Im Zentrum steht Anna, die sich gegen die starren Konventionen ihrer Zeit stellt und dafür einen hohen Preis zahlt. Tolstoi verurteilt sie nicht, idealisiert sie aber auch nicht. Anna ist leidenschaftlich, widersprüchlich, verletzlich und genau deshalb so modern. Parallel dazu läuft die Geschichte von Levin, der nach Sinn, Liebe und einem ehrlichen Leben sucht. Dieser Kontrast zwischen gesellschaftlicher Bühne und innerer Wahrheit ist eine der großen Stärken des Romans. Tolstois Blick auf seine Figuren ist erstaunlich fein. Er beobachtet, seziert, lässt denken und zweifeln. Dialoge, Gedanken, kleine Gesten, alles trägt Bedeutung. Das Tempo ist dabei gemächlich, manchmal sehr. Anna Karenina will nicht unterhalten im schnellen Sinne, sondern wirken. Wer sich darauf einlässt, wird mit enormer Tiefe belohnt. Natürlich ist das kein leichtes Buch. Der Roman ist umfangreich, stellenweise ausschweifend und fordert Aufmerksamkeit. Aber er fühlt sich nie leer an. Jede Seite dient dem großen Ganzen, jeder Umweg vertieft das Bild. Anna Karenina ist kein reiner Liebesroman, sondern ein schonungsloser Blick auf menschliche Sehnsüchte und gesellschaftliche Zwänge. Anspruchsvoll, bewegend und überraschend nah an der Gegenwart. Ein Klassiker, der seinen Status wirklich verdient.

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- 832 Seiten
- 30 Lesestunden
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Mit Anna Karenina schuf Lew Tolstoi eine der berühmtesten Frauengestalten der Weltliteratur. Ihr radikales Bekenntnis zu sich selbst und ihrer leidenschaftlichen Liebe beschert ihr Momente rauschhaften Glücks. Doch die Hoffnung, sich dauerhaft aus gesellschaftlichen Zwängen befreien zu können, erweist sich als fatale Illusion. Nicht nur die tragische Heldin, auch die sie umgebenden Menschen gestaltet der Autor in einzigartiger Lebendigkeit. Ohne zu werten, macht der Roman unterschiedlichste Lebensentwürfe im Spannungsfeld zwischen individuell Ersehntem und gesellschaftlich Möglichem sichtbar. Besonders eindrucksvoll geschieht dies in der Gestalt des grüblerischen Gutsbesitzer Lewin, der zweiten Hauptfigur des Romans, dem der Autor unverkennbar Züge seiner selbst verlieh. Ob im Glanz der Petersburger Adelskreise oder im Arbeitsalltag der Bauern, Tolstoi schildert die Figuren dieses großen Gesellschaftspanoramas mit einer Meisterschaft, die sein Zeitgenosse Dostojewski als «etwas Vollkommenes» würdigte – und damit das Urteil von Generationen von Lesern vorwegnahm. (Klappentext)
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Anna Karenina, Band II, Lew Nikolajewitsch Tolstoi, Bruno Goetz
- Sprache
- Erscheinungsdatum
- 2003
- Einband
- (Hardcover)
Ein traurig-schönes Buch und einfach ein Klassiker. Man darf allerdings nicht erwarten, dass es sich gleich liest wie ein moderner Roman. Der Schreibstil von Tolstoi ist schwieriger.
Very important: this particular edition (penguin readers) is an abridged version focused on helping people learn english. The original Anna Karenina is around 800 pages long in english, this edition is around 100. It is still very enjoyable and great if you want to get the gist of the story, but of course a lot was removed in 700 pages.
- Untertitel
- Roman
- Sprache
- Deutsch
- Autor*innen
- Lew Nikolajewitsch Tolstoi, Bruno Goetz
- Verlag
- Manesse
- Erscheinungsdatum
- 2003
- Einband
- Hardcover
- Seitenzahl
- 832
- ISBN10
- 3717520423
- ISBN13
- 9783717520429
- Reihe
- Anna Karenina
- Schlagwörter
- Weltliteratur, Liebe, Familie, Beziehungen, Verfilmt, Russische Literatur, Aristokratie, Adel
- Erstveröffentlichung
- 1878
- Originaltitel
- Анна Каренина
- Bewertung
- 4 von 5 Sternen
- Beschreibung
- Mit Anna Karenina schuf Lew Tolstoi eine der berühmtesten Frauengestalten der Weltliteratur. Ihr radikales Bekenntnis zu sich selbst und ihrer leidenschaftlichen Liebe beschert ihr Momente rauschhaften Glücks. Doch die Hoffnung, sich dauerhaft aus gesellschaftlichen Zwängen befreien zu können, erweist sich als fatale Illusion. Nicht nur die tragische Heldin, auch die sie umgebenden Menschen gestaltet der Autor in einzigartiger Lebendigkeit. Ohne zu werten, macht der Roman unterschiedlichste Lebensentwürfe im Spannungsfeld zwischen individuell Ersehntem und gesellschaftlich Möglichem sichtbar. Besonders eindrucksvoll geschieht dies in der Gestalt des grüblerischen Gutsbesitzer Lewin, der zweiten Hauptfigur des Romans, dem der Autor unverkennbar Züge seiner selbst verlieh. Ob im Glanz der Petersburger Adelskreise oder im Arbeitsalltag der Bauern, Tolstoi schildert die Figuren dieses großen Gesellschaftspanoramas mit einer Meisterschaft, die sein Zeitgenosse Dostojewski als «etwas Vollkommenes» würdigte – und damit das Urteil von Generationen von Lesern vorwegnahm. (Klappentext)







