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Ernst Barlach

    2. Januar 1870 – 24. Oktober 1938

    Ernst Barlach war ein deutscher expressionistischer Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller. Seine Werke, die oft gegen den Krieg protestierten, führten während des Aufstiegs der Nationalsozialistischen Partei zu erheblichen Konflikten und wurden als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Barlachs Schaffen zeichnet sich durch tiefen Humanismus und expressive Kraft aus, die auch Jahrzehnte später noch beim Betrachter nachklingt. Sein einzigartiger Stil und seine thematische Ausrichtung machen ihn zu einer bedeutenden Persönlichkeit der Kunstwelt.

    Der Blaue Boll
    Der arme Vetter
    Ein selbsterzähltes Leben
    Plastik
    Plastische Meisterwerke
    Expressionism
    • Reise ins Herz des südlichen Rußland (1906 – 1912) Im Sommer 1906 flüchtet Barlach gewissermaßen angesichts einer persönlichen Krise zu seinem Bruder nach Russland. Das dortige Erleben von Menschen und Landschaft, namentlich der Steppe, haben im Künstler “verborgene Quellen freigelegt“. Er kehrt nach achtwöchigem Unterwegssein zurück als anderer Mensch und anderer Künstler: Er beginnt ohne Anleitung in Holz zu arbeiten, sein schreiben wird expressiv und geschieht fortan eruptionsartig. Es geht nicht mehr um Formspielerei, sondern um „Teilnahme“ am Menschlichen. Der Reisebericht präsentiert zahlreiche Erlebnisse, Beobachtungen, Erfahrungen episodisch beschreibend und kommentierend: Alltägliches, Skurriles, Erhabenes erscheint als Exotisches und wird aus der Haltung gelassener Distanz gesehen. – Der Reisebericht stellt den Höhe- und gleichzeitig Endpunkt von Barlachs frühem Schreiben dar. Es zielt auf ästhetische Qualität, ist Produkt hochentwickelter Schreibkunst und strebt nach dem Ausweis literarischer Meisterschaft. Die elegant schwingende Satzperiode ist ihm eigen. Die Nähe zu Impressionismus und Jugendstil ist unverkennbar. Das Werk erscheint erstmals in zwei Fassungen, einer ursprünglichen sowie einer schließlich stark veränderten – beides in authentischer Textgestalt.

      Reise ins Herz des südlichen Russland2008
    • Bei diesem Werk handelt es sich um eine urheberrechtsfreie Ausgabe.Der Kauf dieser Kindle-Edition beinhaltet die kostenlose, drahtlose Lieferung auf Ihren Kindle oder Ihre Kindle-Apps.

      Der Blaue Boll1991
      1,8
    • Expressionism

      • 128 Seiten
      • 5 Lesestunden

      German

      Expressionism1980
      4,0
    • Michael Kohlhaas

      Aus einer alten Chronik

      Der Rosshändler Michael Kohlhaas sucht sein Recht und wird darüber zum Räuber. Er muss erkennen, dass es das absolute Recht nicht geben kann, sondern dass die Rechtsprechung an die Gesellschaft gebunden ist. Schliesslich ereilt ihn selbst das Gericht, dem er sich beugt: Er stirbt auf dem Schaffot. Diese Novelle beruht, wie der Untertitel angibt, auf einer alten Chronik, aus der der Anhang Auszüge bringt. Über Leben und Werk des Dichters gibt das Nachwort Auskunft. Die Anmerkungen enthalten Erklärungen für den Schüler.

      Michael Kohlhaas1980
      3,1
    • Ein selbsterzähltes Leben

      • 174 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Ernst Barlach erhielt Ruhm und Anerkennung vor allem für seine plastischen Bildwerke, aber er war auch, in den dreißiger Jahren, als Dramatiker erfolgreich. In der vorliegenden Autobiographie erzählt er in seiner markanten Sprache von seinem Ringen um das, was er als Kind erfahren und als Erwachsener wiederzugewinnen trachtete: "das Glück des Einklangs in das überpersönliche Sein."

      Ein selbsterzähltes Leben1977
      3,5
    • „Naomi Jackson Groves hat sich mit ihrem klugen Arrangement und respektvoller Befragung des Bildhauers, Linienoperateurs und Wortschöpfers um eine substantielle Resonanz verdient gemacht. Autobiographie und Tagebuch, Briefe und Gespräche, Roman und Drama liefern Textauszüge, die den seelischen Haushalt und die künstlerische Ökonomie dieses charaktervollen Außenseiters in authentischer Weise und in logischer Korrespondenz zur figuralen Gestaltung fixieren.” (Hans Kinkel, FAZ) Das Besondere an dem Buch ist die Gegenüberstellung textlicher und bildnerischer Gestaltungen des jeweils gleichen Themas.

      Ernst Barlach1972
    • Graphik

      48 Lithographien und Holzschnitte

      Graphik1970
    • Der gestohlene Mond

      • 284 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Ernst Barlach: Der gestohlene Mond. Roman Edition Holzinger. Taschenbuch Berliner Ausgabe, 2017 Durchgesehener Neusatz bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger Erstdruck: Berlin, Suhrkamp, 1948 Herausgeber der Reihe: Michael Holzinger Reihengestaltung: Viktor Harvion Umschlaggestaltung unter Verwendung des Bildes: Odilon Redon, Satan, 1877 Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.

      Der gestohlene Mond1967
    • Plastik

      • 228 Seiten
      • 8 Lesestunden
      Plastik1961
      3,0
    • Der arme Vetter

      • 109 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Der arme Vetter. Ernst Barlach (1870 - 1938), Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner, besonders bekannt für seine Holzpl

      Der arme Vetter1958
      3,1
    • Dramen

      • 476 Seiten
      • 17 Lesestunden
      Dramen1956
    • Als Seespeck nicht lange danach in der Gegend von Wilsede in einer Postkutsche durch die Lüneburger Heide auf Buxtehude zu fuhr, weil er am Tage darauf in Hamburg sein mußte, saß er mehrere Stunden in eines Mannes Gesellschaft, die seinen gewöhnlichen Zustand so sehr verkehrte, daß es ihm zu Mute war, als stände er ohne Halt auf einer hohen Leiter oder als faßte ihn für die ganze Zeit ein Schwindel, weil er in einen Spiegel hineinschaute, in dem sich alles bewegte, was draußen sonst ruhig lag und stand. So oft er meinte, sich so zu rücken, daß er den andern fest ins Auge fassen konnte, schien ihm der Boden unter den Füßen zu schwanken, und alles wollte sich vor seinen Blicken wie einem überkopf Stürzenden um- und umkehren. Er hatte den Tag vorher auf dem Wilseder Berge lange gezecht, und daher saß ihm in der Magengegend noch ein gelegentliches Gefühl, als gerönne etwas, als versteinte oder erstarrte etwas, worauf sich gleichzeitig ein leichter Schwindel hinter der Stirn merkbar machte. Aber damit hatte der Anblick dieses Mannes in der Ecke der Postkutsche wohl nichts zu tun, auf dessen Gesicht vom Licht der Bocklaterne ein Rückwärtsstrahl fiel. Seespeck selbst saß in der schräg gegenüberliegenden Ecke am offenen Türfenster und ließ vor diesem noch am Seitenfenster sein Profil gegen den Himmel abschatten.

      Seespeck1948