Stilistisch brillant und treffsicher, in der Haltung unbestechlich: Elfriede Hammerl, die seit 35 Jahren mit wachsamem Blick das Tagesgeschehen begleitet, darf man mit Fug und Recht als Doyenne der politischen Kolumne bezeichnen. In ihren scharfsinnigen Texten spürt sie Ungerechtigkeiten nach, stellt sich auf die Seite der Benachteiligten und begegnet den Mächtigen aller Couleur mit gebotenem Misstrauen.Ob Familienpolitik, Migrationsfragen, Verteilungsgerechtigkeit, Intoleranz oder das Altern – Elfriede Hammerl spannt thematisch große Bögen, stets flankiert von einem ihrer wiederkehrenden Anliegen: den unterschiedlichsten Lebenssituationen von Frauen Gehör zu verschaffen. So wird in ihren Kolumnen das Politische privat und das Private politisch;sie spiegeln gesellschaftliche Veränderungen, soziale Sackgassen und schwer aufzubrechende Haltungen wider. Eine Sammlung an herausragenden Texten, die kritisch und kämpferisch die Grundstimmung einer Dekade einfangen.
Elfriede Hammerl Bücher
Elfriede Hammerl ist eine österreichische Journalistin und Autorin. Ihre Arbeit befasst sich mit der menschlichen Psyche und gesellschaftlichen Fragen mit scharfem Einblick und unverwechselbarem Stil. Ihre Schriften sind für ihre Direktheit und ihre Fähigkeit bekannt, tiefe Reflexionen über die Komplexität des Lebens anzuregen.






Meine große Schwester ist blöd, mein kleiner Bruder auch. Und meine Eltern wollen mir einfach keinen Hund kaufen! Was man da alles durchmachen muss. „Ein Hund wäre nicht blöd. Der könnte jetzt neben mir sitzen und ich würde ihm zeigen, wie man aufs Sofa springt, und wenn ich sage ‚Fass!‘, würde er knurren, und meine Schwester würde sich fürchten. Ich wollte kein blödes neues Kind. Statt einem Hund haben wir ein blödes neues Kind bekommen.“ Zum Bellen komisch!
Marie, vor sich hin dümpelnd im resigniert disziplinierten Ehetrott, erhält die Chance, einen Tag im nicht gelebten Leben mit Paul, einem Verflossenen, zu erleben. Dazu das Angebot, ganz zu tauschen ...
Mausi oder Das Leben ist ungerecht
- 395 Seiten
- 14 Lesestunden
Antonia hat mehr als genug um die Ohren: ihre Schwester Marietta ist wegen ihres verheirateten Liebhabers ständig trostbedürftig, ihr Vater ist ein alternder Schauspieler und Lebemann und schließlich Tochter Nina mit zahlreichen sozialen Kontakten, die dem schulischen Erfolg keineswegs förderlich sind. Mit 'Mausi' legt die Autorin einen rasanten, ungemein unterhaltsamen Roman vor, mit Sprachwitz und herzerfrischendem Humor, brillanten Dialogen und einer hinreißenden Titelheldin
In den Geschichten ihrer «Stern»-Kolumne «Einsichten» geht Elfriede Hammerl geistreich den unterschwelligen Vorurteilen und stillschweigenden Übereinkünften ihrer Zeit nach. Sie besitzt das absolute Gehör für das Gedröhn der Schon-wieder-Machos, für den (selbst)destruktiven Charme der neuen Party-Bourgeoisie und die sanften verbalen Foltermethoden, die moderne Paare praktizieren. Was Elfriede Hammerl – oft in Form der satirischen Anekdote und mit der Virtuosität einer Stimmenimitatorin – an Einsichten in den scheinprogressiven Alltag mitteilt, braucht den Vergleich mit soziologischen Essays nicht zu scheuen.
