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Christian Leitz

    7. August 1960
    Orientalia Lovaniensia Analecta - 62: Altägyptische Sternuhren
    Hieroglyphika latopolitana
    • Hieroglyphika latopolitana

      Eine Studie zu mehrdeutigen Schreibungen in Esna. Esna-Studien III.

      • 176 Seiten
      • 7 Lesestunden

      In den Litaneien von Esna wurden die Namen der angerufenen Gottheiten in vielen Fällen ganz ungewöhnlich geschrieben, um auf diese Weise gegebenenfalls auf die Inhalte des Begleittextes der jeweiligen Verse anspielen zu können. Es handelt sich bei diesen „mehrdeutigen Schreibungen“ (um den unpassenden Begriff Kryptographie zu vermeiden) um ein im ganzen Pronaos von Esna verbreitetes Phänomen, das vor allem bei den Namen der Gottheiten des Tempels, dem Ortsnamen Esna und der allgegegenwärtigen Töpferscheibe angewendet, bisweilen aber auch auf andere Wörter ausgeweitet wurde. Die vorliegende Studie, die sich als eine Ergänzung zum vorangehenden Band (Einleitung in die Litaneien von Esna, Esna-Studien II) versteht, besteht nach einer Einleitung in die Thematik und einem Vergleich mit anderen Quellen im wesentlichen aus einer kommentierten Zeichenliste, in der diese besonderen Schreibungen gesammelt und besprochen sind. Es ist jedoch keine vollständige Zeichenliste aller Inschriften des Esnatempels, eine solche wird erst in einigen Jahren im Rahmen des Tübinger Esna-Projektes erscheinen.

      Hieroglyphika latopolitana
    • Das vorliegende Buch setzt sich aus drei unterschiedlichen Teilen zusammen. Im ersten Kapitel werden zum ersten Mal die wichtigen Texte aud dem Naos mit den Dekanen publiziert, der sich als ein altagyptischer Vorläufer der griechischen und lateinischen Dekantexte herausstellt. Das zweite Kapitel behandelt die diagonalen Sternuhren auf den Holzsargen des Mittleren Reiches. Gegenüber der bislang vertretenen Ansicht, dass aufgehende Dekansterne zur Stundenmessung gedient hätten, wird hier dafür argumentiert, dass es sich schon aus Gründen der Praktikabilität heraus um untergehende Sterne handeln muss. Das letzte und längste Kapitel behandelt die ramessidischen Sternuhren, die nicht, wie man früher dachte, ein vollig chaotisches System der Zeitmessung darstellen. Die Untersuchung zeigt, dass wir es mit einer technischen Fortentwicklung der Dekansternuhren zu tun haben, die in die Zeit des Senenmut, des Baumeisters und Günstlings der Königin Hatschepsut zurückreicht. Während die durch die Dekane gemessenen Stunden unverändert im Sommer und Winter knappe 40 Minuten lang sind, ermöglichen die ramessidischen Dekansternuhren eine die Jahreszeiten berücksichtigende Bestimmung der zwölf Nachtstunden. Verschiedene Indices und mehrere Sternkarten beschliessen das Buch.

      Orientalia Lovaniensia Analecta - 62: Altägyptische Sternuhren