»POP. Kultur und Kritik« analysiert und kommentiert die wichtigsten Tendenzen der aktuellen Popkultur in den Bereichen von Musik und Mode, Politik und Ökonomie, Internet und Fernsehen, Literatur und Kunst. Die Zeitschrift richtet sich sowohl an Wissenschaftler*innen und Studierende als auch an Journalisten*innen und alle Leser*innen mit Interesse an der Pop- und Gegenwartskultur. Das aktuelle Heft umfasst 19 Beiträge, u.a. zu Lana Del Rey, Globalisierung, Incels, Karajan, Easy Listening, Cottagecore.
Fragen der Form, Werturteile, Begriffe und Begründungen
516 Seiten
19 Lesestunden
Populäre Werke werden seit Jahrhunderten als minderwertig angesehen, da ihnen Oberflächlichkeit, Eindimensionalität und Standardisierung zugeschrieben werden. Kritiker wie Schiller, Nietzsche und Adorno haben sich gegen die breite Anerkennung dieser Werke ausgesprochen. Dennoch gibt es seit dem 18. Jahrhundert, besonders seit den 1950er Jahren, Argumente, die populären Werken künstlerische Anerkennung zusprechen. Dieses Buch zielt darauf ab, die Vielzahl an Positionen und Argumenten zu systematisieren, die populäre Werke als Kunst legitimieren. Es bietet eine umfassende Analyse der Gründe, die es ermöglichen, Werke aus Literatur, Musik, Film, Fotografie, bildender Kunst und Design als genuine Kunst zu betrachten.
Das Inhaltsverzeichnis umfasst Themen wie die zentralen Einwände gegen die Anerkennung populärer Artefakte, die Konzepte von Uniformität und Masse, sowie die Rolle von Charts und der Independent Group. Es behandelt auch Aspekte wie Ästhetik, verschiedene Kunstdefinitionen und die Frage, ob Kunst nützlich, modisch oder unterhaltsam ist. Zudem wird untersucht, inwiefern Kunst von Laien und Amateuren geschaffen wird und wie populäre Artefakte als hochwertige Kunst gewertet werden können. Das Buch schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse und bietet einen tiefen Einblick in die Debatte um die künstlerische Wertigkeit populärer Werke.
Die fünfte Pop-Dekadentagung von 2019 in Hamburg thematisiert die Zukunft der deutschen Pop-Musik und die Rolle von Musikerinitiativen der Siebzigerjahre. Experten wie Diedrich Diederichsen und Gabriele Rohmann diskutieren, ob diese Musik im Museum enden wird oder ob digitale Archive wertvolle Kraut-Rock-Schätze bewahren können. Ihre Analysen bieten neue Perspektiven auf eine scheinbar aktuelle Musikkultur und beleuchten die Herausforderungen und Chancen, die sich aus der Digitalisierung ergeben.
Der Band gibt einen Überblick über die anglo-amerikanische Ästhetik des 20. Jahrhunderts. In sieben Originalbeiträgen werden Klassiker des Pragmatismus (James, Dewey) und der analytischen Ästhetik (Wittgenstein, Macdonald, Sibley) sowie zentrale Positionen des Neo-Pragmatismus (Shusterman, Rorty) und der post-analytischen Philosophie (Dickie, Danto, Goodman) vorgestellt. Der Band beleuchtet damit eine in Deutschland bis heute unterschätzte, sehr facettenreiche Tradition ästhetischen Denkens. Da manche der behandelten Autoren (z. B. George Dickie) im deutschen Sprachraum kaum und andere (z. B. Richard Rorty) nicht als Ästhetiker bekannt sind, sind die Beiträge als Einführungen in das ästhetische Denken jeweils eines Autors angelegt.
Eine Verteidigung des Konsums gegen seine deutschen Verächter
247 Seiten
9 Lesestunden
Nichts wird von der intellektuellen Klasse schärfer kritisiert und tiefer verachtet als der alles und jeden durchdringende Konsum. Dabei stellt der massenhafte Konsum einen unverzichtbaren Bestandteil jeder auf Wohlstand abzielenden Wirtschaftsordnung dar. Dennoch einigt die Ablehnung einer »materialistischen Einstellung« Rechte wie Linke, Avantgardisten wie Bildungsbürger, Verfechter einer Elite wie Vertreter der Mittelschicht. Thomas Hecken zeichnet in seinem Essay die Geschichte dieser Versagung von Böll bis Habermas, von der KPD bis zur CDU und von der FAZ bis zur »konkret« nach. Er entlarvt die zwiespältigen Versuche der Pop-Linken und der Neoliberalen, daran etwas zu ändern - und unternimmt schließlich selbst eine Verteidigung von Konsum und Materialismus.
»Pop. Kultur und Kritik« analysiert und kommentiert die wichtigsten Tendenzen der aktuellen Popkultur in den Bereichen von Musik und Mode, Politik und Ökonomie, Internet und Fernsehen, Literatur und Kunst. Die Zeitschrift richtet sich sowohl an Wissenschaftler*innen und Student*innen als auch an Journalist*innen und alle Leser*innen mit Interesse an der Pop- und Gegenwartskultur. Heft 22 widmet sich neben vielen Gegenwartsthemen u. a. den Beatles.
Von Texten und Theorien aus einer Zeit euphorischer Kritik
179 Seiten
7 Lesestunden
Der für die Geschichte der BRD bedeutsame Komplex »1968« ist in den letzten Jahren weitgehend hinter vagen Erinnerungen und ideologischen Zurichtungen verschwunden - die übliche journalistische Aufzählung der bekannten Ereignisse macht das nicht besser. 1968 ist international aber nicht nur eine Hochzeit der Aktion, sondern auch eine der Reden und Theorien gewesen. Darum lohnt es, einen genauen Blick auf die Texte von damals zu werfen: auf Beiträge von Jürgen Habermas, Stuart Hall, Rudi Dutschke, David Cooper, Herbert Marcuse, Susan Sontag, André Glucksmann, Tuli Kupferberg, Bernardine Dohrn sowie auf Artikel ihrer Gegenspieler Raymond Aron, Joachim Fest, Niklas Luhmann u. v. a. Dabei entsteht ein ebenso umfassendes wie detailreiches Bild der wichtigsten Grundsätze von »1968« in den Bereichen Politik, Lebensstil und Kultur.