Die Danzig-Trilogie Reihe
Diese epische Saga, angesiedelt im turbulenten Danzig, zeichnet die verschlungenen Schicksale mehrerer Generationen inmitten entscheidender Umwälzungen des 20. Jahrhunderts nach. Durch einen einzigartigen Erzähler erleben die Leser dramatische Ereignisse vom Aufstieg des Faschismus bis zu seinem Fall, die das komplexe Zusammenspiel polnischer, deutscher und kaschubischer Identitäten widerspiegeln. Die Reihe verbindet meisterhaft groteske und naturalistische Elemente mit einem unvergesslichen Stil und erforscht die menschliche Verfassung angesichts tiefgreifender historischer Veränderungen.






Empfohlene Lesereihenfolge
1959 erschien die Blechtrommel und wurde zum Welterfolg, der in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurde und eine Millionenauflage erreichte. Man muß diesen Roman, der von Volker Schlöndorff unvergeßlich verfilmt wurde, sicher nicht mehr vorstellen. Deshalb sei hier, stellvertretend für zahlreiche hymnische Besprechungen, auf die Rezension in der FAZ vewiesen: "Grass verfügt über eine wilde, ungestüme und hart rhythmische Diktion, er hat Tempo am Leibe, das einem oft den Atem verschlägt, er zeichnet mit scharfen Konturen eine Landschaft, Charaktere, eine Situation, verfügt über prächtige Bilder, beobachtet genau und spielt virtuos auf der Klaviatur der realistischen Stilelemente." Frankfurter Allgemeine Zeitung Dem muß man nichts mehr hinzufügen, denn der Blechtrommler Oskar Matzerath gehört längst zum Allgemeingut der Bundesrepublik.
Aus der Rückschau des Jahres 1959 erzählt Pilenz vom bewunderten und verachteten Klassenkameraden Mahlke im Danzig der Kriegszeit, den sein übergroßer Adamsapfel zum Außenseiter macht. Mahlke führt einen verzweifelten Kampf um seine Integration, um die Schließung des existentiellen Risses zwischen »Katz« und »Maus«, und wird doch im Sieg endgültig scheitern. Auch das Ritterkreuz, von dem er sich − Perversion der Zeit gemäß − Erlösung durch Bedeckung seiner Blöße erhofft, verhilft ihm nicht zum Frieden mit der Welt. »Die große Danzig-Saga, als deren zweites, aber gewiß nicht letztes Stück ›Katz und Maus‹ sich darstellt, ist eine Suche nach dem verlorenen Raum. Unerreichbar und unerschöpflich, doch deutlich wie Vineta in der Flut, liegt Danzig auf dem Grund dieser Prosa da.« Hans Magnus Enzensberger
Einblick in das Kleinbürgertum des 20. Jahrhunderts Erzählungen aus den »Hundejahren« des 20. Jahrhunderts Drei Erzähler schreiben zur Jahreswende 1960/61 gleichzeitig die drei Bücher des 1963 erschienenen Romans und werden so in Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeit Chronisten der »Hundejahre« unseres Jahrhunderts; Eddi Amsel, das Opfer, Harry Liebenau, der Zeuge, und Walter Matern, der Täter. Deutsche Schäferhunde, von einer litauischen Wölfin als Urahnin bis zu Hitlers Lieblingshund, die Mädchen Tulla und Jenny und ein Reigen von Vogelscheuchen begleiten sie auf ihrer Odyssee von Danzig nach Westdeutschland, bis hinab in die Unterwelt. Der Roman endet in einem Bergwerk, in dem der Künstler Amsel alias Brauchsel seine weltweit begehrten Vogelscheuchen industriell herstellt und so die reale Welt als Unterwelt entlarvt: Der Orkus ist oben und die Vogelscheuche ist nach dem Bilde des Menschen geschaffen.
Dazugehörige Bücher
Sonderausgabe. 779, 179, 744 S. Im Schmuckschuber.