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Zu Beginn seiner philosophischen Laufbahn setzte sich Friedrich Nietzsche intensiv mit den Geschichtsbildern seiner Zeitgenossen auseinander und stellte der "dekorativen Kultur" des 19. Jahrhunderts seine eigenen ästhetisch-revolutionären Theorien entgegen. Selbst Vorbilder wie der hegelianische Religionshistoriker David Friedrich Strauß blieben nicht unberührt. Das erste Stück von Nietzsches Unzeitgemäßen Betrachtungen befasst sich mit Strauß und dessen Werk Leben Jesu, kritisiert den "hohlen Historismus" und die "Pseudokultur der Bildungsphilister" der Bismarck-Zeit. In Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik präsentiert Nietzsche eine spekulative Umdeutung des griechischen Altertums, die als Teil einer "Artistenmetaphysik" verstanden werden kann. Der Band enthält zudem zahlreiche Schriften aus dem Nachlass, darunter "Sokrates und die griechische Tragödie" und den einflussreichen Essay "Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinn", die Nietzsches Geschichtsbild erhellen. Abgesehen von der kritischen Auseinandersetzung mit Richard Wagner erweist sich Nietzsches Frühwerk als modern und relevant. Besonders die Erkenntnis über den stabilisierenden Charakter historisch-idealistischer Modelle hat bis zum französischen Poststrukturalismus nachgewirkt. Nietzsches Mahnung, das Vergangene nur aus der Kraft der Gegenwart zu deuten, bleibt bis heute aktuell.
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Sämtliche Werke, Friedrich Nietzsche
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- Erscheinungsdatum
- 1988
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