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Schädel, Steine und Studenten

Der vielschichtige Anthropologe Felix von Luschan (1854-1924)

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Felix von Luschan, einst als angesehener „Universalgelehrter“ betrachtet, wird heute im Kontext postkolonialer Debatten als rassistischer Sammler von „human remains“ und ethnographischen Objekten aus kolonialen Kontexten kritisiert. Diese biografische Skizze, die auch seine Frau Emma würdigt, basiert auf seinem Nachlass und dem Briefwechsel mit vielen Zeitgenossen. Sie zeichnet das facettenreiche Bild eines Forschers, der gerne als Archäologe des Orients gearbeitet hätte, jedoch lange die Leitung des Berliner Völkerkunde-Museums innehatte, bevor er einen Lehrstuhl für Anthropologie erhielt. Diese Disziplin untersuchte die Entwicklung des Menschen in Raum und Zeit und unterschied sich damit deutlich von der Rassenkunde des „Dritten Reichs“. Durch Messungen an Schädeln und Köpfen wurde eine Fülle an Daten produziert, deren Auswertung oft spekulativ blieb, da die Gewissheiten der modernen Paläogenetik fehlten. Obwohl Luschan ein Kolonialist war und dem linken Flügel der Eugenikbewegung angehörte, trat er als Anthropologe gegen die nordische Rassenlehre und Antisemitismus ein, die die Ideologie des „Dritten Reiches“ prägten. Diese scharfsinnige Studie bietet neue Einblicke in koloniale, rassistische und eugenische Diskurse und liefert eine historische Grundlage für aktuelle postkoloniale Debatten.

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Schädel, Steine und Studenten, Cornelia Essner

Sprache
Erscheinungsdatum
2023
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Titel
Schädel, Steine und Studenten
Untertitel
Der vielschichtige Anthropologe Felix von Luschan (1854-1924)
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Cornelia Essner
Erscheinungsdatum
2023
ISBN10
3864083028
ISBN13
9783864083020
Reihe
Schlagwörter
Historisches Thema
Beschreibung
Felix von Luschan, einst als angesehener „Universalgelehrter“ betrachtet, wird heute im Kontext postkolonialer Debatten als rassistischer Sammler von „human remains“ und ethnographischen Objekten aus kolonialen Kontexten kritisiert. Diese biografische Skizze, die auch seine Frau Emma würdigt, basiert auf seinem Nachlass und dem Briefwechsel mit vielen Zeitgenossen. Sie zeichnet das facettenreiche Bild eines Forschers, der gerne als Archäologe des Orients gearbeitet hätte, jedoch lange die Leitung des Berliner Völkerkunde-Museums innehatte, bevor er einen Lehrstuhl für Anthropologie erhielt. Diese Disziplin untersuchte die Entwicklung des Menschen in Raum und Zeit und unterschied sich damit deutlich von der Rassenkunde des „Dritten Reichs“. Durch Messungen an Schädeln und Köpfen wurde eine Fülle an Daten produziert, deren Auswertung oft spekulativ blieb, da die Gewissheiten der modernen Paläogenetik fehlten. Obwohl Luschan ein Kolonialist war und dem linken Flügel der Eugenikbewegung angehörte, trat er als Anthropologe gegen die nordische Rassenlehre und Antisemitismus ein, die die Ideologie des „Dritten Reiches“ prägten. Diese scharfsinnige Studie bietet neue Einblicke in koloniale, rassistische und eugenische Diskurse und liefert eine historische Grundlage für aktuelle postkoloniale Debatten.