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Olivier Kamm, ein erfolgreicher Rechtsmediziner Anfang vierzig, findet sich plötzlich in einem geschlossenen Raum wieder und glaubt, in einer Gefängniszelle zu sitzen, während er sich auf eine bevorstehende Gerichtsverhandlung vorbereitet. Mit Rollenspielen, die ihm schon als Kind halfen, tauchen bruchstückhafte Erinnerungen auf: eine Episode in Lappland, als er einen anderen ins Gefängnis gehen ließ, die Flucht seines Vaters nach Thailand und der tragische Tod seiner Freundin im Urlaub. Kamm wird von Täuschungen heimgesucht, und das Ende überrascht nicht nur ihn. Der Roman entfaltet sich fragmentarisch und verbindet kriminalistische Elemente mit einem komplexen Erinnerungstext. Die Geschichten spielen an verschiedenen Orten, darunter Lappland, die Dominikanische Republik und Thailand, während die Schweiz als Kamm's Wohnort immer wieder auftaucht. Figuren wie eine Frau aus dem Norden, eine ertrunkene Grafikerin und ein kranker Familienpatriarch treten hervor. Auch Kamms frühere Arbeit als Ermittler gegen Kinderpornografie wird thematisiert. Die Autorin verwebt diese Handlungsstränge zu einem Muster, das allmählich sichtbar wird, jedoch uneindeutig bleibt. Kamms innerer Prozess könnte auf Selbsttäuschung beruhen, während die nüchterne Analyse seiner Psyche die Grenzen zwischen Normalität und Verbrechen auslotet. Der Roman untergräbt auf beklemmende Weise jegliche Sicherheiten, auch die des Ich.

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Ganz oben, Andrea Gerster

Sprache
Erscheinungsdatum
2013
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(Hardcover)
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Titel
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Untertitel
Roman
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Andrea Gerster
Verlag
Lenos
Erscheinungsdatum
2013
Einband
Hardcover
Seitenzahl
163
ISBN10
385787435X
ISBN13
9783857874352
Reihe
Schlagwörter
Schweiz
Bewertung
3 von 5 Sternen
Beschreibung
Olivier Kamm, ein erfolgreicher Rechtsmediziner Anfang vierzig, findet sich plötzlich in einem geschlossenen Raum wieder und glaubt, in einer Gefängniszelle zu sitzen, während er sich auf eine bevorstehende Gerichtsverhandlung vorbereitet. Mit Rollenspielen, die ihm schon als Kind halfen, tauchen bruchstückhafte Erinnerungen auf: eine Episode in Lappland, als er einen anderen ins Gefängnis gehen ließ, die Flucht seines Vaters nach Thailand und der tragische Tod seiner Freundin im Urlaub. Kamm wird von Täuschungen heimgesucht, und das Ende überrascht nicht nur ihn. Der Roman entfaltet sich fragmentarisch und verbindet kriminalistische Elemente mit einem komplexen Erinnerungstext. Die Geschichten spielen an verschiedenen Orten, darunter Lappland, die Dominikanische Republik und Thailand, während die Schweiz als Kamm's Wohnort immer wieder auftaucht. Figuren wie eine Frau aus dem Norden, eine ertrunkene Grafikerin und ein kranker Familienpatriarch treten hervor. Auch Kamms frühere Arbeit als Ermittler gegen Kinderpornografie wird thematisiert. Die Autorin verwebt diese Handlungsstränge zu einem Muster, das allmählich sichtbar wird, jedoch uneindeutig bleibt. Kamms innerer Prozess könnte auf Selbsttäuschung beruhen, während die nüchterne Analyse seiner Psyche die Grenzen zwischen Normalität und Verbrechen auslotet. Der Roman untergräbt auf beklemmende Weise jegliche Sicherheiten, auch die des Ich.