Die Geschichte des tschechischen Fotografen Miroslav Tichý ist sowohl erstaunlich als auch fesselnd. Mit selbstgebauten Kameras aus Pappe und Klebeband nahm Tichý in den 1960er und 70er Jahren mehrere tausend Bilder von den Frauen seiner Heimatstadt Kyjov in Mähren auf. Diese Aufnahmen zeigen Frauen in ihrem Alltag und verwandeln gewöhnliche Momente von Arbeit und Freizeit in kleine Epiphanien. Seine verschwommenen und schiefen Fotografien besitzen eine auffällige Zeitgenossenschaft und erinnern an die frühen Gemälde von Gerhard Richter oder die Fotografien von Sigmar Polke. Unvollkommen gedruckt und absichtlich beschädigt, vermitteln sie ein überraschendes retrogrades oder sogar antimodernistisches Gefühl. Im Kontext der kalten Kriegsatmosphäre in der Provinz Tschechoslowakei, kurz vor und nach dem liberalisierenden Moment des Prager Frühlings (1968), stellen sie eine Art indirekte politische Provokation dar, eine provokante Antwort auf den progressiven realistischen Perfektionismus der offiziellen sowjetischen Kultur.
Carolyn Christov Bakargiev Bücher





Tuzlu Su. Saltwater
Düşünce Biçimleri Üzerine Bir Teori. A Theory of Thought Forms
- 540 Seiten
- 19 Lesestunden
Anri Sala (Tirana, 1974) uses film, music, sculpture, photographs and drawings to create installations that explore the cracks, gaps, overlaps, and echoes through which reality unfolds in time and events acquire meaning. Through architectural space he modulates visual, sonic and tactile elements and thereby generates new interpretations of reality and unprecedented perceptual possibilities. Music constitutes an integral part of his art and is one of the features shared by his most recent works.This catalogue develops an in-depth examination of AS YOU GO, the project devised by Sala specifically for Castello di Rivoli Museo d'Arte Contemporanea in the form of an exhibition that also constitutes a single new work, extended over time and in the exhibition space, and capable of involving the viewer in an unprecedented perceptual experience.
Horst Hoheisel, Aschrottbrunnen 2012
- 71 Seiten
- 3 Lesestunden