Fritz Fischer war ein deutscher Historiker, der für seine tiefgehende Analyse der Ursachen des Ersten Weltkriegs bekannt ist. Er gilt als bedeutendster deutscher Historiker des 20. Jahrhunderts, der sich mit diesem Thema auseinandersetzte. Seine Arbeit tauchte tief in die komplexen politischen und militärischen Faktoren ein, die zu dem globalen Konflikt führten. Fischers Ansatz zeichnete sich durch rigorose Forschung und unerschütterliche Entschlossenheit aus, die Wahrheit über die Ereignisse aufzudecken, die die moderne Geschichte prägten.
Dieses Buch bietet eine prägnante Zusammenfassung des Beitrags, den Fritz Fischer und seine Schule zur deutschen Historiographie im 20. Jahrhundert geleistet haben. Es lenkt insbesondere die Aufmerksamkeit auf die Kontinuität in der Entwicklung und den Machtstrukturen des Deutschen Reiches zwischen 1871 und 1945.
Zu Beginn der 60er Jahre lag die westdeutsche Geschichtswissenschaft in tiefem restaurativen Schlummer. Dann aber riß ein Paukenschlag die ehrwürdige Zunft aus dem Schlaf. Fritz Fischer veröffentlichte 1961 „Griff nach der Weltmacht“, ein Buch, das den Hamburger historiker über Nacht weltberühmt machte. Fischers Thesen über den Ursprung des Ersten Weltkriegs gingen ans Mark der deutschen Geschichte. Gab es, so hat er auch in seinen späteren Werken immer wieder gefragt, spezifische Strukturen gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Macht im Kaiserreich, die eine expansive, aggresive Außenpolitik begünstigt haben? Welche Rolle kam dabei den Eliten zu, und in welchem Maße hat ihr Einfluß Hitlers Aufstieg ermöglicht?
Daß Fischer nicht um eine klare Antwort auf diese Fragen herumredet, zeigen die sieben Aufätze in diesem Band. Mit starken Argumenten stützen sie die zentrale These des berühmten Historikers: Hitler war kein Betriebsunfall der deutschen Geschichte.
Mit dieser berühmten Analyse der umstrittenen Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland griff der Hamburger Historiker zum ersten Mal einen Fragenkreis auf, der, wie Fischer nachweist, eine zentrale Stellung in der deutschen Politik während des Ersten Weltkrieges einnahm. Fischers Ergebnisse, von maßgebendem Einfluß auf Forschung, Lehre und Öffentlichkeit, fußen auf bis dahin nicht erschlossenen Akten.
Georg Christoph Lichtenbergs Sudelbücher (1800 – 1806) bilden eine Aphorismensammlung besonderer Art: Die enge Verknüpfung privater Aufzeichnungen mit naturwissenschaftlichen Arbeiten stellt ein ungewöhnliches Zeitzeugnis dar und begründete den Ruhm des Autors.In seinen witzigen, oft ausgesprochen frechen Aphorismen wendet er sich entschieden gegen Aberglauben und Mystizismus und stellt ihnen Logik und Rationalität gegenüber. Aber auch gesellschaftliche und literarische Strömungen seiner Zeit wie Empfindsamkeit und Sturm und Drang bedenkt er mit kritischen Worten. Lichtenbergs Skepsis gegenüber der Entdeckung der Sauerstoffverbrennung durch Antoine Laurent de Lavoisier (1743-1794) und seine entschiedene Distanz zur Klassik und Frühromantik zeigen, dass er als Naturwissenschaftler und Publizist hinter der Entwicklung seiner Zeit zurückblieb.
Der Roman ist eine fiktive Autobiographie des Mönchs Medardus, der zu Beginn nichts über seine familiären Verbindungen weiß. Nach einer glücklichen Kindheit wird er in ein paradiesisches Kloster aufgenommen, wo er zwei wichtige Rollen übernimmt: die Verwaltung der Reliquienkammer, in der sich eines der Elixiere des Teufels befindet, und das Predigen. Sein Talent als Redner führt dazu, dass er sich selbst zum heiligen Antonius erklärt, doch nach einer Ohnmacht verliert er dieses Talent. Es kehrt zurück, als er vom Elixier des Teufels trinkt. Als die junge Aurelie, die der heiligen Rosalia ähnelt, ihm ihre Liebe gesteht, plant er, das Kloster zu verlassen, um sie zu suchen.
