Wie erzählt man von einem Land, das sich seit 35 Jahren im Krieg befindet? Von Geiselnehmern in Bagdad, der institutionalisierten Paranoia unter Saddam, dem Soldaten mit den hellseherischen Fähigkeiten, den Hasen in der Grünen Zone, dem Lied der Ziegen, den 1001 Messern und dem Mehlsack voller Köpfe? Wie erzählt man von der Psyche des Krieges, von dem alltäglichen Horror, der immer mehr Menschen zur Flucht zwingt? Und wie erzählt man von denen, die fliehen? Von den geheimen Pfaden der Emigration, von den Menschenhändlern in den Wäldern Serbiens, von Alis Tasche, von dem Massaker in einem LKW nach Berlin, von den Albträumen des Carlos Fuentes und vom fatalen Lächeln des Emigranten in der Nazi-Bar? So wie Hassan Blasim. Seine Geschichten schildern den Irak der letzten Jahrzehnte als surrealistisches Inferno – den Krieg mit dem Iran, die Herrschaft und den Sturz Saddam Husseins, die Besatzungszeit, die Eskalation der Gewalt und die sich ausdehnende Wüste der Erinnerung – und sie erzählen von der Emigration, von den Grenzen und Zäunen, den Ämtern und Verstecken, der Einsamkeit und der Entfremdung, der die Flüchtlinge ausgesetzt sind. Vor allem aber erzählen sie von Menschen, von ihren Traumata und Albträumen, von ihren Hoffnungen und Enttäuschungen, von ihrem Schmerz und ihren Strategien, in einer wahnsinnigen Wirklichkeit zu überleben.
Hasan Blásim Bücher
Hassan Blasim ist ein gefeierter Autor, der auf Arabisch schreibt und dessen Werk sich mit den komplexen Themen der Exilerfahrung und kulturellen Identität auseinandersetzt. Seine Prosa ist bekannt für ihre rohe Ehrlichkeit und ihre poetische Sprache, die oft Gefühle der Entfremdung und Widerstandsfähigkeit einfängt. Blasim erforscht meisterhaft Themen wie Verlust, Erinnerung und die Suche nach Heimat in verschiedenen Welten. Sein Schreiben bietet einen tiefen Einblick in menschliche Ausdauer angesichts von Widrigkeiten.




The Iraqi Christ
- 140 Seiten
- 5 Lesestunden
This collection of stories explores the chaos of post-invasion Baghdad. A soldier with the ability to predict the future finds himself blackmailed by a suicide bomber into swapping places. A composer of crossword puzzles survives a car-bomb, only to find himself haunted by the spirit of one of it's victims. A victim of looting flees armed robbers but falls into a deep hole, at the bottom of which sits a djinn, and the corpse of a Russian soldier from a completely different war.
First published in Arabic by al-Mutawassit, Milan, 2018.
The Corpse Exhibition and Other Stories of Iraq
- 196 Seiten
- 7 Lesestunden
A blistering debut that does for the Iraqi perspective on the wars in Iraq and Afghanistan what Phil Klay’s Redeployment does for the American perspective “[A] wonderful collection.” —George Saunders, The New York Times Book Review The first major literary work about the Iraq War from an Iraqi perspective—by an explosive new voice hailed as “perhaps the best writer of Arabic fiction alive” (The Guardian)—The Corpse Exhibition shows us the war as we have never seen it before. Here is a world not only of soldiers and assassins, hostages and car bombers, refugees and terrorists, but also of madmen and prophets, angels and djinni, sorcerers and spirits. Blending shocking realism with flights of fantasy, The Corpse Exhibition offers us a pageant of horrors, as haunting as the photos of Abu Ghraib and as difficult to look away from, but shot through with a gallows humor that yields an unflinching comedy of the macabre. Gripping and hallucinatory, this is a new kind of storytelling forged in the crucible of war.