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Zukunftsmusik

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  • 119 Seiten
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Seit einem Jahrzehnt hat Hans Magnus Enzensberger kein neues Gedichtbuch veröffentlicht. Diese Zurückhaltung könnte daran liegen, dass Wiederholung nicht seine Sache ist. Die mehr als fünfzig neuen Texte, die er hier vorlegt, setzen ein poetisches Programm fort, das 1957 begann, und betreten ein ungesichertes, herrenloses Gelände. Das politische Pathos der Verteidigung der Wölfe ist dem Pathos der Distanz gewichen. Die neuen Gedichte sprechen mit der gleichen Selbstverständlichkeit über alte Ehepaare, Weltuntergänge, chinesische Akrobaten und die Geheimnisse des Kehlkopfs. Enzensberger hat sich über Dichter gewundert, die Dummheit als Inspirationsquelle nutzen. Scharfsinn sei kein literarisches Verbrechen; die Sinnlichkeit der Sprache gehe am liebsten mit der Intelligenz ins Bett. Ob es um Wahrnehmungsparadoxien, das Los zweier Verkäuferinnen oder politischen Terror geht: Poesie ist nicht nur Gemütserregung, sondern kann auch das Denken beschäftigen. Die Höhenräusche der Mathematik und die Niederlagen des Alltags berühren sie gleichermaßen. In manchen Gedichten herrscht eine eigentümliche Spannung. Die Mühelosigkeit, mit der sie zwischen Trivialem und Erhabenem vermitteln, täuscht; plötzlich stürzt das intellektuelle Spiel in die Evidenz ab, und philosophische Thesen werden mit lakonischen Worten sabotiert.

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Zukunftsmusik, Hans Magnus Enzensberger

Sprache
Erscheinungsdatum
1991
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(Hardcover)
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Titel
Zukunftsmusik
Sprache
Deutsch
Verlag
Suhrkamp
Erscheinungsdatum
1991
Einband
Hardcover
Seitenzahl
119
ISBN10
3518403230
ISBN13
9783518403235
Reihe
Schlagwörter
Belletristik, Poesie
Bewertung
2 von 5 Sternen
Beschreibung
Seit einem Jahrzehnt hat Hans Magnus Enzensberger kein neues Gedichtbuch veröffentlicht. Diese Zurückhaltung könnte daran liegen, dass Wiederholung nicht seine Sache ist. Die mehr als fünfzig neuen Texte, die er hier vorlegt, setzen ein poetisches Programm fort, das 1957 begann, und betreten ein ungesichertes, herrenloses Gelände. Das politische Pathos der Verteidigung der Wölfe ist dem Pathos der Distanz gewichen. Die neuen Gedichte sprechen mit der gleichen Selbstverständlichkeit über alte Ehepaare, Weltuntergänge, chinesische Akrobaten und die Geheimnisse des Kehlkopfs. Enzensberger hat sich über Dichter gewundert, die Dummheit als Inspirationsquelle nutzen. Scharfsinn sei kein literarisches Verbrechen; die Sinnlichkeit der Sprache gehe am liebsten mit der Intelligenz ins Bett. Ob es um Wahrnehmungsparadoxien, das Los zweier Verkäuferinnen oder politischen Terror geht: Poesie ist nicht nur Gemütserregung, sondern kann auch das Denken beschäftigen. Die Höhenräusche der Mathematik und die Niederlagen des Alltags berühren sie gleichermaßen. In manchen Gedichten herrscht eine eigentümliche Spannung. Die Mühelosigkeit, mit der sie zwischen Trivialem und Erhabenem vermitteln, täuscht; plötzlich stürzt das intellektuelle Spiel in die Evidenz ab, und philosophische Thesen werden mit lakonischen Worten sabotiert.