Wer PRO DOMO redet, spricht für das eigene Haus , das heißt in eigener Sache. Auf welche Weise Vertraute von Künstler:innen aktiv und nachhaltig Kunstgeschichte gestalten, untersucht dieser Band. Aus dem direkten Umfeld von Künstler:innen versuchen sich immer wieder Personen an einer PRO DOMO-Kunstgeschichte: im Medium des Textes, der Fotoreportage, des Films oder des Digitalen. Solche Formen einer oft dezidiert parteiischen Kunstgeschichtsschreibung werden hier erstmals umfassend analysiert. Den Ausgangspunktbilden Schriften, die meist im unmittelbaren Umfeld von Künstler:innen zuweilen auch in direkter Kooperation entstanden sind und die somit gleichsam für diese das Wort ergreifen. Thematisch spannt das Buch einen Bogen vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart und fragt auch danach, was dieses PRO DOMO-Prinzip für die Kunstgeschichte insgesamt bedeutet und wie heute mit einer solchen Involvierung umzugehen ist.
Matthias Krüger Bücher


Das Relief der Farbe
pastose Malerei in der französischen Kunstkritik 1850-1890
- 400 Seiten
- 14 Lesestunden
Mit der Thematisierung des Farbauftrags eröffnet dieses Buch einen Blick auf die für die Entwicklung der modernen Kunst so wichtige französische Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es zeigt, dass in dem Maße, in dem immer mehr Künstler in Ablehnung ›akademischer‹ Glattmalerei pastose Maltechniken erprobten, das Relief der Farbe zum Gegenstand eines regen und erfreulich kontroversen kunstkritischen Diskurses wurde. Anhand einer eingehenden Untersuchung dieses Diskurses einerseits und einer Bildbetrachtung ausgewählter Werke andererseits werden die verschiedenen Bedeutungsvalenzen pastoser Malerei freigelegt. Das reiche Material erlaubt es, die kunstkritische Diskussion zu Fragen des Farbauftrags facettenreich nachzuzeichnen. Dabei gelingt es dem Autor aufzuzeigen, dass der Einsatz bestimmter Maltechniken nicht als bloß formale Entscheidung galt, sondern mit philosophischen, sozialen, nationalen, geschlechtsspezifischen und medientheoretischen Bedeutungen aufgeladen war. Zugleich wird auch der Zusammenhang zwischen dem Bedeutungszuwachs der Farbe als Material und dem Konkurrenzdruck, dem die Malerei durch das Aufkommen der Fotografie ausgesetzt war, ausführlich erörtert.