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Zum Diskurs des Theorie-Praxis-Verhältnisses in der Deutschdidaktik - ein weites Feld

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Der Klärungsversuch des Theorie-Praxis-Verhältnisses im deutschdidaktischen Diskurs ist komplex und vielschichtig. Das Bild Fontanes vom weiten Feld beschreibt diese Problemsituation treffend. Die Beiträge des Bandes zeigen unterschiedliche Perspektiven: Einige Autoren sehen die Defizite in der Theorieaversion der Lehramtsstudenten, während andere das problematische Verhältnis eines Teils der Deutschdidaktik zu den Bezugswissenschaften betonen. Dabei wird kritisiert, dass die praktische Tauglichkeit fremder Erkenntnisformate zu wenig geprüft wird. Zudem werden wichtige Bezugswissenschaften wie die Neurowissenschaft vernachlässigt, die wertvolle Anregungen für eine schülerbezogene Literaturrezeption bieten könnten. Der Herausgeber bringt eine weitere Perspektive ein, indem er auf die unzureichende Reflexion des Begriffs der didaktischen Reduktion hinweist. Er identifiziert das Problem der mangelnden Integration von Gegenstands- und Schülerorientierung, was in deutschdidaktischen Studien teilweise sichtbar ist. Die Priorisierung der Gegenstandsorientierung könnte als Ausdruck einer unreflektierten Wissenschaftsgläubigkeit und eines vorherrschenden Theorie-Enthusiasmus interpretiert werden. Dadurch besteht die Gefahr, den Begriff der didaktischen Reduktion negativ zu konnotieren und ihn als wissenschaftsfern zu kritisieren. Dennoch ist didaktische Reduktion unverzichtbar für erfolgreichen Unterricht.

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Zum Diskurs des Theorie-Praxis-Verhältnisses in der Deutschdidaktik - ein weites Feld, Günter Graf

Sprache
Erscheinungsdatum
2023
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Titel
Zum Diskurs des Theorie-Praxis-Verhältnisses in der Deutschdidaktik - ein weites Feld
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Günter Graf
Erscheinungsdatum
2023
ISBN10
3834022349
ISBN13
9783834022349
Reihe
Beschreibung
Der Klärungsversuch des Theorie-Praxis-Verhältnisses im deutschdidaktischen Diskurs ist komplex und vielschichtig. Das Bild Fontanes vom weiten Feld beschreibt diese Problemsituation treffend. Die Beiträge des Bandes zeigen unterschiedliche Perspektiven: Einige Autoren sehen die Defizite in der Theorieaversion der Lehramtsstudenten, während andere das problematische Verhältnis eines Teils der Deutschdidaktik zu den Bezugswissenschaften betonen. Dabei wird kritisiert, dass die praktische Tauglichkeit fremder Erkenntnisformate zu wenig geprüft wird. Zudem werden wichtige Bezugswissenschaften wie die Neurowissenschaft vernachlässigt, die wertvolle Anregungen für eine schülerbezogene Literaturrezeption bieten könnten. Der Herausgeber bringt eine weitere Perspektive ein, indem er auf die unzureichende Reflexion des Begriffs der didaktischen Reduktion hinweist. Er identifiziert das Problem der mangelnden Integration von Gegenstands- und Schülerorientierung, was in deutschdidaktischen Studien teilweise sichtbar ist. Die Priorisierung der Gegenstandsorientierung könnte als Ausdruck einer unreflektierten Wissenschaftsgläubigkeit und eines vorherrschenden Theorie-Enthusiasmus interpretiert werden. Dadurch besteht die Gefahr, den Begriff der didaktischen Reduktion negativ zu konnotieren und ihn als wissenschaftsfern zu kritisieren. Dennoch ist didaktische Reduktion unverzichtbar für erfolgreichen Unterricht.