Rilke hat „das deutsche Gedicht zum ersten Mal vollkommen gemacht“, urteilte Robert Musil. Grund genug, Leben und Werk in einem eigenen Handbuch unter die Lupe zu nehmen. Von bleibender Aktualität, skeptisch gegenüber allen einseitig rationalen, psychologisch-soziologischen Welterklärungen entwirft Rilke ein Menschenbild mit rein poetischen Mitteln. Rilkes Biografie, seine Beziehungen z. B. zur russischen Literatur und den Dichterinnen Marina Zwetajewa und Anna Achmatova, zur Psychoanalyse und zu anderen Künsten erschließen das Schaffen in allen Schattierungen.
Manfred Engel Bücher






Rilke gilt als einer der bedeutendsten Dichter der deutschen und der Weltliteratur. Zu seinen grundlegenden Werken gehören die Duineser Elegien und die Sonette an Orpheus. In der Prosa stechen die Briefe an einen jungen Dichter und die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge hervor.
Vom ländlichen-feudalen Dänemark in die Großstadt Paris gekommen, sieht sich der junge Dichter Malte Laurids Brigge mit Sinneseindrücken überhäuft: Ich lerne sehen. Ich weiß nicht, woran es liegt, es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer zu Ende war. Ich habe ein Inneres, von dem ich nicht wusste. Alles geht jetzt dorthin. Ich weiß nicht, was dort geschieht. In seinen Tagebuchaufzeichnungen findet Malte Zuflucht. Zunächst reicht es ihm, sich schreibend gegen die Machtlosigkeit des Individuums in der ihn schluckenden Großstadt mit dem Schutzschild einer idyllischen Vergangenheit zu rüsten. Doch steigern sich in Malte immer mehr Ängste. An Leitbildern sucht er weiter Halt: das reine Sein, das Streben nach künstlerischem Schaffen, nach besitzloser Liebe - doch Maltes innere Zerrüttung zeigt keine Anzeichen der Heilung.
Das Redner-Pannen-ABC
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Materialien zu Rainer Maria Rilkes "Duineser Elegien"
Erster Band: Selbstzeugnisse
- 398 Seiten
- 14 Lesestunden
Rilke und die Weltliteratur
- 351 Seiten
- 13 Lesestunden
Rilke läßt sich weder in seiner Eigenart noch in seinem Rang allein im Zusammenhang der deutschen Literatur bestimmen. Schon Paul Valéry hat ihn, nicht nur seines Lebens wegen, einen "europäischen Menschen" genannt. Tatsächlich war Rilke in mehr als einer Hinsicht ein europäischer Autor: Er hat in drei Sprachen geschrieben, außer auf Deutsch auch auf Russisch und Französisch; er hat aus acht Sprachen ins Deutsche übersetzt: Ovid, Dante, Petrarca, Louise Labé, Elizabeth Barrett-Browning, Paul Valéry und André Gide, und er hat sich in seinem poetischen Werk immer wieder auf die europäische Weltliteratur bezogen – von der Bibel bis zu Baudelaire. Nach seinem Tod ist Rilke schließlich vollends eine Figur der Weltliteratur geworden: durch Übersetzungen in alle großen Literatursprachen, auch ins Japanische und Chinesische, und durch eine Fülle von Rezeptionen außerhalb der deutschen Literatur.
