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Tafeln wie Gott in Deutschland

Aufbruch in eine Parallelwelt

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  • 152 Seiten
  • 6 Lesestunden

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»Ich will nicht! Widerstrebend ziehe ich mich an. Über die Unterwäsche eine Wollstrumpfhose, darüber Leggings und die schwere Thermojeans. Dann schlupfe ich in ein Unterhemd, ein langärmeliges T-Shirt sowie einen dicken Wollpullover. Die Füße bekommen über das dünne ein extra Paar warme Socken. Dezentes Make-up. Nun gefütterte Winterstiefel, Stulpen, Daunenanorak, Mütze, doppelt gewickelter Schal, Handschuhe. So sehe ich aus wie die Zwillingsschwester des Marshmallow Man auf dem Weg zu einer Polarexpedition. Ich rüste mich aber bei den heutigen zwölf Grad Minus lediglich zu einer Reise ins Prekarianer-Universum: Dergestalt präpariert mache ich mich auf zu meinem alldienstäglichen Gang zur Berliner Tafel, um dort Lebensmittel zu holen …« So beginnt die Geschichte einer Tafelgängerin. Die Erzählung beleuchtet den Alltag in Zeiten von Corona, Ukrainekrieg, Inflation und Energiekrise, die eine wachsende Armut in Deutschland zur Folge haben. Viele Menschen können von ihrer Arbeit oder Rente nicht leben und sind auf die Grundversorgung durch Tafeln angewiesen. Diese wurden 1993 als Provisorium gegründet, haben sich jedoch zu einem dauerhaften und bedauerlichen Zustand entwickelt. Ehrenamtliche versuchen, die Not zu lindern, während der Staat seiner Verantwortung nicht gerecht wird. Der Text kritisiert nicht die Tafeln selbst, sondern die gesellschaftlichen Gegebenheiten und übersetzt abstrakte Statistiken in eine greifbare, individu

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Tafeln wie Gott in Deutschland, Zipperer Alexandra

Sprache
Erscheinungsdatum
2023
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(Paperback)
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Titel
Tafeln wie Gott in Deutschland
Untertitel
Aufbruch in eine Parallelwelt
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2023
Einband
Paperback
Seitenzahl
152
ISBN10
3910306039
ISBN13
9783910306035
Reihe
Schlagwörter
Belletristik
Beschreibung
»Ich will nicht! Widerstrebend ziehe ich mich an. Über die Unterwäsche eine Wollstrumpfhose, darüber Leggings und die schwere Thermojeans. Dann schlupfe ich in ein Unterhemd, ein langärmeliges T-Shirt sowie einen dicken Wollpullover. Die Füße bekommen über das dünne ein extra Paar warme Socken. Dezentes Make-up. Nun gefütterte Winterstiefel, Stulpen, Daunenanorak, Mütze, doppelt gewickelter Schal, Handschuhe. So sehe ich aus wie die Zwillingsschwester des Marshmallow Man auf dem Weg zu einer Polarexpedition. Ich rüste mich aber bei den heutigen zwölf Grad Minus lediglich zu einer Reise ins Prekarianer-Universum: Dergestalt präpariert mache ich mich auf zu meinem alldienstäglichen Gang zur Berliner Tafel, um dort Lebensmittel zu holen …« So beginnt die Geschichte einer Tafelgängerin. Die Erzählung beleuchtet den Alltag in Zeiten von Corona, Ukrainekrieg, Inflation und Energiekrise, die eine wachsende Armut in Deutschland zur Folge haben. Viele Menschen können von ihrer Arbeit oder Rente nicht leben und sind auf die Grundversorgung durch Tafeln angewiesen. Diese wurden 1993 als Provisorium gegründet, haben sich jedoch zu einem dauerhaften und bedauerlichen Zustand entwickelt. Ehrenamtliche versuchen, die Not zu lindern, während der Staat seiner Verantwortung nicht gerecht wird. Der Text kritisiert nicht die Tafeln selbst, sondern die gesellschaftlichen Gegebenheiten und übersetzt abstrakte Statistiken in eine greifbare, individu