Bookbot

Volker Braun

    7. Mai 1939

    Volker Braun ist ein politischer Dichter mit ausgeprägten ästhetischen Qualitäten, dessen literarische Bedeutung alle Genres umfasst. Sein umfangreiches Werk, obgleich vielschichtig, konzentriert sich auf die Frage der politischen Emanzipation. In der DDR kritisierte er den „realen Sozialismus“, verlor aber nie die Hoffnung auf eine Verbesserung, auch durch Literatur. Brauns Lyrik identifiziert sich häufig mit einer nicht realisierten Möglichkeit, wobei die Diskrepanz zwischen Utopie und Realität durch die Sprache selbst ausgedrückt wird, gekennzeichnet durch innere Spannung und dialektische Beziehungen.

    Trotzdestonicht, oder der Wandehals
    Machwerk oder das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer
    Langsam knirschender Morgen
    Fortwährender Versuch, mit Gewalten zu leben
    Verheerende Folgen mangelnden Anscheins innerbetrieblicher Demokratie : Schriften
    Werktage 2
    • Werktage 2

      • 998 Seiten
      • 35 Lesestunden

      Der erste Band des Arbeitsjournals des im Osten Berlins lebenden Volker Braun endet mit dem letzten Tag des Jahres 1989. In ihm war zu erleben, wie der Prosaist, Essayist, Lyriker und Theaterautor mit seinen genuinen Themen und der entsprechenden Form beharrlich seinen literarischen Weg geht. Ab 1990 ändern sich die Anforderungen an das Werk von Volker Braun radikal. Ein Autor, bei dem die radikale Gleichheit einer der Antriebskräfte seiner vielfältigen Produktivität ist, hat seine Arbeit auf ein Gesellschaftssystem zu orientieren, in dem seine Ziele verneint werden. Und schließlich muß jemand, der wie er mit seinen literarischen Mitteln dagegen ankämpft − auch und trotz der Verleihung des Georg-Büchner-Preises −, damit rechnen, daß seine Produktionsverhältnisse erodieren: das Publikum, die Bühnen, die Medien. Um so mehr Achtung verdient die neue Folge der »Werktage«: Hier ist zu verfolgen, welcher intellektuellen, ästhetischen und menschlichen Anstrengungen es bedarf, sich und dem eigenen Werk, und damit den Denkern und Lesern, treu zu bleiben. Bei aller Mühsal darf eine Geste dieses Buches aufmuntern − die pikareske Einstellung des Autors und seiner Figur: Der Schelm als die lustige Gestalt, die den Leser zum Weinen bringt?

      Werktage 2
      5,0
    • Volker Brauns »Versuche« über die Abgründe und Widersprüche unserer globalisierten Welt überraschen in ihrer Vielschichtigkeit und brillieren in ihrer Sprachgewalt. »Früher hätte man die Welt verlassen können, einfach die Zelte abbrechen können, jetzt gibt’s keine Anderwelt mehr, wir sind im Überall.« Mit geschärftem Blick für die Zusammenbindung der Welt und bekannter sprachlicher Virtuosität nähert sich Volker Braun in seinem neuen Prosaband den großen Fragen, die in die Zukunft reichen: Was macht unser heutiges »Überall« aus? Welchen Gewalten ist es ausgesetzt? Und was passiert, wenn die Gegner nicht mehr Staaten sind, sondern Stürme? Seine Bewegung führt auf die eurasische Landmasse, in das Berliner Liquidrom sowie in den Schlosspark Niederschönhausen, wo ihn die Stimmen seiner Begleiter umgeistern.

      Fortwährender Versuch, mit Gewalten zu leben
      4,0
    • In einer Gegend, die es „hinter sich hat“, ist Meister Flick unter die Arbeitslosen geraten. War er einst bei Havarien im Tagebau der Niederlausitz gefragt, wird er jetzt, mit 60, auf dem Amt vorstellig. Bereitwillig übernimmt er jeden Auftrag: Abfallbeseitigung in den Gruben, Museumswärter und sonstige 1-Euro-Jobs. Wird er nicht vermittelt, beschäftigt er sich selbst und nimmt einem Bautrupp die Schaufeln ab, setzt bestreikte Werkhallen in Gang oder hilft einer Frau beim Sterben. Wurde Flick früher zu Unfällen gerufen, führt er selbst jetzt die Katastrophen herbei. Trotz bester Absicht füllt sich sein Schichtbuch mit seltsamen Einsätzen: Die Arbeitswelt, in der er seinen Platz sucht, gibt es nicht mehr. Begleitet wird er von Luten, seinem Enkel und Gegenpart, der die Arbeit nicht gerade erfunden hat. Flick von Lauchhammer rennt in 48 Schwänken gegen die globalen Windräder an: ein komisch-philosophisches Schelmenstück in der Welt der "Arbeit nach der Arbeit“, eine moderne Donquichotterie und große und heiter glänzende Literatur.

