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Die Münchner Moriskentänzer

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  • 214 Seiten
  • 8 Lesestunden

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Erasmus Grasser, ein Bildhauer und Baumeister aus Schmidmühlen, schuf zwischen 1480 und 1518 die einzigartigen Holzfiguren der Münchner Moriskentänzer, die zu den bedeutendsten Kunstwerken der Stadt München zählen. Diese Figuren wurden im neu errichteten Tanzhaus am Marienplatz, heute bekannt als das Alte Rathaus, aufgestellt. Ihre Deutung als frühe Zeugnisse bürgerlicher Repräsentation ist naheliegend, jedoch waren sie ursprünglich Teil eines komplexen heraldischen Programms, das den bayerischen Landesherrn in einen kosmologischen Kontext einbettete. Als exotische Entourage im höfischen Zeremoniell übernahmen die Tänzer die Rolle von Wappenträgern und dienten als prächtiges Ornament, mit dem der Herzog von Bayern seinen dynastischen Anspruch auf die Vormachtstellung im Reich untermauerte. Die Darstellung der ursprünglich maurischen Tanzsprünge und grotesken Bewegungsmotive, die heutigen Raver-Posen ähneln, demonstriert zudem die gestalterischen Möglichkeiten der Holzschnitzerei, die Konkurrenz zu Stein- und Bronzeskulpturen erhielt. Der Band untersucht die Moriskentänzer aus verschiedenen Perspektiven – historisch, kunstgeschichtlich, musikwissenschaftlich und kostümkundlich – und versucht, die Figuren in ihren historischen Kontext zurückzuführen.

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Die Münchner Moriskentänzer, Iris Lauterbach

Sprache
Erscheinungsdatum
2013
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Titel
Die Münchner Moriskentänzer
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Iris Lauterbach
Verlag
ZI
Erscheinungsdatum
2013
Seitenzahl
214
ISBN10
3980607194
ISBN13
9783980607193
Reihe
Beschreibung
Erasmus Grasser, ein Bildhauer und Baumeister aus Schmidmühlen, schuf zwischen 1480 und 1518 die einzigartigen Holzfiguren der Münchner Moriskentänzer, die zu den bedeutendsten Kunstwerken der Stadt München zählen. Diese Figuren wurden im neu errichteten Tanzhaus am Marienplatz, heute bekannt als das Alte Rathaus, aufgestellt. Ihre Deutung als frühe Zeugnisse bürgerlicher Repräsentation ist naheliegend, jedoch waren sie ursprünglich Teil eines komplexen heraldischen Programms, das den bayerischen Landesherrn in einen kosmologischen Kontext einbettete. Als exotische Entourage im höfischen Zeremoniell übernahmen die Tänzer die Rolle von Wappenträgern und dienten als prächtiges Ornament, mit dem der Herzog von Bayern seinen dynastischen Anspruch auf die Vormachtstellung im Reich untermauerte. Die Darstellung der ursprünglich maurischen Tanzsprünge und grotesken Bewegungsmotive, die heutigen Raver-Posen ähneln, demonstriert zudem die gestalterischen Möglichkeiten der Holzschnitzerei, die Konkurrenz zu Stein- und Bronzeskulpturen erhielt. Der Band untersucht die Moriskentänzer aus verschiedenen Perspektiven – historisch, kunstgeschichtlich, musikwissenschaftlich und kostümkundlich – und versucht, die Figuren in ihren historischen Kontext zurückzuführen.