des hohen Gehalts an wahrem Leben. Er denkt in unmittelbarer Frische über sich selbst nach, ohne Rücksicht auf konventionelle Formen. Mit den «Essais» schuf Montaigne eine neue, offene Form des literarischen «Versuchs», in der fundierte Bildung und präzise Beobachtungen der Alltagskuriositäten auf originelle Weise verschmelzen.
Martin Balcar Bücher



Náboženské války
- 134 Seiten
- 5 Lesestunden
Studie o francouzských náboženských válkách v letech 1559-1598.
Max Frischs Tagebuch ist eine Bestandsaufnahme. Seine Berichte aus dem Europa der Jahre 1946 bis 1949, die Protokolle seiner Begegnungen in der Nachkriegszeit haben ebenso historische wie aktuelle Bedeutung. Darüber hinaus nimmt das Tagebuch eine zentrale Stelle in der Genese des dichterischen Werkes von Max Frisch ein. Es enthält bereits erzählerische Anläufe, Skizzen, Strukturmodelle, aus denen sich später die großen Dramen und Romane entwickeln konnten.