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Die gemusterte Nacht

Erzählungen

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Anfangs spürt man eine unbestimmte Faszination durch die Intensität des Erzählens. Es ist die Eindringlichkeit der Bilder und der Rhythmus der Sätze, die den Leser in eine eigentümliche Spannung versetzen, obwohl der Stoff alltäglich ist. Im Verlauf wird deutlich, dass der genaue Blick der Autorin die Gegenstände der Erzählung zur Transparenz bringt. Ihr Hinblicken und Nachforschen geht über gängige Literaturwörter hinaus und zeigt eine Beharrlichkeit der Anschauung, die die widerspenstige Wirklichkeit aufgreift, ohne dass die Sprache dabei kostbar oder preziös wird. Es herrscht eine ruhige Heftigkeit des Tons, die als „beaufsichtigte Raserei“ beschrieben werden könnte. Oft zeigt sich beim Wiederlesen, das bei diesen vielschichtigen Erzählungen eine neue Lust entfaltet, ein weiterer Grund für die Faszination. Die Geschichten sprechen den Leser direkt an, ohne auf die falsche Intimität von Bekenntnisliteratur zurückzugreifen. Das „Ich“ der Geschichten sucht keine Einfühlung, sondern bleibt in der Radikalität seiner Wahrnehmungen dem Leser fremd. Der Leser entdeckt sich selbst, seine Vertracktheiten in der Wirklichkeitsbewältigung und seine Bedürfnisse nach Deutung. Er erkennt seine Lust an perspektivischen Zuspitzungen und der Dramaturgie der Erzählungen, die vital mit seinen eigenen Erlebniswelten verknüpft sind.

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Die gemusterte Nacht, Brigitte Kronauer

Sprache
Erscheinungsdatum
1981
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(Hardcover)
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Untertitel
Erzählungen
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
1981
Einband
Hardcover
Seitenzahl
222
ISBN10
3129045511
ISBN13
9783129045510
Reihe
Bewertung
4 von 5 Sternen
Beschreibung
Anfangs spürt man eine unbestimmte Faszination durch die Intensität des Erzählens. Es ist die Eindringlichkeit der Bilder und der Rhythmus der Sätze, die den Leser in eine eigentümliche Spannung versetzen, obwohl der Stoff alltäglich ist. Im Verlauf wird deutlich, dass der genaue Blick der Autorin die Gegenstände der Erzählung zur Transparenz bringt. Ihr Hinblicken und Nachforschen geht über gängige Literaturwörter hinaus und zeigt eine Beharrlichkeit der Anschauung, die die widerspenstige Wirklichkeit aufgreift, ohne dass die Sprache dabei kostbar oder preziös wird. Es herrscht eine ruhige Heftigkeit des Tons, die als „beaufsichtigte Raserei“ beschrieben werden könnte. Oft zeigt sich beim Wiederlesen, das bei diesen vielschichtigen Erzählungen eine neue Lust entfaltet, ein weiterer Grund für die Faszination. Die Geschichten sprechen den Leser direkt an, ohne auf die falsche Intimität von Bekenntnisliteratur zurückzugreifen. Das „Ich“ der Geschichten sucht keine Einfühlung, sondern bleibt in der Radikalität seiner Wahrnehmungen dem Leser fremd. Der Leser entdeckt sich selbst, seine Vertracktheiten in der Wirklichkeitsbewältigung und seine Bedürfnisse nach Deutung. Er erkennt seine Lust an perspektivischen Zuspitzungen und der Dramaturgie der Erzählungen, die vital mit seinen eigenen Erlebniswelten verknüpft sind.