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Die 13-jährige Fania Schiefer, Ich-Erzählerin, ist ein hochempfindlicher Sensor für äußere Störfelder. Ihr Leben in der etwas maroden Villa im Hamburger Stadtteil Harvestehude scheint zunächst normal, geprägt von der chaotischen Routine ihrer Familie. Montags verabschiedet sich Vater Paul, ein Vertreter für Brillengestelle, und kehrt freitags zurück, während Mutter Alma, die aufgrund ihrer Ehe mit Paul dem KZ nur knapp entronnen ist, als traumatisiertes Bollwerk gegen Anfeindungen agiert. Viola Roggenkamp enthüllt schrittweise die Verhältnisse unter der bürgerlichen Oberfläche. Das eigentliche Thema ist die Normalität einer deutsch-jüdischen Familie im Jahr 1967, die nur durch Verdrängung möglich scheint. Die kindliche Perspektive von Fania und ihrer Schwester Vera zeigt, wie ihr Zuhause zu einem Gefängnis mit Freigang wird. Roggenkamp thematisiert, wie viel "deutsche" Normalität den Nachkommen von Nazi-Opfern gestattet ist und wie stark sie vom grausamen Schicksal ihrer Eltern geprägt sind. Mit poetischer Kraft und beeindruckender Bildsprache behandelt sie die Suche nach jüdischer Identität und das sexuelle Erwachen der Mädchen. Als Feministin hat Roggenkamp ein Werk von verstörender und magischer Anziehungskraft geschaffen.
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Familienleben, Viola Roggenkamp
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- 2006
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- (Hardcover)
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