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Karl Erich Grözinger

    4. Februar 1942
    Karl Erich Grözinger
    Franz Kafka und das Judentum
    Judentum im deutschen Sprachraum
    Die erste jüdische Universität in Berlin
    Kafka und die Kabbala
    Die Jüdische Welt
    Jüdisches Denken
    • In Band 3 zeigt Karl Erich Grözinger, wie sich das italienische Judentum bereits ab dem 16. Jahrhundert, gut 200 Jahre vor der Aufklärung im mitteleuropäischen Judentum, den modernen Wissenschaften und Künsten öffnete und damit das jüdische Denken in Europa grundlegend veränderte. Verstärkt wurde die daraus resultierende religiöse Unsicherheit noch durch den Zuzug der von der iberischen Halbinsel stammenden sephardischen sowie zwangsgetauften Juden. All dies führte zu einer Religions- und Traditionskritik, die in Spinoza ihren letzten Höhepunkt fand. Parallel entstand, besonders in Osteuropa, eine »orthodoxe« und zugleich innovative Restrukturierung der rabbinischen Tradition. Die Berliner Aufklärung um Moses Mendelssohn trug die vom Mittelmeerraum ausgegangenen Debatten ab der Mitte des 18. Jahrhunderts in das deutsche Judentum. Hieraus entstand die in der gesamten Neuzeit virulente Auseinandersetzung um Gesetz oder Glaube als dem Zentrum des Judentums, die in die bis heute andauernde Trennung in Reform und Orthodoxie mündete.

      Jüdisches Denken
      4,5
    • Die erste säkulare jüdische Universität wurde 1856 unter dem Namen ihres Stifters, Veitel Heine Ephraimsche Lehranstalt, in Berlin gegründet. Die Veitelsche Hochschule stand in dezidierter Kontroverse zu den rabbinischen Schulen wie auch zu der 1872 gegründeten Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Um 1900 war sie der Hort eines von den Studenten in die Öffentlichkeit getragenen innerjüdischen Kulturkampfes. Es war ein Streit wider die traditionellen Institutionen, ein sukzessives Eintragen neuer Bildungsinhalte und Reformschritte sowie ein Verfechten von Recht, Politik und säkularen Ideen. Karl Erich Grözinger zeichnet in seinem neuen Buch das Bild eines lebendigen, streitbaren Judentums vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, das selbst mit König und Behörden ringt.

      Die erste jüdische Universität in Berlin
    • Jüdische Kultur in den SchUM-Städten

      Literatur - Musik - Theater

      • 343 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Die Städte Speyer, Worms und Mainz, deren hebräisches Kürzel „SchUM“ lautet, sind bis heute ein Markstein im jüdischen Bewusstsein in aller Welt. Es sind neben den heiligen Orten und Steinen vor allem die Erzählungen, Erinnerungen, Lieder und Melodien, die das Bild von diesen drei jüdischen Muttergemeinden im Rheinland prägen. In diesem Band werden die erzählerischen und musikalischen Narrative der drei SchUM-Gemeinden vorgestellt und erörtert: die Erzählungsliteratur vom Mittelalter bis zur Neuzeit, deren Fortschreibungen ab dem 19. Jh. bis zur Gegenwart in der modernen hebräischen Literatur sowie der rheinisch-synagogale und jiddische Volksgesang samt dem Theater, dem Purim-Schpil. Die Beiträge der 16 Autoren zeigen, in welchem Maße in den SchUM-Gemeinden die Grundlagen eines deutschen Judentums liegen, sowie dessen enge Verflechtung mit der deutschen Erzähl- und Frömmigkeitskultur trotz der steten Gegenwart der Ausgrenzung und Verfolgung und jenseits aller religiöser Differenzen. Die Welt der Grimm’schen Märchen ist in ihrem jüdischen Gewand hier schon Jahrhunderte früher greifbar; Drachen, Dämonen und Zauberer beherrschen das Bild, sind die literarischen Mittel zur Bearbeitung des alltäglichen Geschehens. Die hebräischen und jiddischen Geschichten zeugen von einem aschkenasisch-jüdischen Heimatbewusstsein, das z. B. in Worms das „kleine Jerusalem“ sieht, mit eigener rechtlicher und spiritueller Autorität, die bis hin zur Erwartung der Geburt des Messias in Worms reicht. Ohne die Kenntnis dieser Erzählkultur kennt man diese rheinische Region ebenso wenig wie ohne die der Sagen und Lieder von den Nibelungen.

      Jüdische Kultur in den SchUM-Städten