In »Transient« verbindet Thomas Ballhausen Mythologie und Science-Fiction in einem rauschhaften Langgedicht über das Ende einer großen Liebe in einer fantastischen Realität. Inspiriert von der »Alkestis«-Thematik thematisiert er Schuld, Schande und Vergebung, begleitet von digitalen Zeichnungen von Elena Peytchinska.
Archive sind Schatzkammern der Kultur
Längst fordern Archive mehr als bloßes Sammeln und passives Reagieren. Thomas Ballhausen zeichnet die notwendigen Veränderungen zum aktiven Eingreifen, Fragen und Forschen nach. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Film- und Mediengeschichte spürt er dem Verstehen von Quellen nach und zeigt, wie wesentlich 'die Arbeit am Archiv' für ein umfassendes Verständnis von Kultur ist.
Im Osten von Wien, auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern, wird zur Zeit eines der größten Wiener Stadtentwicklungsprojekte umgesetzt: „aspern Die Seestadt Wiens“. Noch bevor die ersten Häuser standen, ermöglichte die Betreibergesellschaft „wien3420“ ein Kulturprogramm, das die „Stadtwerdung“ begleitet. So wurden – unüblicherweise – auch drei Stadtschreiber für die im Entstehen begriffene Stadt engagiert. Thomas Ballhausen, Andrea Grill und Hanno Millesi, drei wichtige literarische Stimmen ihrer Generation und etabliert in der österreichischen Literaturszene, haben sich – ausgehend vom Vorhaben „Seestadt“ – u. a. mit Urbanität im Allgemeinen, dem Entstehen von urbanen Zentren, den Modellen für das Zusammenleben von Menschen, aber auch mit Aspern und seinem historischen Hintergrund auseinander gesetzt. Die so entstanden literarischen Texte versammelt der Band.
Der Autor und Kulturphilosoph Thomas Ballhausen beschäftigt sich in seinen literarischen Arbeiten mit der als beschädigt empfundenen Gegenwart, die von Digitalität, Entfremdung und Konflikten geprägt ist. Seine lyrischen Texte weisen eine Nähe zur Poetik des Punks auf und verbinden scheinbar inkongruente Elemente. In „Unter elektrischen Monden” schöpft er aus der Weltliteratur sowie aus neuen Medien, wobei Film und Pop neben antiken Klassikern und Größen wie Paul Celan oder Anne Carson stehen. Ballhausen thematisiert das Persönliche und Intime im Kontext größerer gesellschaftlicher Zusammenhänge. Das Phantastische ist eine zentrale Folie seiner Gedichte, in denen das Unwirkliche selbstverständlich integriert wird. In der Auseinandersetzung mit Gegenwart und Geschichte arbeitet er an ramponierten Mythen, gefährlichen Objekten und romantischen Gegenentwürfen der Liebenden. Seine unverwechselbare literarische Position zeigt sich nicht im Zelebrieren des Untergangs, sondern in hochreflexiven Gedichten, die als feinsinnige und unterhaltsame Einladungen fungieren, die Wirklichkeit in all ihrem Schrecken und ihrer wunderbaren Schönheit neu zu entdecken.
Thomas Ballhausens erzählerische Lyrik ist Antike und Zeitgeist, Philosophie und Punk, bringt historische Helden und mythologische Figuren aufs Tapet und greift auf die großen Narrative der Menschheit zurück. Einmal ganz Galan, konziliant in der Wortwahl, einmal tiefgehend mit Wilde’scher Leidenschaft und Verve, dann wieder kaltschnäuzig mit einem kräftigen Schuss noir erzeugen die balladenhaften Texte einen zeitlosen Nachhall. Fragen nach Mechanismen menschlichen Handelns und der Verfasstheit von Ritualen werden laut; der Dichter zerlegt althergebrachte Machtmuster, lässt Geschlechterrollen bersten und bleibt bei all dem ein Erzähler cinematografischen Ausmaßes: Die Intensität der Sprache ist körperlich spürbar. Sie changiert von tabubehaftet zu lustvoll und ergießt sich immer wieder in düstere Wortkaskaden. Der renommierte Fotograf Chris Saupper fungiert als Bildredakteur und hat die Lyrik Ballhausens mit zeitgemäßen visuellen Ergänzungen versehen.
Die Monografie untersucht das Thema der "Magie" im Spielfilm. Film und Kino als immanente Form des "Täuschungsvertrages" sind in ihrer historischen Entwicklung magischen Vorstellungen und insbesondere der Bühnenmagie vielfach verpflichtet. Die Analyse der filmischen Beispiele anhand thematischer Leitlinien (z. B. Konflikt, Pakt, Täuschung, Fluch) erlaubt es, Typen magischer Handlungen zu motivischen Clustern zu fassen.