In zwanzigjähriger Forschungsarbeit hat Ariès eine Fülle archäologischer, literarischer und liturgischer Quellen gesichtet, Sterberiten und Bestattungsbräuche untersucht, die Geschichte der großen städtischen Friedhöfe studiert und zahlreiche Testamente durchforscht. Entstanden ist eine Geschichte der Einstellungen des Menschen zum Tod und zum Sterben. Fast zwei Jahrtausende lang - »von Homer bis Tolstoi« - blieb im Abendland die Grundeinstellung der Menschen zum Tod nahezu unverändert. Der Tod war ein vertrauter Begleiter, ein Bestandteil des Lebens, er wurde akzeptiert und häufig als eine letzte Lebensphase der Erfüllung empfunden. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich ein entscheidender Wandel vollzogen. Der Tod ist für den heutigen Menschen angsteinflößend und unfaßbar, und er ist außerdem in der modernen, leistungsorientierten Gesellschaft nicht eingeplant. Der Mensch stirbt nicht mehr umgeben von Familie und Freunden, sondern einsam und der Öffentlichkeit entzogen, um den »eigenen Tod« betrogen.
Der Mensch angesichts des Todes Reihe
Diese Serie taucht tief in die menschliche Geschichte ein und untersucht, wie verschiedene westliche Kulturen über mehr als ein Jahrtausend hinweg mit der Unvermeidlichkeit des Todes umgegangen sind. Durch sorgfältige Forschung deckt sie die sich entwickelnden Einstellungen, Rituale und Philosophien auf, die unser Verständnis der Endlichkeit geprägt haben. Es ist eine fesselnde Untersuchung einer der grundlegendsten menschlichen Erfahrungen, die tiefe Einblicke in die Vergangenheit und unsere eigene Sterblichkeit bietet.
