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In einer Zeit, in der Verschwörungstheorien und Vorurteile florieren und der Klimawandel spürbare Grenzen des Wachstums aufzeigt, stellt sich eine zentrale philosophische Frage: Wie erklärt sich die Diskrepanz zwischen Intelligenz und Vernunft? Jochen Dubiel sucht nicht empirische Antworten aus historischen oder psychologischen Perspektiven, sondern betrachtet das Denken selbst auf einer Metaebene. Er untersucht die Grundvoraussetzung des Denkens, das im „leeren Universum“ der Sprache stattfindet, die über den Dingen schwebt. Diese Abstraktion bietet wenig Orientierung, verleiht uns jedoch ein übersteigertes Selbstverständnis. Dubiel differenziert zwischen den Gesetzen des angewandten Denkens, das sich der empirischen Welt annähern will, und zeigt, wie die Empirie oft zum Spielball dieses Selbstverständnisses wird. Vor diesem Hintergrund erscheinen Phänomene wie Rausch, religiöse Paranoia, Xenophobie und wissenschaftsfeindlicher Glauben als verführerische Angebote, die Grenzen des Denkens zu überschreiten. Die zentrale These des Textes besagt, dass die Anfälligkeit des Menschen für Irrationalität in der Struktur des Denkens verankert ist. Gleichzeitig eröffnet die Voraussetzung des Denkens die Möglichkeit, sich gegen diese Anfälligkeit zu wappnen und reflektiertes Handeln zu fördern.
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Das leere Universum, Jochen Dubiel
- Sprache
- Erscheinungsdatum
- 2023
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