Übertragen und mit einem Nachwort versehen von Hans Urs von Balthasar.Die Entstehung dieser Novellen – Frau Dargent (1922), Schattenzwiesprache und Eine Nacht (beide 1928) –, die erstmals in französischen Zeitschriften erschienen, fällt in eine Zeit, in der sich Bernanos auf der Suche nach seinem zukünftigen Weg über seine schriftstellerische Sendung noch im unklaren ist. Und doch sind diese Novellen, wie ihr Herausgeber und Übersetzer Hans Urs von Balthasar in seinem Nachwort feststellt, bereits durch «gewisse Grundmotive bernanosischer Dichtung» miteinander verbunden.In allen drei Erzählungen schlägt Bernanos das Thema des Sterbens an, begleitete ihn doch der Gedanke der ars moriendi eine lange Epoche seines Lebens. In «Eine Nacht» sind seine Figuren alle dem Tod geweiht und in der vom Dichter geschilderten Agonie öffnet und befreit sich die verschlossene Seele des Sterbenden: «Hier», so schreibt Balthasar, «öffnet sich die Lüge des Lebens, klärt sich das Trübe zurück zum reinen Antlitz des Kindes, aber durch die Schmerzen der Todesangst. Der Tod ist die Lebensbeichte.»Der Johannes Verlag ist sich des Wagnisses bewusst, diese romantisch fern anmutenden Novellen dem heutigen Leser vorzulegen. Doch das Anliegen des Dichters, der schon vor Jahrzehnten keine Scheu hatte, das «Christentum im Untergang, im Erlöschen, in der Nacht der geistigen Armut» zu zeigen und zu begleiten, mag als Rechtfertigung genügen.
Georges Bernanos Bücher
Georges Bernanos war ein französischer Schriftsteller. Sein Werk taucht tief in tiefgreifende spirituelle und moralische Kämpfe ein, die er mit eindringender psychologischer Einsicht erforscht. Bernanos fängt die intensive emotionale Landschaft und lyrische Präzision des Innenlebens seiner Charaktere ein und zieht die Leser in ihre Konflikte hinein. Seine Schriften feiern die Zerbrechlichkeit des menschlichen Geistes und die unaufhörliche Suche nach Gnade. Seine unverwechselbare Stimme bietet eine kraftvolle Erkundung von Glauben und Zweifel.







Das eigentliche Thema dieses 1926 erstmals erschienenen Buches ist die Konfrontation Kirche – Welt. «Für Bernanos steht und fällt die Kirche mit ihrer letzten Solidarität mit der Welt... Er baut im Grunde keine Brücken, sondern reißt die falsch gebauten Übergänge ein, um beide in ihrer Reinheit einander gegenüberzustellen...» (H.U. von Balthasar, Gelebte Kirche: Bernanos, S. 231f). Zugleich wollte Bernanos seinen Roman auch als ein Zeugnis wider seine Zeit mit ihren geistigen Götzen verstanden wissen. Gegen den Rationalismus und die Wissenschaftsgläubigkeit der glaubenslosen Gesellschaft stellt er in seiner Hauptfigur, dem Priester Donissan, die intuitiv übernatürliche Erkenntnis vor: den Blick Gottes. Dem Dichter geht es auch hier wieder um das Letzte: der einsame Priester ohne Zuversicht und Freude ist dazu ausersehen, der Welt in Christus Reinheit, Friede und Versöhnung zu vermitteln.
Bernanos hat in seinen Werken um die Gestalt des Priesters gerungen, fühlte er sich ihm doch als Dichter tief verbunden, da beide die Welt des Bösen kennen und ihr begegnen müssen. Daher hat er das Leben des Pfarrers von Ars studiert und dessen Schicksal auch als Modell für den «Landpfarrer» genommen. Bernanos, der dieses Buch besonders liebte, gestaltet seinen Helden als ein Gleichnis der Menschwerdung Gottes und der echten Solidarität ohne Sünde. «Wie der Herr am Kreuz kann der kleine Pfarrer am Ende seines von Schmach und Demütigung überhäuften Lebens mit innerer Überzeugung sagen, daß ihm kein wirkliches Unrecht geschehen sei... Selbst seine Leiden behalten für ihn etwas Lächerliches, was ihn aber nicht bitter stimmt, so wenig wie die Vergeblichkeit seiner Predigt, seiner ganzen Bemühung, die Zerrissenheit seines Lebens. Er kann in innere Nacht geraten, das Gebet kann ihm genommen werden; ja seine schönste Priestererfahrung kann sich ihm in die bitterste wenden, bis dicht an den Rand der Versuchung zum Selbstmord, zur Sünde gegen die Hoffnung...» (vgl. H. U. von Balthasar, Gelebte Kirche – Bernanos, 374).
Das eigentliche Thema dieses 1926 erstmals erschienenen Buches ist die Konfrontation Kirche – Welt. «Für Bernanos steht und fällt die Kirche mit ihrer letzten Solidarität mit der Welt... Er baut im Grunde keine Brücken, sondern reißt die falsch gebauten Übergänge ein, um beide in ihrer Reinheit einander gegenüberzustellen...» (H.U. von Balthasar, Gelebte Kirche: Bernanos, S. 231f). Zugleich wollte Bernanos seinen Roman auch als ein Zeugnis wider seine Zeit mit ihren geistigen Götzen verstanden wissen. Gegen den Rationalismus und die Wissenschaftsgläubigkeit der glaubenslosen Gesellschaft stellt er in seiner Hauptfigur, dem Priester Donissan, die intuitiv übernatürliche Erkenntnis vor: den Blick Gottes. Dem Dichter geht es auch hier wieder um das Letzte: der einsame Priester ohne Zuversicht und Freude ist dazu ausersehen, der Welt in Christus Reinheit, Friede und Versöhnung zu vermitteln.
Die neue Geschichte der Mouchette. Roman. Nachw. v. Günter Maschke
- 142 Seiten
- 5 Lesestunden
Roman von Günter Maschke, Teil der Reihe "Die Frau in der Literatur", umfasst 142 Seiten.



