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Enthüllung und Entrüstung

Eine Phänomenologie des politischen Skandals

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  • 166 Seiten
  • 6 Lesestunden

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Die Bedeutung des politischen Skandals für die Normalität der Demokratie kann kaum überschätzt werden. Als Instrument der Herrschaftskontrolle und des Machtwechsels packt der Skandal spontaner und oft wirksamer zu als reguläre Wahlen. Er zeigt Politik als Aufstieg und Fall von Personen – und gewährt damit Einblick in unpersönliche Funktionsweisen und Dilemmata der Politik. Er erzeugt Empörung über die Verletzung von Normen – und schärft damit das Gefühl für deren Wichtigkeit und Richtigkeit. Er deckt Grenzüberschreitungen auf – und wird so zum Grenzwächter zwischen den Sphären der Politik, der Wissenschaft und des privaten Lebens. Skandale gelten als Beleg für einen Mangel an Moral. Sie selbst sind aber hochmoralische Ereignisse, ja Institutionen. Über Enthüllung, Entrüstung und Sühne entfesseln sie einen Sturmwind moralischer Gefühle, vor dem Wirtschaft und Politik in die Knie gehen. So bezeugen und bestärken Skandale die Macht der Moral, deren Fehlen sie beklagen. Gäbe es keine Skandale, müßten sie erfunden werden.

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Enthüllung und Entrüstung, Karl Otto Hondrich

Sprache
Erscheinungsdatum
2002
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(Paperback)
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Titel
Enthüllung und Entrüstung
Untertitel
Eine Phänomenologie des politischen Skandals
Sprache
Deutsch
Verlag
Suhrkamp
Erscheinungsdatum
2002
Einband
Paperback
Seitenzahl
166
ISBN10
3518122703
ISBN13
9783518122709
Reihe
Schlagwörter
Sachbücher
Bewertung
3 von 5 Sternen
Beschreibung
Die Bedeutung des politischen Skandals für die Normalität der Demokratie kann kaum überschätzt werden. Als Instrument der Herrschaftskontrolle und des Machtwechsels packt der Skandal spontaner und oft wirksamer zu als reguläre Wahlen. Er zeigt Politik als Aufstieg und Fall von Personen – und gewährt damit Einblick in unpersönliche Funktionsweisen und Dilemmata der Politik. Er erzeugt Empörung über die Verletzung von Normen – und schärft damit das Gefühl für deren Wichtigkeit und Richtigkeit. Er deckt Grenzüberschreitungen auf – und wird so zum Grenzwächter zwischen den Sphären der Politik, der Wissenschaft und des privaten Lebens. Skandale gelten als Beleg für einen Mangel an Moral. Sie selbst sind aber hochmoralische Ereignisse, ja Institutionen. Über Enthüllung, Entrüstung und Sühne entfesseln sie einen Sturmwind moralischer Gefühle, vor dem Wirtschaft und Politik in die Knie gehen. So bezeugen und bestärken Skandale die Macht der Moral, deren Fehlen sie beklagen. Gäbe es keine Skandale, müßten sie erfunden werden.