München
- 176 Seiten
- 7 Lesestunden




„Heute bin ich anders. Weil einer auf mich wartet. Weil ich nie mehr allein sein werde.“ Sie kennt das Gefühl seit ihrer Kindheit: Auf etwas zu warten, was dann nicht eintrifft. Ausgeschlossen zu sein. Nicht teilzuhaben am Leben, obwohl sie sich doch so sehr danach sehnt. Und so hat Klara Schwartz sich eingerichtet in ihrer Einsamkeit, bis das Gefühl der Leere und die Sehnsucht nach Liebe, nach Berührung sie bis zum Äußersten treiben …
Die Schriftstellerin und Malerin zu Reventlow (1871-1918) war zur Jahrhundertwende eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Schwabinger Boheme und lebte ein für eine Frau ihrer Zeit aussergewöhnlich freizügiges Leben.
Der Wahnsinn des Gewöhnlichen. In bestechend scharfen literarischen Momentaufnahmen erzählt Franziska Sperr von Einsamkeit, Liebeshunger und hilflosen Ausbruchversuchen aus der Ereignislosigkeit des Alltags. Fein nuanciert und unbestechlich - ohne ihre stillen und melancholischen Helden jemals der Lächerlichkeit preiszugeben. Große Dramen in kleinen Welten. Ein schüchterner Blick, ein nervöses Zucken der Mundwinkel, eine abweisende Handbewegung kann mehr bedeuten als das Herumfuchteln mit Pistolen und Brillantcolliers. Meine Geschichten spielen in der Küche eines Reihenhauses, im Inneren eines Schranks oder vor einem Terrarium, das nicht mal einen Kubikmeter misst. Dort, in diesen kleinen Welten, finden Dramen statt - meine großen Dramen." Franziska Sperr