      Machwerk oder das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer
      4,0
    • Drei Texte, entstanden 1992/93 nach der »Wende«, die Volker Braun nun Umbruch nennt, zeigen seine ungebrochene Lust, in die Verhängnisse zu sehen. Auf die bittere Geschichte Das Nichtgelebte folgt der satirische Dialog Der Wendehals, und dieser wird kommentiert von den kafkaesk gestimmten Kurzerzählungen der Fußgängerzone.

      Trotzdestonicht, oder der Wandehals
      4,0
    • Werktage 1

      • 995 Seiten
      • 35 Lesestunden

      Unbekanntes, hoch Wichtiges ist zu vermelden. Volker Braun hat, beginnend im Januar 1977, bis in die Gegenwart ein Werktagebuch geführt. Dessen erster Band, teils kurze, teils längere Notate, erlaubt nicht allein den erhellenden Einblick in die Werkstatt des »lauteren, spielwütigen Autors«. Solche Mitschriften des täglichen Lebens machen erfahrbar, wie Volker Braun sich und seine Arbeit, die Kollegen und die politische Situation – in Ost und West – sieht. Und seine Beobachtungen, mal giftig, mal ironisch, Reflexionen und Erzählungen zeigen erneut die Kunst dieses Dramatikers, Lyrikers und Prosaisten: Mit jedem Satz von ihm steigert er humoristisch-traurig die Einsicht in die Verbesserungswürdigkeit und Verbesserungsnotwendigkeit unserer Lage. In diesem Lebens-, Lese- und Arbeitsbuch ist also zu erfahren, wie Volker Braun nach der Publikation der Unvollendeten Geschichte – 1975 in der DDR, 1977 in der BRD – seine Dramen zum Druck befördert und auf die Bühne bringt, wie er listig den Hinze-und Kunze-Roman zuerst in Frankfurt und dann in Halle veröffentlicht, was die im Westen so alles mit ihm anstellen, warum er 1988 das Stück Lenins Tod schreibt, und im Jahr 1989 der erste Band seiner Werkausgabe erscheint.

      Werktage 1
      4,0
    • Bodenloser Satz

      • 40 Seiten
      • 2 Lesestunden

      Volker Brauns Bodenloser Satz ist ein schmerzhafter, doppelter Schnitt, der einen bodenlosen Satz entfaltet, der alles verschlingt: Land, Menschen, Lebende und Tote, Kriegs- und Friedenszeiten, Liebe und mehr. Dieser Satz dringt tief in sein Weltall ein und thematisiert die Unerhörtheit und Lückenlosigkeit seiner Erzählung. Die Geschichte beginnt in der schwarzen Nacht auf einem fremd duftenden Laken, wo der Erzähler in einem Zustand müder Entspanntheit und im Übergang zum Schlaf eine leibhaftige Liebe mit Natali erlebt, während Sophie in der Kammer nebenan liegt. Doch dies ist nur der Anfang einer umfassenden Erzählung über die Rückkehr in ein Land, das zum Bergbauschutzgebiet erklärt wird. Es folgt eine Zerstörungswelle, die Haus, Hof, Wohlstand und Zuversicht hinwegfegt. Der Erzähler fühlt sich verantwortlich für das Geschehen und beginnt seinen Satz. Dieser bodenlose Satz ist in seiner Dichte, Präzision und Spannkraft ein ergreifendes Werk, das in alle Tiefen vordringt und selbst die Oberfläche überprüft. Entstanden im September 1988, wurde es 1989 mit dem Berliner Preis für deutschsprachige Literatur ausgezeichnet.

      Bodenloser Satz
      4,0
    • Stücke 2

      • 270 Seiten
      • 10 Lesestunden

      This edition contains the following pieces:* Schmitten* Guevara oder Der Sonnenstaat* Großer Frieden* Simplex Deutsch

      Stücke 2
      3,0
    • Luf-Passion. Ein Gedichtzyklus

      • 64 Seiten
      • 3 Lesestunden

      Volker Braun's verses explore the unresolved issues stemming from Europe's colonial past and its impact on contemporary democracies. Translated into English by the talented poet Ann Cotten, the work highlights that the themes of looted art and state theft are global rather than national phenomena, emphasizing the international language of justice.

      Luf-Passion. Ein Gedichtzyklus
      3,5