Im Fokus steht die Kulturgeschichte der Literatur, die zwischen direktem Verständnis und symbolischer Deutung balanciert. Anhand der zentralen Begriffe Poiesis, Katharsis und Aisthesis wird ein Modell entwickelt, das die unterschiedlichen Aspekte der Philologie beleuchtet: als Überlieferungsgeschichte, Wirkungsgeschichte und Deutungsgeschichte. Diese Herangehensweise ermöglicht eine tiefere Auseinandersetzung mit der Literatur und deren kulturellen Kontexten.
Ausgewählte Beiträge zur Binnenkritik und Dynamisierung der Aufklärung
505 Seiten
18 Lesestunden
Die für diesen Band ausgewählten Beiträge zur Literatur des Sturm und Drang wurden zwischen Anfang der 1990er-Jahre und heute veröffentlicht. Neben Goethe (u.a. Götz von Berlichingen, Die Leiden des jungen Werthers), Lenz (u.a. Hofmeister, Anmerkungen übers Theater), Wagner (Die Kindesmörderin), Schiller (u.a. Die Räuber, Kabale und Liebe), Leisewitz (Julius von Tarent) und Moritz (Blunt oder der Gast) gilt das Interesse auch weniger bekannten Autoren wie Hahn, Kraus, Carbonnieres, Schlosser, Hippel und Schubart. Die Einleitung zu dieser so entscheidenden Phase der deutschen Literaturgeschichte bietet einen umfassenden Überblick über den Sturm und Drang und sein Verhältnis zur Aufklärung. In Detailanalysen werden Drama, Lyrik und Prosa des Sturm und Drang explizit ausgeleuchtet. Dabei erweist sich der Sturm und Drang im Spannungsfeld von Binnenkritik und Dynamisierung der Aufklärung immer als kritische Aufklärung der Aufklärung
'Faust ausgelesen' wurde von Goethe wenige Wochen vor seinem Tod notiert. Für die Leserschaft bleibt Goethes Faust-Projekt (vom Urfaust über Faust I bis Faust II) ein zeitloser Klassiker, der in Schulen, Hochschulen und Theatern intensiv behandelt wird. Dieses Buch bietet keinen Stellenkommentar, sondern einen Szenenkommentar, der jede Szene im Kontext des gesamten Faust-Projekts und der Literatur- und Kulturgeschichte analysiert. Die erste Sichtung thematisiert Klassizität durch Einschüchterung und diskutiert diese unter anderem mit Brecht. Die zweite Sichtung beleuchtet die Geschichte verschiedener Faust-Texte, beginnend mit der Historia (1587) bis hin zu Rauschs Faust-Roman (2019), und umfasst Werke von Lessing, Müller, Lenz, Tieck, Heym, Karge und Neudecker. Die dritte Sichtung fokussiert Goethes Faust I und eröffnet Perspektiven auf Faust II. Die vierte Sichtung behandelt unter anderem Schwabs postdramatisches Coverdrama und Jelineks Sekundärdrama. Trotz der umfangreichen Literatur zu Goethes Faust I werden in diesem Buch neue Zusammenhänge und bislang übersehene Aspekte beleuchtet, wie die kulturgeschichtliche Bedeutung des Pudels und die Verknüpfung von Kant-Anspielungen sowie der Symbolik der Waldhöhle mit dem platonischen Höhlengleichnis.
Das Buch führt in zentrale Fragestellungen der Epochen der deutschen Literaturgeschichte seit Beginn des Buchdrucks am Beispiel von 10 repräsentativen Texten ein. Die 10 behutsam geführten Schritte, die überschaubar und zügig zu lernen sind, vermitteln Wissenskompetenz (literaturgeschichtliches Wissen) ebenso wie Deutungskompetenz (Interpretieren historischer literarischer Texte). Geeignet zur Einführung ins Studium und zur Examensvorbereitung.
Wie lässt sich das Vergängliche bewahren, wie der Liebe Dauer verleihen? Um diese Frage kreisen alle Texte über die große Liebe – von der Antike bis heute. ›Denn alle Lust will Ewigkeit‹, formulierte Nietzsche treffend. Und eben dies leistet die Literatur: Sie garantiert, dass die Liebe fortdauert, selbst über den Tod hinaus. Auch wenn die Liebenden längst gestorben sind und ihr Andenken erloschen, spricht die Literatur noch von ihrer großen Liebe, als sei sie eben erst geschehen. Dies mag ein Grund sein für die enge Allianz, die Literatur und Liebe seit jeher eingegangen sind. Bei diesem Rundgang durch die Literaturgeschichte begegnen dem Leser die verschiedensten Spielarten und Protagonisten der großen Liebe. Vorgestellt und erläutert werden u. a. Werke und Gedanken von Ovid, dem Prediger Salomo, Novalis, Schiller, Martin Walser oder Elfriede Jelinek. Matthias Luserke-Jaqui ist ein überraschend frischer Blick auf ein ebenso altes wie unerschöpfliches Thema gelungen.
Am 9. Mai 2005 jährt sich Schillers Todestag zum 200. Mal. Aus der Fülle der Publikationen, die im Jubiläumsjahr zu erwarten sind, hebt sich diese Einführung dadurch ab, dass sie zu einem erschwinglichen Preis solide Grundkenntnisse zu Leben und Werk Schillers vermittelt. Die Leser können sich hier in kurz gefasster Form mit den wichtigsten Texten eines Autors vertraut machen, dessen Schaffen die letzten 200 Jahre mühelos überdauert hat und dessen Lektüre noch immer einen kulturellen Mehrwert erzeugt. Wer sich mit Schiller beschäftigt, erfährt durch Literatur, was der Mensch ist. Den Weg zu solcher Erkenntnis weist dieses Buch
„Das Werk lebt“, schrieb Schiller 1785. Auch das 250. Geburtsjahr des Dichters beweist: Dieses Urteil ist zutreffend! In umfassenden Werkanalysen – neben ausgewählten Gedichten alle Dramen und alle essayistischen Schriften – stellt das Handbuch Schillers Werk kompakt und verständlich vor. Im Mittelpunkt steht der bedeutendste Werkkomplex: die Dramen. Die literatur- und kulturgeschichtlichen Bezüge werden präsentiert und das grundsätzliche anthropologische Interesse des Dichters, Mediziners, Philosophen und Historikers Schiller gewürdigt. Umfangreiche Angaben zur Entstehungs- und Deutungsgeschichte sowie knappe Einführungen in den Forschungsstand mit zahlreichen weiterführenden Literaturhinweisen runden die einzelnen Artikel ab.
Die wenigen Jahre zwischen 1770 und 1780 tragen in der Literaturgeschichte den schwungvollen Titel des Sturm und Drang und gelten als eine Periode innerhalb der Epoche der Aufklärung. Matthias Luserke interpretiert die Werke der »Stürmer und Dränger« wie Goethe und Lenz im Kontext dichterischer Gruppenbildung. Außerdem fächert er die poetischen und poetologischen Themen auf, die die Dichter in die Literatur der Aufklärung neu einbrachten: Genieästhetik (Shakespeare), das Konzept der Volkspoesie (Ossian), das Nachdenken über menschliche Natur und Leidenschaften jenseits des Disziplinierungsgebots (Werther, Kindermörderinnen).