Unser Gesundheitssystem ist in Wahrheit ein Krankheitssystem. Obwohl die moderne Medizin wahre Wunder vollbringt, steht sie vielen Alltagserkrankungen ratlos gegenüber. Klaus Michael Meyer-Abich, Naturwissenschaftler und Philosoph zugleich, setzt sich systematisch mit den Defiziten der Schulmedizin auseinander. Er plädiert für ein neues Selbstverständnis, das nicht mehr auf den kranken Menschen fixiert ist, sondern die Gesundheit in den Mittelpunkt rückt. Seine Philosophie der Medizin richtet sich an alle, die sich für eine menschliche und bezahlbare Medizin einsetzen.
Dieses Buch ist ein naturphilosophisch-politischer Entwurf. Klaus Michael Meyer-Abich legt eine umfassende Deutung der geistigen und wirtschaftlichen Ursprünge der gegenwärtigen Naturkrise vor. Er macht deutlich, daß wir nicht länger wie interplanetarische Eroberer die Ressourcen ausbeuten dürfen, sondern daß es darauf ankommt, in der Natur und auf dieser Erde heimisch zu werden. Es gilt, die übrige Welt als unsere natürliche Mitwelt zu entdecken und wahrzunehmen. Meyer-Abich zeigt Auswege, auf denen die Industriegesellschaft noch eine Zukunft haben kann, wenn dazu ein politischer Wille entsteht.
Anlässlich der 600-Jahrfeier der Ruperto-Carola-Universität Heidelberg entschied der Gemeinderat der Stadt, sich mit der "Stadt-Heidelberg-Stiftung" und einer Vortragsreihe am Jubiläum zu beteiligen. Die Stadt, die seit sechs Jahrhunderten mit der Universität verbunden ist, wollte über ihre traditionsreichste Einrichtung nachdenken. Die Vortragsreihe trug den Titel, den Karl Jaspers 1946 seiner Schrift über die Heidelberger Universität gegeben hatte: Die Idee der Universität. Im Wintersemester 1985/86 und Sommersemester 1986 hielten sechs herausragende Vertreter interdisziplinärer Forschung und Lehre Vorträge, die in diesem Band zusammengefasst sind. Im Wintersemester beschäftigten sich der Heidelberger Philosoph Prof. Gadamer, der Hamburger Wissenschaftssenator Prof. Meyer-Abich und der Vizepräsident des Wissenschaftskollegs, Prof. Lepenies, mit der historischen und politischen Position der Universität in Deutschland und im internationalen Vergleich. Im Sommersemester konzentrierten sich die Beiträge des Nobelpreisträgers Prof. Eigen, Prof. Lubbe und Prof. Habermas auf die innere Entwicklung der Universität und die Reformbestrebungen der letzten Jahrzehnte. Jaspers beschreibt in seiner Schrift, dass die Aufgabe der Universität die Wissenschaft ist, wobei Forschung und Lehre der Bildung geistigen Lebens als Offenbarwerden der Wahrheit dienen.
Klaus Michael Meyer-Abich/Bertram Schefold: Die Grenzen der Atomwirtschaft. Mit einer Einleitung von Carl Friedrich von Weizsäcker. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 1986, 231 Seiten, 28 DM