Bookbot

Hiobs Brüder

Autor*innen

Buchbewertung

4,3(1224)Abgeben

Mehr zum Buch

Im England des Jahres 1147 leben Simon, Edmund, Regy und Losian in einer verfallenen Inselfestung, ausgegrenzt und ohne Hoffnung. Simon leidet an Fallsucht, Edmund hält sich für einen Märtyrer, und Regy ist ein gefährlicher Mörder, der an einer Kette gehalten werden muss. Losian, der sein Gedächtnis und seine Vergangenheit verloren hat, wird unerwartet zum Anführer dieser Gruppe, als sich ihnen eine Fluchtmöglichkeit bietet. Sie kehren in die grausame Realität zurück, in der Hunger und Not herrschen. Auf ihrer Reise entdeckt Losian schockierende Wahrheiten über seine frühere Identität und die Verantwortung, die er möglicherweise für den verheerenden Krieg trägt, der England bedroht. Während er sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt, trifft er eine Frau, die ihm Hoffnung auf einen Neuanfang gibt. Doch die Frage bleibt: Ist sein Schicksal von Gott so bestimmt, um seinen Glauben zu prüfen? Losian, der nicht weiß, wer er wirklich ist, und von seinen Begleitern nur Losian genannt wird, begibt sich auf eine gefährliche Reise, die nicht nur seine Freiheit, sondern auch die Zukunft Englands beeinflussen könnte.

Buchkauf

Hiobs Brüder, Rebecca Gablé

Sprache
Erscheinungsdatum
2010
product-detail.submit-box.info.binding
(Hardcover),
Buchzustand
Gebraucht - Gut
Preis
7,99 €inkl. MwSt.

Lieferung

  • Gratis Versand ab 9,99 € in ganz Deutschland!

Zahlungsmethoden

4,3
Sehr gut
1224 Bewertung
Ben @Buchkomet Blog

England, 1147. Nicht Könige oder Schlachten stehen zunächst im Mittelpunkt, sondern eine Gruppe von Ausgestoßenen, weggesperrt in einer verfallenen Inselfestung: Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen, mit Schuld, Wahn und verlorener Identität. Als eine Sturmflut ihnen die Freiheit öffnet, beginnt eine Reise durch ein vom Krieg zerrüttetes Land. Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil lebt vom Zusammenhalt der Ausgestoßenen, von Angst, Hoffnung und vorsichtigem Vertrauen. Gerade der soziale Blick auf Behinderung, Ausgrenzung und religiösen Fanatismus hebt den Roman positiv von vielen anderen historischen Romanen ab. Hier zeigt Gablé große Stärke. Leider verliert die Geschichte für mich danach spürbar an Zug. Sobald Losian sein Gedächtnis zurückerlangt und wieder Alan wird, geht viel von der Figur verloren. Der frühere Alan hatte Ecken, Kanten und fragwürdige Einstellungen, der neue handelt fast durchgehend edelmütig. Das nimmt Spannung und Tiefe, auch weil die Gruppe zunehmend in den Hintergrund rückt. Im dritten Teil kehrt der Roman ins politische Fahrwasser zurück: Machtkämpfe, Fronten, ein neuer König. Solide erzählt, routiniert, aber auch erwartbar. Stark bleibt Hiobs Brüder vor allem dort, wo es um gesellschaftliche Ausgrenzung geht. Ein guter historischer Roman mit einem großartigen Anfang und einem wichtigen sozialen Fokus, der hinten raus an Tiefe und Spannung verliert, mir persönlich gefiel Das zweite Königreich etwas besser.