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Hessen gefälscht

Orte eigener Wahrheit in Hessen

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  • 160 Seiten
  • 6 Lesestunden

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Fälscher und ihre Werke sind oft gesellschaftlich geächtet, da unser Wertschätzen des Originals und dessen Aura der Einzigartigkeit den schlechten Ruf begründet. Diese Aura ist jedoch illusorisch, denn solange eine Fälschung für echt gehalten wird, genießt sie dieselbe magische Aufladung. Oft wird übersehen, welchen sozialen Dienst Fälscher, Täuscher und Nachahmer leisten. Sie bedienen spezifische Bedürfnisse, heilen Wunden, realisieren Träume und füllen Leerstellen. So verdeckt die historische Rekonstruktion des Frankfurter Römerbergs schmerzhafte Erinnerungen an die Zerstörung durch den Krieg. Ein „Mon Chéri“ schmeckt besser, wenn die erfundene Piemont-Kirsche den feurigen Geschmack des Südens verspricht. Zudem wird unser Zorn auf enttarnte Fälscher oft von der Leidenschaft und Kunstfertigkeit überschattet, die sie in ihre Werke investierten. Perspektive ist entscheidend, denn wir verurteilen auch nicht die Brüder Grimm, nur weil sie Märchen leicht verändert haben. Die Betrachtung von Schauplätzen und Manipulationen in der hessischen Landesgeschichte zeigt, dass der Erfolg dieser Fälscher sowohl von ihrer Kunstfertigkeit als auch von unserer geheimen Faszination für ihre Persönlichkeiten und Produkte abhängt.

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Hessen gefälscht, Martin Maria Schwarz, Ulrich Sonnenschein

Sprache
Erscheinungsdatum
2002,
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Titel
Hessen gefälscht
Untertitel
Orte eigener Wahrheit in Hessen
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2002
Seitenzahl
160
ISBN10
3894453087
ISBN13
9783894453084
Reihe
Beschreibung
Fälscher und ihre Werke sind oft gesellschaftlich geächtet, da unser Wertschätzen des Originals und dessen Aura der Einzigartigkeit den schlechten Ruf begründet. Diese Aura ist jedoch illusorisch, denn solange eine Fälschung für echt gehalten wird, genießt sie dieselbe magische Aufladung. Oft wird übersehen, welchen sozialen Dienst Fälscher, Täuscher und Nachahmer leisten. Sie bedienen spezifische Bedürfnisse, heilen Wunden, realisieren Träume und füllen Leerstellen. So verdeckt die historische Rekonstruktion des Frankfurter Römerbergs schmerzhafte Erinnerungen an die Zerstörung durch den Krieg. Ein „Mon Chéri“ schmeckt besser, wenn die erfundene Piemont-Kirsche den feurigen Geschmack des Südens verspricht. Zudem wird unser Zorn auf enttarnte Fälscher oft von der Leidenschaft und Kunstfertigkeit überschattet, die sie in ihre Werke investierten. Perspektive ist entscheidend, denn wir verurteilen auch nicht die Brüder Grimm, nur weil sie Märchen leicht verändert haben. Die Betrachtung von Schauplätzen und Manipulationen in der hessischen Landesgeschichte zeigt, dass der Erfolg dieser Fälscher sowohl von ihrer Kunstfertigkeit als auch von unserer geheimen Faszination für ihre Persönlichkeiten und Produkte abhängt.