Zur Abstinenz motivieren Alkoholsucht ist ein stets präsentes, oft frustrierendes Thema für alle, die in psychosozialen Berufsfeldern arbeiten. Das Buch bietet eine kompakte Einführung in das Thema mit Fallbeispielen und praktischen Tipps, wie sich die Motivation zur Abstinenz oder Reduktion anschieben und stützen lassen. Auch Angehörige finden im Buch hilfreiche Impulse. Praxisnah und kompetent erleichtert der Autor den Zugang zur subjektiven Seite des süchtigen Alkoholkonsums, zur biografischen Dimension der Sucht und zu somatischen und sozialen Folgen ihrer Verfestigung. Das Buch weckt Verständnis für die Art der Störung und erläutert professionelle Handlungsoptionen. Dabei zielen die Behandlungsstrategien und -möglichkeiten auf die Unterstützung der Betroffenen bei der persönlichen Zielfindung, der Ressourcenorientierung und durch positive Verstärker. Möglichkeiten der Online-Beratung werden ausführlich dargestellt; Aktualisierungen betreffen die Eingliederungshilfe, die epidemiologischen Zahlen sowie das Thema »Sucht und Arbeit«.
Martin Reker Bücher


Psycho-Logik - 11: Werk und Wirkung von Paul Matussek
- 272 Seiten
- 10 Lesestunden
Der Neurologe, Psychiater und Psychoanalytiker Paul Matussek (1919-2003) studierte Philosophie bei Nicolai Hartmann und Eduard Spranger, bevor er sich der Medizin zuwandte. In Heidelberg entstand seine Studie "Metaphysische Probleme der Medizin. Ein Beitrag zur Prinzipienlehre der Psychotherapie", bei Kurt Schneider habilitierte er sich uber psychopathologische Fragen der Wahnwahrnehmung. Psychopathologische Forschungen zum Wahn, zur Sucht und zur Depression, vor allem aber auch deren anthropologische Hintergrunde, bildeten Matusseks Forschungsschwerpunkte. Seit Anfang der 1990er Jahre entwickelte er ein Psychosemodell, das auch uber den klinischen Bereich hinaus Wahntendenzen zu erkennen hilft. Hier entwickelte er zusammen mit seinem Neffen, dem Kulturwissenschaftler Peter Matussek, eine eigene biografische Methodik zu Fallstudien. Dieser Band stellt das Werk von Paul Matussek vor, indem philosophische und medizinische Perspektiven ideengeschichtlich, anthropologisch und ethisch beleuchtet werden.