Alles falsch gemacht
Kolumnen
Elfriede Hammerls Kolumnen, die seit 25 Jahren in der Zeitschrift „profil“ in Österreich erscheinen, sind mittlerweile ein Stück Zeitgeschichte; mit großem Engagement für sozial Benachteiligte und Randgruppen - wie zum Beispiel die Spezies Frau - kommentiert die Autorin darin mit Humor Szenen aus unserem Alltag. Gerne widmet sich Elfriede Hammerl auch medialen Erfindungen wie der „Power-Frau“, an der man vor allem eines gut zeigen kann: Frauen, denen es nicht spielend gelingt, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen, und die bei gleicher Leistung weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, haben eben einfach nur - alles falsch gemacht!
Teresa ist sechzehn. Mit ihrem Vater Hannes, dessen zweiter Frau Betty und ihren vier Stiefgeschwistern lebt sie, alles andere als glücklich, in einer Patchwork-Familie. Sophie, Teresas Mutter, die nichts gegen eine Nacht mit einem Popstar hat, ist mangels mütterlicher Triebe für Teresa nicht gerade der Hauptgewinn, und auch die Stiefgroßeltern sind nicht so richtig das, was man sich oma- und opamäßig wünschen würde. Ein Trost ist, dass die meisten ihrer Freunde in ähnlichen Konstellationen leben, niemand ist so richtig zu beneiden. Teresa hat gelernt, sich zu wehren, aber sie ist doch auch noch ein Kind, verletzlich und schrecklich allein in einer Welt von angeblich erwachsenen Egoisten. Eine böse, parteiische und melancholische Geschichte über das Krisengebiet Patchwork-Familie.
Sie ist die Quotenqueen: Beatrice Lombardi, geborene Helga Hornung, Star der erfolgreichen Fernsehserie "Wunderbare Valerie". Und natürlich ist sie auch privat die Größte: glücklich verheiratet, Mutter eines talentierten Sohnes ... kurzum, sie verfügt über die üblichen Kennzeichen der erfolgreichen Frau: wie Beatrice sehen Siegerinnen aus. Doch plötzlich bricht Beatrices heile Vorzeigewelt auseinander: Ihr ach so vielversprechender Sohn scheint nicht gewillt, irgendeines seiner Versprechen in der Realität einzulösen. Der schöne Didi, ihr nichtsnutziger Ehemann, geht nicht mehr diskret fremd, sondern ganz offen, und der fesche junge Dorfarzt, mit dem sich Beatrice trösten will, ist empörenderweise alles andere als geschmeichelt von ihrem Interesse. Die Dreharbeiten zu Staffel fünf werden unterbrochen ...
Mir doch Wurst. In Elfriede Hammerls gewitzter Gesellschaftskritik verstrickt ein Hund mit Hang zu Besserwisserei seine Besitzerin in hitzige und entlarvende Diskussionen. Eine Frau „rettet“ einen Hund aus dem Tierheim. Die insgeheime Erwartung: ein viel beschworener bester Freund des Menschen soll er sein. Doch nein: Das aufmüpfige Tier stellt stattdessen ihre Nerven auf eine echte Zerreißprobe. Ob Futter, Gassi gehen, Lebenspartner – der Hund hat etwas auszusetzen. Und leider meist auch Recht… In vergnüglich-bissigen Szenen lässt Elfriede Hammerl einen gewitzten Vierbeiner Gewissheiten ins Wanken bringen. Was zuerst recht lustig wirkt, lässt bald schon Fragen aufkommen: Was nehmen wir als selbstverständlich hin? Was lassen wir uns bieten? Und was ist es eigentlich, das gute Leben?
Kleingeldaffäre
- 158 Seiten
- 6 Lesestunden
Eine Frau hat einen Liebhaber. Der ist verheiratet und wird das auch bleiben - das wissen sie beide. Anstatt Geschenke zu kaufen, gibt G., so heißt der Geliebte, seiner Freundin Geld, damit sie sich selbst etwas Schönes kaufen kann. Das Geld ist das seiner Frau, die deutlich mehr davon hat als er. Wann immer sich die Geliebte ihre Situation bewusst macht, schwankt sie zwischen Wut und Verzweiflung. Alle Trennungsversuche scheitern - die Faszination von G. ist zu groß. Eine Liebe ohne Zukunft und eine Frau, die sich darüber keine Illusionen macht. Ein Buch von schonungsloser Ehrlichkeit, wie man es selten liest.



