»Untertauchen« ist der legendäre erste Roman über das spurlose Verschwinden der Menschen in Russland während Stalins Großem Terror. Mit aller Kraft stemmt sich Lydia Tschukowskajas Heldin gegen das Vergessen dieser Menschen – Verbündete sucht sie vergeblich. Nina Sergejewna verbringt den Winter des Jahres 1949 in einem Sanatorium für Schriftsteller auf dem Lande. Während die Wälder draußen im Schnee versinken, ist im Inneren des Sanatoriums alles auf erholsames Vergessen ausgerichtet. Doch Nina Sergejewna sucht nicht das Vergessen und Verdrängen, sondern Erinnerung und Erkenntnis. Sie will mehr über die Vergangenheit, über ihr Leid und das Urteil erfahren, das vor zwölf Jahren über ihren Mann ergangen ist: zehn Jahre ohne Recht auf Briefverkehr. Mit »Untertauchen« schrieb Lydia Tschukowskaja die erste Erzählung über das spurlose Verschwinden hunderttausender Menschen während Stalins Großem Terror. In Russland kursierte es jahrzehntelang nur als Manuskript. Trotzdem führte es 1974 zur ihrem Auschluss aus dem Schriftstellerverband der Sowjetunion, dem sie mit einer mutigen Rede gegen das Vergessen begegnete. Gegen dieses Vergessen setzte Lydia Tschukowskaja das »Untertauchen«: »Vielleicht war das Schreiben überhaupt die Möglichkeit zu verstehen.«
Swetlana Geier Bücher






Swetlana Geier, die Grande Dame der russischen Übersetzer, hat mit ihren herausragenden Neuübertragungen von Dostojewskijs großen Romanen neue Maßstäbe gesetzt. In diesem biographischen Interview gewährt sie Taja Gut Einblicke in ihr Leben, Denken und Werk. Spannend wie ein Roman und packend wie der preisgekrönten Film «Die Frau mit den 5 Elefanten» von Vadim Jendreyko.
Die großartige Sammlung russischer Volksmärchen von Alexander Afanasjew (1826–1871) verzauberte schon Generationen von Lesern in aller Welt. Ihr Reiz speist sich aus dem Reichtum der russischen Erzähltradition und der schier grenzenlos wirkenden Vielfalt ihrer Stoffe. Afanasjew gilt zu Recht als der russische Grimm: Ähnlich wie dem berühmten deutschen Brüderpaar ging es ihm um die Bewahrung des wertvollen literarischen Erbes seiner Sprache, um das Bewußtsein, welch grandioser Schatz in den mythischen Märchenerzählungen seines Landes liegt.
Von Freundschaften, die Nähe und Distanz kennen Freundschaft, so Hannah Arendt in ihrem Denktagebuch, gehört zu den »tätigen Modi des Lebendigseins«, und Briefe sind deren herausragende Zeugnisse. Dieser Band versammelt weitgehend unveröffentlichte Briefwechsel der politischen Philosophin mit ihren langjährigen Freundinnen Charlotte Beradt, Rose Feitelson, Hilde Fränkel, Anne Weil und Helen Wolff . Neben den gemeinsamen Projekten prägte die Freundschaften auch, dass alle Frauen die Wirklichkeiten von Emigration und Immigration kannten. Die Briefwechsel führen mitten hinein in Arendts Gedanken- und Arbeitswelt und sie greifen in vielfältiger Weise Fragen auf, die Arendt in ihren Büchern und Essays thematisiert hat.
Im Herbst starten die Dritten Fernsehprogramme eine große Serie über die Geschichte der russischen Literatur. Dazu hat Swetlana Geier, auf deren Anregung das Filmprojekt zurückgeht, eine Buchkassette zusammengestellt, in der der Leser den großen Gestalten der russischen Literatur begegnet.In 'Statt einer russischen Literaturgeschichte' lässt sie die Autoren selbst deren Entwicklung darstellen, die wir in der Anthologie "Sternensalz" minutiös bis in die Gegenwart nachverfolgen können.§
Aufzeichnungen aus dem Kellerloch - In der Neuübersetzung von Swetlana Geier
- 153 Seiten
- 6 Lesestunden
Swetlana Geier - Leben ist Übersetzen
- 215 Seiten
- 8 Lesestunden
Erzählung. 1990 123 S. Softcover München, Piper,

