Isabelle Huppert in Malina
- 157 Seiten
- 6 Lesestunden
Nach dem Roman von Bachmann, Ingeborg Mit Isabelle Huppert und Mathieu Carriere in einem Film von Werner Schroeter. Zahlr. farb. Phot. 157 S. fPr
Elfriede Jelinek ist eine österreichische Autorin, die für ihren außergewöhnlichen sprachlichen Eifer gefeiert wird. In ihren Romanen und Theaterstücken, die sich durch einen musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen auszeichnen, deckt sie die Absurdität gesellschaftlicher Klischees und ihre unterwerfende Macht auf. Ihr literarisches Schaffen wird für seine kritische Schärfe und seinen durchdringenden Einblick in die Kräfte, die die Gesellschaft beherrschen, geschätzt. Jelinek setzt Sprache meisterhaft ein, um scheinbar harmlose Phrasen zu dekonstruieren und ihre verborgene Brutalität aufzudecken.







Nach dem Roman von Bachmann, Ingeborg Mit Isabelle Huppert und Mathieu Carriere in einem Film von Werner Schroeter. Zahlr. farb. Phot. 157 S. fPr
In diesem Band sind fünf Dramolette von Elfriede Jelinek versammelt, die Märchen- und Medienmythen neu interpretieren. Themen sind unter anderem der Dialog zwischen einem Jäger und Schneewittchen, die Erweckung Dornröschens durch Prinz Haider und die Auseinandersetzung mit der Existenz von Schriftstellerinnen.
Der Band »ende« enthält Gedichte von Elfriede Jelinek aus den Jahren 1966 bis 1968 und wurde 1980 veröffentlicht. Die Lyrik ist sprachmächtig und destruktiv, dekonstruiert Klischees und isolierte Sprachfetzen. Die Subjekte sind in Entfremdung und Vernichtung gefangen, doch in der Kälte der Texte wird eine neue Authentizität spürbar.
Einem Menschen, einem Werk ist dieser Text, der als Stück ausgewiesen, aber vielmehr eine Sammlung poetischer Aphorismen ist, gewidmet, zugeeignet, Robert Walser, zu dem alles hinführt und mit dem dieser Gedankenflug unternommen wird über Landschaften hinweg zur Seele hin, zum Ich.
3 kleine Dramen; Das Lebewohl; Das Schweigen; Der Tod und das Mädchen II.
In diesem Band sind erstmals fünf Dramolette vereinigt, in denen Elfriede Jelinek die Mythen der Märchen und Medienwelt um- und überschreibt. Der Tod und das Mädchen I ist der Dialog eines Jägers mit Schneewittchen. Dornröschen im zweiten Text ist auch das kleine, dicke, hübsche, unschuldige, harmlose Land, das vom Prinzen Haider wachgeküsst wird. In Der Tod und das Mädchen III versucht Elfriede Jelinek mit Rosamunde die Existenz der Schriftstellerin zu fassen, und im vierten Stück Jackie zieht Jackie Kennedy laut Regieanweisung all ihre Toten, Jack, Bobby, Ari und die anderen, hinter sich her. Im fünften Drama schlachten zwei Dichterinnen, Inge (Bachmann) und Sylvia (Plath), einen Widder und ziehen ihn eine (unsichtbare) Wand empor
Die «Lebensbilanz» der Literatur-Nobelpreisträgerin – und eine große Geschichte über Schuld und Schulden. Ein steuerliches Ermittlungsverfahren, das zwar inzwischen längst eingestellt wurde, das aber selbst intimste E-Mails auswertete, wird für Elfriede Jelinek zum Anlass, auf ihre «Lebenslaufbahn» zurückzublicken Erstmals erzählt sie literarisch die Geschichte des jüdischen Teils ihrer Familie. In die persönlichen amtlichen Angaben schieben sich Berichte über das Schicksal von Verwandten, die während der Nazizeit aus Österreich fliehen mussten, die deportiert und ermordet wurden. Zugleich führt der private Finanzfall auch zum Nachdenken über globale Kapitalströme. Wie sehr profitieren Staaten bis heute von enteignetem jüdischem Vermögen? Wie viele NS-Größen wurden umgekehrt nach 1945 anstandslos entschädigt? Und was sind aktuelle Steuersparmodelle oder handfeste Betrugsskandale, von Cum-ex-Geschäften bis zu Wirecard? So autobiografisch wie allgemeingültig, so sarkastisch wie wütend rechnet Jelinek in Angabe der Person nicht nur mit sich, sondern auch mit einer Gesellschaft ab, die sich eher für die Täter als für ihre Opfer interessiert – und verfolgt die weit verzweigten Wege des Geldes als eines der größten Geheimnisse in der modernen Wirtschaft.
Wien – im Schnittpunkt der politischen Blöcke in Ost und West. Hier begegnen sich Andzrej, polnischer Jude und Kommunist, der Kopf eines Agentenrings, und die Studentin Lisa. Sie erliegt einer obsessiven Leidenschaft. Er nutzt Sex als Glück für einen Augenblick. Die dritte Protagonistin ist die Stadt Wien mit ihrer ganz eigenen Atmosphäre, mit jener Wurschtigkeit und der allgemeinen Düsternis, ein Babylon der Sprachen, ein Milieu der Emigranten, alter Spanienkämpfer, und der Agenten für den Osten. Der Rhythmus des Ganzen, so Jelinek, sei eine sanft schwingende Sinuskurve, cool und plötzlich von jähen Action-Zacken gestört. Sie schrieb dieses Drehbuch 1980, Rainer Boldt wollte Regie führen, Helmut Wietz produzieren. Serge Gainsbourg und Tilda Swinton waren als Hauptdarsteller ins Auge gefasst. Doch strauchelte das Projekt im Dschungel der bundesdeutschen Filmförderung. Nun wird das Drehbuch erstveröffentlicht.