Illustrierte Geschichte des Arbeitersports
- 256 Seiten
- 9 Lesestunden





Die Publikation beleuchtet die Rolle des Sports in der NS-Zeit und der DDR, wobei sie die Propagandastrategien beider Regime analysiert. Im ersten Teil werden prominente Figuren wie Riefenstahl und Schmeling sowie die Olympischen Spiele 1936 und deren Beziehung zum IOC betrachtet. Der zweite Teil widmet sich den Herausforderungen des Sports in der DDR, einschließlich der Anfänge in den 1950er Jahren, dem olympischen Wettkampf der 1960er und der Dopingproblematik der 1970er und 1980er Jahre, während auch die alltäglichen Mangelsituationen im Sport thematisiert werden.
Die umfassende Analyse der internationalen Sportpolitik im "Dritten Reich" beleuchtet die Olympischen Spiele 1936 als Höhepunkt. Teichler untersucht die Erfolge der Mercedes-Benz-Rennfahrer und die Verknüpfung von Sport mit moderner Technik und Medien. Zudem wird Sport als Werkzeug der Besatzungspolitik und die angestrebte Gleichschaltung des europäischen Sports thematisiert. Ein zentraler Aspekt ist Hitlers Einfluss auf die Entscheidungen, während auch die fragmentierten Strukturen und rivalisierenden Gruppen innerhalb der Sport-Außenpolitik des NS-Regimes zur Sprache kommen.
Berlin – 2006 Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft und 2007 Ausrichter der Handball-WM – erscheint heute wie eine ganz normale Sportmetropole. Doch jahrzehntelang tobten in der Frontstadt des Kalten Krieges unerbittliche politische Auseinandersetzungen, stritt man sich um die Einbeziehung West-Berlins in das Sportleben der Bundesrepublik, gab es immer wieder Boykottversuche. Im vorliegenden Sammelband wird an diese besondere Situation erinert: ob die 'Sportluftbrücke' für Hertha BSC, der Systemvergleich im Handball oder der Prestigekampf im Radsport zum Berlin-Jubiläum in den 1980er Jahren. Der 'Inselsport' in West-Berlin wird ebenso thematisiert wie die Spitzensportbewegung im Ostteil, der Sportjournalismus in Ost und West oder die Fankultur als gemeinsame Klammer. Die sportlichen und ideologischen Duelle fanden im Fußballstadion genauso statt wie in der Rennradarena und hatten auch ihre Wirkungen auf den Freizeitsport in beiden Teilen der Stadt. Durch seine Sonderstellung wurde Berlin zugleich zum Modellfall für die Wiedervereinigung auf dem Sportfeld, die hier schneller gelang als andernorts.