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Ines Geipel

    7. Juli 1960

    Als ehemalige Athletin widmet sich Geipels Schreiben den Themen Unterdrückung und Gerechtigkeit, insbesondere im Kontext der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Sie nutzt ihre literarische Stimme, um für die Verstummten zu sprechen und die Wahrheiten des systemischen Missbrauchs im staatlich geförderten Sport aufzudecken. Ihre Prosa zeichnet sich durch einen scharfen, persönlichen Ton aus, der ihre eigenen Erfahrungen und ihr tiefes Engagement für diese Themen widerspiegelt. In ihrer Arbeit erforscht sie die Komplexität der Geschichte und die menschliche Widerstandsfähigkeit angesichts tiefgreifenden Unrechts.

    No Limit
    Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens
    Generation Mauer
    Tochter des Diktators
    Das Heft
    Dann fiel auf einmal der Himmel um : Inge Müller, die Biografie
    • „Die Dichterin, die geliebt wurde, obwohl niemand sie kannte“, nennt die Autorin Ines Geipel ihre Protagonistin, die Ostberliner Lyrikerin, Dramatikerin und Heiner-Müller-Ehefrau Inge Müller, die 1966 mit 41 Jahren ihrem Leben ein Ende setzte - geliebt aufgrund weniger in Kopien weitergereichter Gedichte, die ihr posthum den Ruf einer der „wichtigsten deutschen Nachkriegslyrikerinnen“ eintrugen. Das Leben der Inge Müller hat etwas Exemplarisches: In der Agonie des Nazireiches Luftwaffenhelferin, traumatisiert durch drei Tage unter Bombentrümmern, tragen journalistische Arbeiten und Texte für Kinder in der jungen DDR nur scheinbar zu ihrer seelischen Konsolidierung bei. Die 1955 mit dem Dramatiker Heiner Müller geschlossene Ehe und gemeinsam verfasste Gegenwartsstücke bilden das Fundament einer einzigartigen Künstlerehe. Doch spätestens ab dem Mauerbau 1961 sucht Inge Müller einen eigenen Weg. Bis zu ihrem Selbstmord 1966 entstehen ihre alle Moden überdauernden, berührenden Texte.

      Dann fiel auf einmal der Himmel um : Inge Müller, die Biografie
      4,7
    • Das Heft

      • 157 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Ein Mädchen in der fremden, starren Atmosphäre eines abgeschiedenen Internats, anders als die anderen Mädchen und deswegen 'die Russische' genannt. Sie beginnt nach ihrer Herkunft zu fragen, provoziert Erinnerungen, die ihr und anderen gefährlich werden. Der erste Roman einer vielversprechenden Autorin.

      Das Heft
      5,0
    • Ivano Matteoli, Sohn eines KP-Funktionärs, verlässt Anfang der sechziger Jahre sein toskanisches Heimatdorf gen Leningrad. Dort lernt er Bea kennen – Beate Ulbricht, das »erste Staatskind der DDR« und Tochter von Walter Ulbricht. Dies ist der Beginn einer Amour fou zwischen Ost und West, einer Liebe im politischen Geflecht zwischen Paris, Leningrad, Rom, Ost-Berlin und dem erzkatholischen Cigoli. Die Erzählerin Anni kennt Ivano von Kindesbeinen an. Auf den Dächern der alten Häuser ihres toskanischen Heimatdorfes haben sie beide zusammen gesessen und den Männern beim Bocciaspielen zugesehen. Auch, als es sie wegen des Studiums in unterschiedliche Himmelsrichtungen verschlägt – sie nach Paris, ihn nach Leningrad –, verfolgt Anni aus der Distanz Ivanos Liebe zu der Deutschen Beate. Deren Eltern, Walter und Lotte Ulbricht, versuchen die Ehe der beiden zu verhindern. Das gelingt nicht, aber der Preis dafür ist hoch. Ines Geipel ist in ihrem ganz eigenen Ton ein raffinierter und kontrastreicher Roman darüber gelungen, wie das Autoritäre ins intimste Innere des Lebens eindringt.

      Tochter des Diktators
      4,3
    • Generation Mauer

      • 275 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Die in den 1960er Jahren im Osten Deutschlands geborenen »Mauerkinder« waren jung genug, um sich ab 1989 die Welt zu erobern – eine glückliche Generation? Ines Geipel sucht im Dialog zwischen persönlichem Schicksal und aktueller Forschung der Biographie ihrer Generation auf die Spur zu kommen. Im System Honecker herangewachsen galten die heute 45- bis 55-Jährigen als die Distanzierten, Staatsfernen, für die das Jahr 1989 dann zum Sprungbrett ins größere Deutschland und in die Welt wurde. Sind sie wirklich auf der Gewinnerseite gelandet? Oder hat die zähe Prägekraft der späten DDR mit ihren politischen Tabus, dem Bespitzeln und Verhindern von Individualität à la longue doch ihren Tribut gefordert? Ines Geipel erforscht das Lebensgefühl ihrer Generation in Tiefeninterviews mit Mauerkindern und in aktuellen psychologisch-soziologischen Untersuchungen. Sie findet den Zugang zu einer Generationenerzählung, die von großen Hypotheken, aber auch von großen Chancen handelt.