Ein weiterer Handlungsstrang wird durch den Kater Murr eingeführt, der als Ich-Erzähler fungiert. Er schildert seine Erlebnisse von der Geburt bis zur Niederschrift und bietet zahlreiche Kommentare zur "Bildung des Lesers". Murr präsentiert ein Rezept, wie man sich zum großen Kater bildet, und kritisiert damit die zeitgenössische Trivialisierung der Bildungsidee. Der Roman parodiert sowohl den Künstler- als auch den Entwicklungsroman, überschreitet jedoch deren Grenzen und entwickelt sich zu einem vielschichtigen Gesellschaftsroman.
Eduard Morike: Mozart auf der Reise nach Prag. Novelle Edition Holzinger. Taschenbuch Berliner Ausgabe, 2016, 4. Auflage Durchgesehener Neusatz mit einer Biographie des Autors bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger Entstanden 1852/55. Erstdruck in: Morgenblatt fur gebildete Stande (Stuttgart), Nr. 30-33, Juli und August 1855. Textgrundlage ist die Ausgabe: Eduard Morike: Samtliche Werke in zwei Banden. Mit einem Nachwort von Benno von Wiese sowie Anmerkungen, Zeittafel und Bibliographie von Helga Unger, Band 1, Munchen: Winkler, 1967. Herausgeber der Reihe: Michael Holzinger Reihengestaltung: Viktor Harvion Umschlaggestaltung unter Verwendung des Bildes: Eduard Morike (Fotografie von Friedrich Brandseph in Stuttgart, 1864) Gesetzt aus der Minion Pro, 10 pt. "
Anekdoten aus einem bewegten Beamtenleben mit Karl Schiller, Helmut Schmidt und Willy Brandt
308 Seiten
11 Lesestunden
Dr. Fritz Fischer war Bundesbeamter in verschiedenen Ministerien und dabei für die Nord-Süd- Kommission sowie mehrere Jahre bei der Weltbank und dem IWF in Washington abgeordnet. In diesem Buch berichtet er über seine Arbeit mit Karl Schiller, Helmut Schmidt und Willy Brandt, die er alle sehr geschätzt hat. Er würdigt ihre politischen Verdienste, zeigt aber auch ihre menschliche, private Seite. Weiter gibt er Einblicke in die Arbeit der Weltbank und des IWF und stellt Überlegungen an, wie diese mitunter schwerfälligen und zumeist getrennt operierenden Institutionen mit ihrer gewaltigen Finanzkraft noch effektiver und zeitgemäßer wirken könnten. Was hierbei die EU angeht, so könnte sie eine viel größere Rolle spielen, wenn die gegenwärtige Zersplitterung auf zahlreiche Stimmrechtsgruppen mit Nicht-EU-Ländern beendet würde und letztlich die Gemeinschaft mit einer Stimme sprechen könnte. Vor dem Leser breitet sich das überaus ereignisreiche Leben eines scharfen Beobachters, humorvollen und pragmatischen und bei allem Pflichtbewusstsein so gar nicht »typischen« Beamten aus. Mit der gewählten Erzählform als Anekdotensammlung wird der Leser zugleich zum gelegentlichen und entspannenden Schmunzeln eingeladen.
Im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart sind die weltweit meisten Prunkschlitten erhalten geblieben, die nun dauerhaft im Residenzschloss Urach ausgestellt sind. Diese einzigartige Sammlung umfasst 25 Schlitten aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und ist die größte ihrer Art. Der Herzog von Württemberg präsentierte sich mit diesen prunkvollen Schlitten, eskortiert von Fackelträgern und Paukern, in nächtlichen Umzügen durch die Stadt, um seine hohe soziale Stellung zur Schau zu stellen. Die Schlitten, oft von wilden Tieren und mythologischen Figuren gezogen, waren Teil der aufwendigen Repräsentation des Absolutismus und wurden wie Bühnenspektakel inszeniert. Die Ausstellung und der begleitende Katalog bieten Einblicke in die Kulturgeschichte des Schlittens und die hohe Qualität der Hofkunst in Württemberg. Der von Fritz Fischer bearbeitete Band zeigt die Schlitten in prächtiger Optik, mit reicher Ornamentik und Figurenwerken, die mythologische, groteske oder karnevalistische Motive aufgreifen. Informative Texte erläutern die Geschichte und Gepflogenheiten der Schlittenfahrten sowie die kunsthistorische Bedeutung der Fahrzeuge.