Hrsg. Lützeler, Paul Michael ( Kommentierte Werkausgabe, 1). N.-A.
Die Schlafwandler Reihe
Diese epische Saga taucht in das komplexe Geflecht familiärer Beziehungen und historischer Umwälzungen in ganz Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Sie verfolgt die verschlungenen Schicksale mehrerer Generationen, die sich durch die stürmischen Ereignisse navigieren, die die moderne Welt geprägt haben. Die Erzählung verbindet meisterhaft persönliche Dramen mit großen historischen Strömungen und bietet tiefe Einblicke in die menschliche Verfassung inmitten tiefgreifender Veränderungen. Es ist eine umfassende Geschichte über Liebe, Verlust, Politik und die Suche nach Identität in unruhigen Zeiten.



Empfohlene Lesereihenfolge
Esch oder die Anarchie. 1903
- 221 Seiten
- 8 Lesestunden
Hermann Brochs Epochen-Roman »Esch oder die Anarchie« ist Teil seiner großen »Schlafwandler«-Trilogie, entstanden zwischen 1928 und 1931. Sie legt in drei Epochenschnitten - 1888, 1903 und 1918 - die ökonomischen, geistigen, sozialen und mentalen Bedingungen frei, die zu den Katastrophen des 20. Jahrhunderts führten. Der zentrale Mittelteil der Trilogie spielt im Jahr 1903: Der Buchhalter August Esch ist ein Träumer mit Mordphantasien, ein Erlösungsrhetoriker ohne Glaubensgewissheit und ein gewalttätiger Liebhaber mit sentimentalen Neigungen. Sein Bestreben im eigenen Leben Ordnung zu machen, scheitert an einer Welt, die ihm keinen Halt mehr bietet. Das macht Esch zu einer tragikomischen Don Quijote-Figur. Seine Revolte nimmt ihren Ausgang von sehr irdischen Verhältnissen, gewinnt aber zusehends eschatologische und märtyrerhafte Dimensionen. Satire und hellsichtige Zeitanalyse sind in »Esch oder die Anarchie« Teil einer vielschichtigen Erzählung; Brochs Roman gehört zu den großen Leistungen der literarischen Moderne
Hugueneau oder die Sachlichkeit. 1918
- 324 Seiten
- 12 Lesestunden
"Huguenau oder die Sachlichkeit" ist der dritte Teil der "Schlafwandler"-Trilogie. Im moselländischen Städtchen agiert Huguenau als geschäftstüchtiger Vertreter einer Zeit des Wertezerfalls, indem er die Zeitung an sich bringt und Esch ermordet. Broch beschreibt das Buch als eine Reihe von Geschichten über Einsamkeit und neue produktive Kräfte.