      Generation Mauer
      4,2
    • Junge Amokschützen lernen voneinander: Die »Schule des Tötens« erstreckt sich vom australischen Port Arthur bis zum norwegischen Utoya. Die drei deutschen Tatorte Erfurt, Emsdetten und Winnenden stellt Ines Geipel in den Kontext der weltweiten Geschichte des Amoklaufs und sie zeigt, wie diese neue Form der Gewalt aus der Mitte unserer befriedeten westlichen Gesellschaften herausbricht. Was treibt junge Amokläufer an? Warum sind Waffen noch immer so mühelos verfügbar? Wie schützt die Polizei, was klärt die Politik, wer ist für die Hinterbliebenen da? Unveröffentlichte Akten und Materialien, Gespräche mit Augenzeugen, Angehörigen und Experten geben tiefe Einblicke in den AmokKomplex.

      Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens
      4,0
    • No Limit

      • 182 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Ines Geipel unternimmt eine bedrückende Bestandsaufnahme. Wie hat das Doping sich entwickelt? Wer dopt wie und mit wessen Hilfe? Mit welchen weiteren Auswüchsen haben wir zu rechnen? Und welchen Preis werden wir dafür zahlen müssen? Denn Doping ist längst nicht mehr nur ein Problem des Spitzensports, sondern inmitten der Gesellschaft angekommen - in den Fitnessstudios, Büros, an der Börse, in der Politik und an Schulen. Leistungssteigerung lautet das Gebot der Stunde. Der Traum vom optimierten Menschen in effizienten Zeiten geht um. Ines Geipel macht uns mit den Risiken und Nebenwirkungen vertraut - als dessen albtraumhaften Folgen.

      No Limit
      4,0
    • Ines Geipel wurde 1960 in Dresden geboren. Nach Abbruch ihrer Spitzensport-Karriere studierte sie bis zu ihrer Flucht aus der DDR im Sommer 1989 Germanistik in Jena, danach Philosophie in Darmstadt. Seit 1996 ist sie Schriftstellerin und lehrt an der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» in Berlin.

      Heimspiel
      3,0
    • Wie ein Blitz trifft uns die Nachricht, wenn einer der Erfolgreichen und Berühmten das Leben plötzlich nicht mehr erträgt. Der Suizid als letzte Konsequenz quälender Depressionen beleuchtet für einen grellen Augenblick die Widersprüche zwischen glänzender Oberfl äche und innerer Verzweifl ung. Die ihr gut bekannte Welt des Leistungssports ist für Ines Geipel jedoch nur Bild und Inbegriff unserer enorm beschleunigten Erfolgsgesellschaft. Denn der Zwang zu unbegrenzter Leistungssteigerung, Flexibiliät und Selbstvermarktung macht nicht nur Sportler krank und depressiv. Letzten Endes - so bezeugen es ihre Gespräche mit führenden Psychologen und Seelenexperten - sind wir alle dem Wirbelsturm eines neuen Welttempos ausgesetzt und so in Gefahr, mit olympischer Rasanz unser inneres Gleichgewicht zu verlieren.

      Seelenriss
      3,5
    • Umkämpfte Zone

      Mein Bruder, der Osten und der Hass

      Woher kommt die große Wut im Osten? Das Buch untersucht die Ursachen der Radikalisierung in Ostdeutschland, ohne die gängige Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Es beleuchtet die Schweigegebote nach dem NS-Regime, die Geschichtsklitterung der DDR und die politischen Umschreibungen nach der Wiedervereinigung. Verdrängung und Verleugnung prägen die Gesellschaft bis ins Private, was die Autorin eindrucksvoll anhand ihrer eigenen Familiengeschichte zeigt. Seit 2015 haben sich die politischen Verhältnisse in Deutschland, insbesondere im Osten, stark verändert. Die breite Zustimmung zu Pegida, AfD und rechtsextremem Gedankengut wird analysiert. Ines Geipel beleuchtet die politischen Mythen des neu gegründeten DDR-Staates und dessen repressives System, das alles ideologisch Unpassende attackierte. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit war unter diesen Bedingungen nicht möglich, stattdessen wurde eine Vergessenspolitik wirksam, die sich auch in den Familien widerspiegelt. Geipel und ihr Bruder tauchen in die „Krypta der Familie“ ein, wo Verdrängtes und Verleugnetes mit dem kollektiven Gedächtnisverlust korrespondieren. Die Spuren führen zur nationalen Krise in Deutschland, was in den Analysen und Beobachtungen des Buches eindrucksvoll zur Sprache kommt.

      Umkämpfte Zone
      3,7